Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)

Die awarischer Kultur - Gyula Rosner: Keramikherstellung und Handel im Karpaten-Becken in der frühen Awarenzeit

Keramikherstellung und Handel im Karpaten-Becken in der frühen Awarenzeit GYULA ROSNER, SZEKSZÁRD Die über die Herkunft der aus den Gräbern der Gräberfelder der frühen Awaren gut bekannten, hellgrau gebrannten, feinschlammigen, getöpferten Kera­mik laufenden Debatten können im Wesentlichen als abgeschlossen betrachtet werden. 1 Zur Beantwortung der Fragen im Zusammenhang mit der Technologie, der Herstellung, der Verbreitung oder des Handels sind noch weitere Untersuchun­gen notwendig. Diese stehen im Zusammenhang mit der Erschliessung ungari­scher Awarengebiete, mit dem Einsatz neuer naturwissenschaftlicher Methoden. Die Altertumsforschung kann die hier aufgeworfenen Fragen nur mit hoher Wahrscheinlickeit beantworten, die bestimmte Gewissheit auszusprechen sind wir nicht in der Lage. Deshalb ist es notwending, die Ergebnisse des Neutronenak­tivisierungsverfahrens zu nutzen. 2 Die heute bereits forschungsgeschichtliche „Legende der nomadischen Awa­ren" ist mit der Erschliessung und Publikation des Awarengebietes in Dunaújvá­ros zerfallen. 3 Ein bewiesener Fakt ist, dass unter den Awaren auch solche ethnischen Gruppen lebten, die eine sesshafte Lebensweise führten, in Dörfern lebten. 4 So wurde die Suche nach Spuren nomadischer Zelte überflüssig. Heute kann auch dies nicht mehr Gegenstand von Diskussionen sein, dass die Awaren die getöpferte Keramik selbst anfertigten, diese nicht importierten. Die Herstellung der Töpferwaren in so guter Qualität setzt eine hohe technische Kenntnis dieser Meister voraus. 5 Auf Grundlage unserer Forschungen vermuteten wir bereits früher das Vor­handensein zweier grosser Keramikzentren, ein drittes nicht ausgeschlossen, auf dem Gebiet der frühen Awaren. 6 Mit den Verfahren der Altertumskunde wurde das als sicher gesehen, dass diese Zentren in der Umgebung von Szekszárd und Dunaújváros zu suchen sind, wobei das Vorhandensein eines Zentrums in der Umgebung von Szeged nicht auszuschliessen ist. 7 Während in der Umgebung der zwei transdanubischen Gebiete an vielen Stellen und in grosser Menge typisches Material zum Vorschein kam, so wurden in der Umgebung von Szeged zwar ebenfalls mehrere Fundorte, aber mit verschwindend geringer Menge gefunden. Diese Erscheinung kann mit eventuellen Forschungsproble­men zusammenhängen, denn gerade in diesem Gebiet wurden früher verhältnis­mässig viele Awarengräberfelder untersucht. Somit hat sich zur Zeit zur Frage der Funktionsgebiete der frühen Awaren-Töpfereizentren noch längst kein ein­heitlicher Standpunkt herausgebildet. 8 125

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