Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)

Die Awaren und ihre Beziehungen zu anderen Völkern - Jozef Zábojník: Zur Frage der Kontakte der nördliche Peripherie des awarischen Kaganats mit den westlichen Gebieten

Gräberfeld dar (MIHOK-HOLLY-SOLÁRIKOVÁ-CILINSKÁ, im Druck). Die Exemplare aus den Gräbern 311 und 124 hingegen, die in übereinstimmender Technologie angefertigt sind, stehen mit ihrer Qualität weit hinter den erwähnten Säbeln. Da das Schwert aus Grab 124 eindeutig als Import betrachtet werden kann, braucht die westliche Provenienz des Saxes aus Grab 311 nicht bezweifelt zu werden. Bewaffnung westlicher Herkunft befindet sich vor allem in Gräbern der sozial gehobenen Gesellschaftsschicht. Von 32 Exemplaren waren sogar 22 in Fundver­bänden mit einer Gürtelbeschlaggarnitur. Doch ist zu betonen, daß es sich häufig um unvollständige bzw. einfache Garnituren handelt. Die tatsächliche Spitze der gegebenen Kommunität besaß qualitative „awarische" Bewaffnung. Ihr Bestand­teil ist neben dem Säbel bzw. Pallasch vor allem ein Reflexbogen. In Begleitung eines westlichen Waffentyps erschien er im verfolgten Gebiet lediglich in zwei Fäl­len - im Grab 404 auf dem Gräberfeld Wien - Csokorgasse (STREINZ 1978,508) und im Grab III in Wien-Liesing (MOSSLER 1948,222, Abb. 63.). Die pertraktier­ten Militaria erscheinen in viel geringerem Maße auch in mehrfachen Kombina­tionen mit anderen wichtigen Waffen (Lanzen, Äxte u. ä.). Es kann also zusammengefaßt werden: In das Gebiet der nördlichen Periphe­rie des Kaganats gelangten im Verlauf der mittleren und späten Stufe verhältnis­mäßig viele Waffen aus westlichen, von germanischen Stämmen besiedelten Gebieten (außer Hiebwaffen sind es auch sporadisch vorkommende Lanzen). Da sie in eine Zeit datierbar sind, in welcher wir vorwiegend friedliche Beziehungen der Awaren zu den westlichen Nachbarn voraussetzen, ist in ihnen hauptsächlich ein Ergebnis von Handelskontakten zu erblicken. Die Handelsaktivität der westli­chen Produzenten war offenbar während des ganzen Zeitabschnittes nicht unbedeutend. Wir können in diesem Zusammenhang die Tätigkeit des Kauf­manns Samo bei den Slawen oder auch die Exportbeschränkungen Karls des Gro­ßen erwähnen. Mit Produkten westlicher Werkstätten bewaffnete sich die gesell­schaftliche Mittelschicht. Von der territorialen Verbreitung der Bewaffnung west­licher Provenienz ausgehend, ist folgende Annahme nicht ausgeschlossen: Eigen­tümer und Benutzer angeführter Waffen war die mit den Awaren kollaborierende privilegierte Schicht des unterworfenen Ethnikums. Diese besaß weder Mittel noch das Recht, sich wertvollere Militaria - Produkte hochqualifizierter Speziali­sten - zu beschaffen. Insbesondere in der jüngeren Zeit (SPA) kam es offenbar infolge des Übergewichtes der Nachfrage über das Angebot auch zur Nachah­mung dieser Militaria. Etwa auch als Folge der Kontaktunterbrechung mit außer­karpatischen Produktionszentren (im nahen und mittleren Osten) kam es zur Qualitätsminderung der Erzeugnisse. Das belegen auch manche jüngere Hiebwaf­fen - Pallasche auf dem Gräberfeld in Zelovce (MIHOK-HOLLY - SOLÁRIKO­VÁ-CILINSKÁ, im Druck). Die zweite bedeutsame und zahlreiche Gruppe von Gegenständen westlicher Herkunft stellen Gürtelgarnituren dar. Im behandelten Gebiet wurden sie aus 18 Fundverbänden gewonnen, davon waren es in 12 Gräbern Bestandteile von bron­zenen triangulären „norditalienischen" Garnituren, in drei Gräbern eiserne unver­zierte und in drei Gräbern eiserne streifenplattierte Garnituren. Der Großteil der Bronzebeschlaggarnituren war unvollständig. Als komplett sind Kollektionen aus den Gräbern 370 in Holiare (TOCÍK 1968a, 370, Taf. LXI:21) und 298 in Zelovce zu betrachten (CILINSKÁ 1973, 88-89, Taf. L:ll-13,15-17). Hingegen sind die aus eisernen (einfachen wie auch streifenplattierten) Beschlägen bestehenden 105

Next

/
Oldalképek
Tartalom