Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 14. (Szekszárd, 1988)

93 XII. ZUSAMMENFASSUNG Die - an sich bedeutungslose - Gemeinde Szakadat liegt im ehemaligen Kreis Simontornya. Für die Landschaft sind Hügel und steile Berghänge charakteristisch, die für den Ackerbau keine günstigen Voraussetzungen bieten. Szakadat war schon im 14. Jahrhundert bewohnt, jedoch durch die türkische Herrschaft und die Befreiungskriege wurde die Ortschaft unbevölkert. Graf Mercy, ein General der Habsburgerarmee, Militärgouverneur des Banats erwarb im Jahre 1722 das Hőgyészer Herrschaftsgut, zu dem auch Szakadat gehört. Er besiedelte die Gemeinde vom Jahre 1723-1724 mit Deutschen. Die genaue Herkunft der Szakadáter ist umstritten. Es steht aber fest, dass sie aus der Gegend von Limburg stammen. Mercy schloss mit den Neubauern Contracte. Der Szakadáter Contract blieb nicht erhalten. Da die Bedingungen der Ansiedlungen in den verschiedenen Dör­fern einander ähnlich waren, fuhren wir den im Jahre 1722 geschlossenen Contract mit Kismányok an: Das Dorf verfugte über den ganzen Hotter, einschliesslich der Schenkkonzes­sion, die Herrschaft behielt sich nur das Jagd- und Fischereirecht vor. Sie wurden vom Frohndienst und vom Zehent befreit. Sie bekamen unentgeltlich Bau - und Brennholz, durften mit Eicheln mästen. Dafür musste ein Bauer mit einer ganzen Session 15 Ft, einen Kübel Weizen, einen Kübel Hafer und drei Fuhren Heu zahlen. Die Neubauern waren 3 Jahre lang und ihre Weingärten 6 Jahre lang steuerfrei. Die Anzahl der Bevölkerung wuchs schnell. 1725 waren es 39 Familien. Auf die Neubauern warteten grosse Schwierigkeiten. Die Leute waren arm, hatten keine Zugtiere, die Felder waren seit Jahrzehn­ten nicht bestellt. Die Leute arbeiteten als Tagelöhner in Hőgyész und sogar in Szi­getvár. Sechs Jahre später, 1731 lebten nur noch 13 Familien im Dorf. Die Flucht der Bevölkerung hängt auch damit zusammen, dass nach 6 steuerfreien Jahren die Steuerpflicht eingeführt wurde. Die Menschen kehrten nicht nach Deutschland zurück, sondern zogen in andere Dörfer um, wohin die Herrschaften sie mit weite­ren Begünstigungen lockten. Die anfanglichen Schwierigkeiten wurden um die Mitte des Jahrhunderts überwunden. Die Bevölkerungszahl erhöhte sich auf 61 Familien. Der Viehbe­stand verzehnfachte sich. 1756 gab es 86 Pferde, 107 Ochsen, 111 Kühe, 187 Schweine, 305 Ziegen und Schafe in der Gemeinde. Das bestellte Feld war sechsmal so gross wie im Jahre 1731. Die Bauern trieben Dreifelderwirtschaft. Die Katholische Gemeinde hatte schon im Jahre 1727 einen eigenen Pfarrer. Dem Pfarrer hatten sie folgendes zu zahlen: 1. Jedes Ehepaar einen Metzen (Zentner) Weizen, 1/4 Metzen Hafer oder Gerste oder Mais, in Geld 17 Kreuzer. Die Ledigen, Verwitweten und Armen hatten die Hälfte zu entrichten. 2. Die ganze Gemeinde zahlte fünf Klafter Holz, eine Fuhre Heu und Stroh. 3. Die Weingartenbesitzer eine Halbe (icce=ungefáhr 1 liter) Wein. Für die Taufen, Trauungen und Begräbnisse musste man extra zahlen. Die Schule wurde 1731 gegründet. 479

Next

/
Oldalképek
Tartalom