Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 14. (Szekszárd, 1988)

In den obenerwähnten Erscheinungen kann wahrscheinlich irgendeine Form der Arbeitsverteilung auftreten. Aufgrund der Bestattungen mit reichen Schmuckbeigaben in allen Lebensal­ter-Kategorien der Frauen, besonders der Mädchen (inf. II.) und der weiblichen Säuglingen und Neugeborenen, kann daraus gefolgert werden, dass jene Rolle, Stellung und Bedeutung, welche sich durch diese Shmuck/Trachtbeigaben widerspiegelt, vererblich sein konnte; wie hätten sonst die weiblichen Säuglinge zu diesen wertvollen Beigaben kommen können, die aufgrund ihrer persönlichen Fähigkeiten in diesem Lebensalter noch nichts erreicht haben konnten? Die an Schmuckbeigaben reichen Gräber kommen ausser der erwähnten Mädchenbestattungen noch im Kreise der Frauen von produktivem Lebensalter öfters vor. Wenn diese Tatsache mit dem Vorkommen der reichen Schmuckbei­gaben in den Gräbern von Mädchen und weiblichen Säuglingen in Verbindung gebracht wird, fällt die matrilineare Abstammung ins Auge; dieselbe ist durch die serogenetischen Untersuchungen von Imre Lengyel nachgewiesen. Auch die Be­stattungen gewisser Mädchen von besonderer (genetischen) Stellung und mit besonderen Beigaben sind mit der matrilinearen Abstammung in Beziehung zu bringen. Den Ergebnissen der archäologischen und biochemischen Analysen nach sind die Gräbergruppierungen Familieneinheiten zu halten, die Bestattungen mehrerer Generationen enthalten, und in denen die führende Rolle die, dafür fähigen Männer, „die Familienhäuptlinge" versahen; gleichzeitig konnte aber auch die Authorität mancher Frauen wegen der angenommenen matrilinea­ren Abstammung vorragend sein. Im dritten Teil ist der chronologische Rahmen der Analysen einbezogen, die Stellung der westlichen Linienbandkeramik und der Lengyel-Kultur, bzw. der umliegenden Kulturen besprochen. Im vierten Teil werden die Bestattungssitten des südost-europäischen Komplexes erörtert, und die Frage, was für Wirkungen von diesem Komplex in die mitteleuropäischen neolithischen Kulturen übertragen werden konnten, untersucht. Die Gräberfelder der westlichen Linienbandkeramik und der Lengyel-Kultur sind im sechsten, bzw. siebenten Teil der Arbeit analysiert. Dazu werden Kombinationskataloge-Tafeln und schematische Gräberfeldkarten mit den Beiga­ben, verwendet. Die Resultate der Analyse sind im letzten Teil der Dissertation zusammengefasst. Wir haben die einzelnen Bestattungen, Gräber, Gräbergruppen, Gräberfel­der und Bestattungssitten des Frühneolithikums von SO-Europa, der, auf deren Wirkung in örtlichen Gründen entstandenen westlichen Linienbandkeramik, bzw. der Lengyel-Kultur, welche sich als genetischer Nachfolger der vorangehen­der rechnet, besprochen. Es sind auch die Fragen der Orientierung und der Seitenlage der Skelette, die Anordnung der Gräber innerhalb der Gräbergruppe, bzw. des Gräberfeldes, das Verhältnis der Bestatteten zueinander, die eventuelle „besondere" Behandlung mancher Bestatteten, das Vorkommen und die Kombi­nationen der Grabbeigaben, die Zusammenhänge der Geschlechte und der Beiga­ben erörtet. Damit wurde beabsichtigt, folgendes festzustellen, ob die Bestattungs­sitten der besprochenen Kulturen, Gemeinschaften irgendein System hatten; es wurde die Frage untersucht, inwiefern die Daten aus den neolithischen Gräberfel­99

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