Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 14. (Szekszárd, 1988)
den Untersuchungen der Tierknochen folgert Sándor Bökönyi, dass zur Zeit des Spätneolithikums im Karpatenbecken eine Klimaänderung erfolgte (BÖKÖNYI 1974); Dies alles konnte grundlegende Änderungen im wirtschaftlichen Leben verursachen. Die Gräberfelder der westlichen Linienbandkeramik bestehen aus kleineren Gräbergruppen-, Gruppierungen, welche auch durch die früheren Forschungen als verwandschaftliche Einheiten bestimmt sind (KAHLKE 1954). Die Entfaltung der Gräbergruppen ist aber auch mit Benützungsperioden zu erklären (PAVUK 1972, II). Die Gräbergruppen der Linienbandkeramik und der Lengyel-Kultur folgten zeitlich aufeinander; die Entstehung der grösseren Gräberfelder der westlichen Linienbandkeramik kann mit der Sesshaftigkeit der Population und mit der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stabilisation in Beziehung stehen. Auch die neueren Forschungen nehmen verwandschaftliche Einheiten in Beziehung mit den Gräbergruppen auf (PRESS 1979; DOHRN-IHMIG 1983). In der Frage der Gräbergruppen sind die Ergebnisse der Blutgruppenuntersuchungen von Imre Lengyel massgebend: seinen Feststellungen nach stand die Mehrheit der, in den, auf der Grabungskarte umzeichneten Gräbergruppierungen, bestatteten Personen von Mórágy-Tűzkődomb im verwandschaftlichen Verhältnis zueinander. Gleichzeitig werden aber die, aufgrund der Grabungskarte skizzierten Gräbergruppierungen durch Imre Lengyel auf die Einheiten der Blutverwandten eingeengt; wahrscheinlich ist, dass die, auf der Karte beobachteten und auf archäologisch-statistischem Wege aufgenommenen Gräbergruppen-, Gruppierungen nicht nur die bestatteten Blutverwandten enthalten, sondern auch die Eheleute, deren Eltern, Geschwister, usw. Die Frage der Gruppenbildung der Gräber ist darum wichtig, weil - mit P. Van De Velde einverstanden - gemeint wird, dass die sozialarchäologischen Verhältnisse des Neolithikums, wenn auch in ihren einzelnen Aspekten, nur durch die Analyse der, das Gräberfeld bildenden kleineren Gräber-Einheiten-, Gruppen- und Gruppierungen versucht werden kann: diese Methode wurde bei unserer Gräberfeldanalyse angewendet. Die Zusammensetzung der Gräbergruppen- und Gruppierungen der westlichen Linienbandkeramik ist nur selten eindeutig, anthropolische Bestimmungen aller Skelette sind nur aus dem Gräberfeld von Nitra bekannt: die Gräbereinheiten können hier Mitglieder einer oder mehrer Generationen enthalten (PAVUK 1972, II): Es existieren auch solche, in denen nur Männer der entsprechenden Hierarchie nach bestattet worden sind. Die angenommene Hierarchie äussert sich nicht nur durch die Gerätebeigaben, sondern auch im Beigabenmaterial mehrerer Frauenbestattungen. Auch in Rutzing werden Kleinfamilien-Einheiten aufgenommen. In der Gräbergruppierung 3 ist der Bestattungsplatz eines Ehepaares mit hervorragender Stellung wahrscheinlich zu machen. Die Hierarchie (Stufenfolge) im Beigabenmaterial der hier bestatteten Kinder konnte auch von der Geburtsreihenfolge, vom Geschlecht und Lebensalter (Sterbealter) abhängen. Auch in Sondershausen kommen mehrere Varianten der Gräbergruppen vor. Wie in Flomborn, so auch in Elsloo ist die Untersuchung der Zusammensetzung der Gräbergruppen nur durch die Gerätebeigaben möglich. Ausschliesslich aufgrund der Gerätebeigaben kann angenommen werden, dass die Mehrzahl der Gräbergruppierungen verwandschaftliche Einheiten widerspiegelt. In jeder 102