Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)

Die Awaren und ihre Beziehungen zu anderen Völkern - István Bóna: Beiträge zum asiatischen Ursprung der awarenzeitlichen partiellen Pferdebestattungen

die allgemeinen „awarenzeitlichen Typen I-IV" und den Typ VII eingehend mit den publizierten bzw. erreichbaren frühtürkenzeitlichen Pferdebestattungen Mit­tel- und Innerasiens, Südsibirien und der Mongolei des 6-7. Jh. Es stellte sich her­aus, daß sämtliche awarische Typen der mit ganzem Pferd unternommenen Bestattung in Asien reichlich vorkommen, 5 von wo seitdem die Parallelen mit neueren, stets besseren Beispielen gründlich ergänzt werden können. 6 (Abb. 1,1-4) Also, haben wir mit den Grundtypen keine Probleme, ihre asiatische­awarische Herkunft ist unbestreitbar. Die partielle Pferdebestattung war vor 1960 in der awarischen Archäologie praktisch genommen unbekannt - die Forscher hielten die verschiedenen Varian­ten dieser für den Ritus der landnehmenden Ungarn. Aufgrund der damals noch unveröffentlichten Dokumente aus Szegvár und der Beobachtungen von Csóka erkannten zuerst I. Kovrig und J. Korek das awarenzeitliche Vorhandensein des Ritus, der ihnen bis 1960 nur von 6-7 Stellen bekannt war. 7 Zwei Jahre später sammelte A. Kiss in seiner erwähnten Abhand­lung schon 16 für frühawarisch gehaltene Vorkommen dieses Ritus zusammen und reihte diese Fälle mit seiner für ihn charakteristischen systematisierenden Veranlagung in 6 verschiedene Typen. 8 Ich selbst hielt in meiner Zusammenfassung im Jahre 1979 bis dorthin schon 25 Fälle untersuchend, nur drei Varianten für signifikant (und bestehe auch bis heute darauf): die Bestattung mit ausgestopfter, ausgebreiteter und eingerollter Pferdehaut und wurde auch darauf aufmerksam, daß man mit dieser Sitte zwar in stets abnehmender Zahl - auch bis ganz in das ausgehende 7. Jh. rechnen muß. Zum Ritus gelang es mir 1979 nicht asiatische Parallelen zu finden, mindestens solche nicht, die östlich vom Uralgebirge und Uralfluß mit den awarischen partiel­len Pferdebestattungen auch chronologisch in Verbindung gebracht werden können. Deshalb dachte ich die partielle Pferdebestattung für einen sich in Europa herausgebildeten Ritus. Und noch dazu nicht einmal für einen uralten! Seine Ent­stehung stellte ich mir zwischen 558-568 vor, als die Awaren Osteuropa durchzo­gen. Obwohl ich schon damals aufgeworfen habe, daß diese Sitte auf den osteuro­päischen Steppen durch Mitwirkung der Kutriguren, Utiguren und Saraguren ent­standen sein dürfte, stand mir damals ein sicheres Beispiel aus dem 6. Jh. noch nicht zur Verfügung. Das Erscheinen der partiellen Pferdebestattung bei den Awaren erklärte ich nicht als eine ethnische Eigenartigkeit, sondern damit, daß viele von ihnen im Laufe der langen, schnellen Flucht und Wanderung ihren Viehbestand verloren und deshalb einzelne Familien gezwungen waren das Totenmahl und das Toten­opfer - beim Aufbruch des Pferdes samt seinem Herren ins Jenseits - zusammen­zuziehen und durch diese Not kam der Ritus zustande. Diese Hypothese wurde auch noch damit untermauert, daß sich der Pferdebestand bis zum Ende des 7. Jh. wiederherstellt, 9 aus den awarischen Gräberfeldern des 8. Jh. sind uns nur ganze Pferdebestattungen 10 bekannt, manchmal kennen wir aus einem Gräberfeld sogar 80-90 Pferde, also fast in der Menge eines Gestütes. Nach einem Schweigen von mehreren Jahren äußerten sich 1987 sogar zwei Forscher zur Frage. K. Mesterházy teilte vom östlichen Randgebiet des Alföld, aus Ártánd 11 (Abb. 2,1) und Biharkeresztes 12 (Abb. 2,2) auf die erste Generation der Awarenzeit datierbare partielle Pferdebestattungen mit und stellte von neuem die Verbreitung der Sitte zusammen. Seine Verbreitungskarte 13 führt von der Bala­114

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