Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 14. (Szekszárd, 1988)

98 Jene Leute, die aus der Landwirtschaft ihren Lebensunterhalt nicht sichern konnten, wurden schon früher Maurer. Laut der Volkszählung im Jahre 1900 waren die Hälfte der Erwerbstätigen Handwerker. Von den 202 Personen waren 174 Maurer. Im Leben der Gemeinde spielten die Landwirte die führende Rolle, so kamen die gesellschaftlichen Gegensätze in Auseinandersetzungen zwischen den Bauern und Maurern zum Ausdruck. Nach der Jahrhundertwende bot die Auswanderung nach Amerika den Weg zum Aufstieg. Laut der Volkszählung von 1910 hielten sich 72 Szakadáter im Aus­land auf. Sie wollten sich nicht endgültig in Amerika niederlassen, sondern nur Geld verdienen. Im Mai 1912 arbeiteten 250 Szakadáter fern von ihrer Heimat. Das ersparte Geld schickten sie ihren Familien. Andreas Gänsler sandte z. B. zwi­schen 1907-1911 mehr als 1500 Dollar nach Hause. Von diesem Geld konnte er 8-10 Joch Feld guter Qualität kaufen. So gelang ihm der Aufstieg zum Bauer mit 17 Joch Feld, obwohl er von seinem Vater nur ein Stück Weingarten und eine her­schaftliche Parzelle bekam. Das Organ der Selbstverwaltung in der Gemeinde war die Gemeindereprä­sentanz, deren Hälfte gewählt, die andere Hälfte aus den grössten Steuerzahlern zusammengestellt wurde. Der Gemeindenotar wurde von der Gemeinde unabhängig gemacht. Den Richter und die Geschworenen wählte die Gemeinderepräsentanz. 1872 bekam der Notar ein Gehalt von 404 Ft, der Richter 31 Ft, der Kleinrichter 21 Ft, der Nachtwächter 70 Ft, der Briefträger 20 Ft, die Hebamme 12 Ft und der Kirchen­diener 8 Ft. Das meiste der Einkünfte der Gemeinde stammte aus dem Besitz des Dorfes. 1884 hatte Szakadat 70 Joch Feld, die Jahreszins betrug 600-800 Ft. Die andere Einnahmequelle war das Schankrecht. Der Bevölkerung wurden neben den staatlichen auch Komitats- und Kom­munalsteuern aufgelegt. Die Steuerlast wurde immer höher, im Jahre 1910 erreichte sie die Hälfte des Realeinkommens. Die 1880-1890-er Jahre waren die Epoche der grossen Investitionen. 1884 baute man einen neuen Ratsaal und ein Büro für den Notar. 1886 begann man mit dem Bau einer neuen Schule mit zwei Klassenzimmern. Den Bauplan fertigte der junge Baumeister Johann Quell an. Am Ende der 30- jährigen Amtszeit des Pfarrers Karl Hunyadi, befand sich das Pfarrhaus und die Kirche in baufälligem Zustand. Der neue Pfarrer, Gyula Wajdits Hess im Jahre 1874 ein neues Pfarrhaus bauen. 1882 verbesserte man das Kirchendach. Drei Jahre später kaufte die Gemeinde einen neuen Friedhof über dem alten. Das Dorf sammelte auch zur Errichtung einer neuen Kirche Geld. Die neue Kirche wurde im Jahre 1899 fertig. Der Schulunterricht geschah weiterhin in konfessionellen Schulen. Die Unterrichtssprache war in Szakadat die deutsche Sprache. Die Magyarisierung nahm in den Schulen in den 1890-er Jahren ihren Anlauf. Die Schule vermochte die ungarische Sprache den Schülern nicht beizubringen. Der grösste Teil der Erwachsenen konnte lesen und schreiben, die ungarische Sprache kannten aber nur jene, die als wandernde Handwerker mit den Ungarn in Berührung kamen. 1892 bildete sich der bürgerliche Leseverein, dessen Vorhaben die Volksbil­484

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