Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)
Die Awaren und ihre Beziehungen zu anderen Völkern - István Bóna: Beiträge zum asiatischen Ursprung der awarenzeitlichen partiellen Pferdebestattungen
lieh vom Altaigebiet liegenden Baraba-Steppe nach 1975 durchgeführten Ausgrabungen enthält. Hier begleiten die in den Gräbern 2 und 4 des 17. Kurgans des Gräberfeldes von Culym-2 ausgebreiteten bzw. ausgestopften, 24 (Abb, 4) in Grab 3 des 22-23. Kurgans ausgebreiteten, (Abb. 5,1) in Grab 5 des 22-23. Kurgans ausgestopft scheinenden (Abb. 5,2), ebendort in Grab 6 ausgestopften 25 (Abb. 5,3) und in Grab 2 des 26. Kurgans ausgestopften oder ausgebreiteten 26 partiellen PferdeskelettePferdehäute die Bestattung und bei weitem nicht nur in den hier erwähnten, vorgeführten Gräbern, denn auch die übrigen gestörten, ausgeraubten Bestattungen zeigen klar an, daß sie partielle, Pferdebestattungen enthalten haben. Der Großteil der Gräber ist frühtürkenzeitlich (6-7. Jh.), obwohl sich hier auch spätere Bestattungen (7-8. Jh.) finden, - dies alles ändert aber - infolge des Konservativismus des Ritus - an der Sache nicht viel. Die partiellen Pferdebestattungen 27 des 30. Kurgans im Gräberfeld von Preobrazenka-3 in der mittleren Barabagegend sind interessant (Abb. 6,1), wie auch die Bestattung mit eingerollter Pferdehaut 28 im Gräberfeld Sopka-2 (Abb. 6,2), - alle aus der Frühtürkenzeit. In Kenntnis der authentischen Dokumente von Baraba konnte das seit langer Zeit bekannte Pferdegrab 29 von Chusot-Chudzirtö in der mittleren Mongolei hervorgenommen werden, die ich wegen seiner Gestörtheit und auf das 8-9. Jh. gesetzten Datierung früher nicht anzurühren wagte (Abb. 6,3). Aus einem literarischen Hinweis erfuhren wir übrigens schon 1981-1984 über die Provenienz von partiellen Bestattungen aus dem 6-7. Jh. im Gräberfeld von Relkino am oberen Ob. 30 Die Forschung hat uns allen einen Streich gespielt, sämtliche ethnische Theorien können über Bord geworfen werden. Wenn man es sich gut überlegt, hätten wir das schon früher machen können, da ja die Kutriguren, Utiguren, Saraguren auch keine Europäer waren, sondern an der Wende des 5-6. Jh. auf die Steppen nördlich des Schwarzen Meeres vom Gebiet jenseits der Wolga und des Urals zogen. Brachten sie also den Ritus zuerst mit sich oder die Awaren (eventuell voneinander unabhängig), seine Wurzeln reichen jedenfalls bis nach Asien zurück. Darüber läßt sich aber auch weiterhin diskutieren, wie und warum dieser Ritus entstanden ist und sich die partielle Pferdebestattung im 6-7. Jh. - wie wir schon wissen: in ganz Nord-Eurasien - verbreitet hat, warum dieser Ritus im Osten bestehenbleibt und warum er bei den Awaren im 8. Jh. erlöscht. ANMERKUNGEN l.Pulszky 1873, 9-11. 2. Posta 1905, 328-333, Abb. 200. 3.Kovrig 1955,180-184; Bona 1965,121-123 und Anm 70-74 auf S. 133; Zusammenfassend: Bona 1971, 289-291, Teil: Die früheste Denkmäler des Awarentums von asiatischer Art. 4. Kiss 1962, 154-156. 5. Bona 1979, 17-18. 6. Ergänzungen zu den asiatischen Parallelen bei Bona 1979: Awarenzeitlicher Typ I: Kapcaly-II. Grab 8. Chudjakov 1979. 196, Taf. I. 4. Awarenzeitlicher Typ IL: Ust-Tes, Grab 2 und Ujbat-II, Grab 1. Chudjakov 1979,196, Taf. 1. 1-2. Awarenzeitlicher Typ IV: Tepsej-III. Grab 67. Chudjakov 1979. 196, Taf. I. 3; Ala-Kul. Agapov-Kadyrbaev 1979, 119, Abb. 11; Ai-myrlyg-III. Ovcinnikova 1982. 210-212, Abb. 1-2. 7.Kovrig-Korek 1960, 288-289. 8. Kiss 1962, 156-158. 9. Bona 1979, 18-22. 10. Eine gute Zusammenstellung mit vielen Grabplänen ist bei Tocik 1970, 44-46, Abb. 7-8. ll.Mesterházy 1987, 219-, Abb. 1. 116