Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)

Eugen Comşa: Betrachtungen über die sozialökonomische Organisation der neolithischen Gemeinschaften auf rumänischem Boden

erwartet hätte - ungefähr inmitten dieses Geländes, sondern irgendwo an dessen Rand, möglichst nahe an einem Gewässer angelegt war. Die Kontakte und Tauschbeziehungen zwischen den benachbarten und ver­wandten Gemeinschaften einer Kultur müssen recht lebhaft gewesen sein; nur so läßt sich etwa auch erklären, daß eine bestimmte Gattung geschliffener Steinwerk­zeuge aus gelblichem Vulkantuffin fast allen Siedlungen der Walachai zu finden sind, obwohl sie größtenteils in der Nähe der Lagerstätten im Norden der Provinz gefertigt wurden. Solange die Gemeinschaften des Frühneolithikums ein halbseßhaftes Leben in bescheidenen Siedlungen führten, sind keine besonderen Konflikte und dementsprechend auch keine Verteidigungsmaßnahmen festzustellen. Als sie je­doch infolge des Ackerbaus völlig seßhaft wurden und Vorräte von Nahrungsmit­teln zu speichern begannen - sowohl pflanzliche (nach immer reicheren Ernten) als auch tierische (von den in der Umgebung der Siedlungen gezüchteten Viehher­den), entstanden genügend Beweggründe für Zusammenstöße, und so wurden die Siedlungen gegen Ausgang des mittleren und im Laufe des jungen Neolithikums an leicht zu verteidigenden Stellen angelegt und außerdem mit Verteidigungsgrä­ben, manchmal auch mit einem Erdwall, umgeben (MORINTZ 1962, 273-282). Hinzugefügt sei eine wichtige Beobachtung - mit Implikationen für die so­zial-ökonomische Ordnung - hinsichtlich des Siedlungstypus während der Über­gangsphase zur Gumelnija-Kultur und bis zu deren Ende. Bis vor kurzem wurde bei der Untersuchung der Gumelnifa-Fundplätze nur den Wohnhügeln (Teil) Be­deutung beigemessen. Wie jedoch die Entdeckungen bei Radovanu erwiesen ha­ben, beschränkte sich die Bewohnung nicht auf den Teil, sondern es handelt sich um Fundkomplexe, bestehend aus: - der offenen Siedlung auf einem flachen Hang oder einer Terrasse; - der durch Steilhänge und Wehrgräben geschützten befestigten Siedlung, die bei Gefahr der ganzen Gemeinschaft als Zufluchtsstätte diente. Diesen Zweck er­füllten die Wohnhügel; - dem Gelände mit den Werkstätten (Töpferei, Weberei) in der Nähe und - dem Gräberfeld jeder Siedlung. Während des Jungneolithikums ist eine große Verschiedenheit und Auffa­cherung der Siedlungstypen, der Zahl der Wohnungen, also auch derjenigen der Bevölkerung, mit den entsprechenden Folgen für die sozialökonomische Organi­sation, besonders zwischen dem Süden des Verbreitungsgebietes der Gumelnija­und der Sälcufa-Kultur einerseits und den Verhältnissen in der Moldau, im Be­reich der Cucuteni-Kultur andererseits zu vermerken. Aus jener Zeit sind in den Gebieten der Gumelnita-und Sälcu{a-Kultur vor allem meist nicht allzugroße Teil-Siedlungen mit relativ wenigen Wohnungen belegt. In den Gegenden der Cucuteni-Kultur wurde schon zur Zeit dieser Kultur eine ungewöhnliche Ent­wicklungsstufe erreicht. Es gab Siedlungen mit bis fast 100 Wohnungen (z.B. Tru­sesti), (PETRESCU-DÍMBOVIJA 1963, 172-186). also etwa 500 Einwohnern entsprechend. Denkt man an die neuerlichen Entdeckungen der sowjetischen Kollegenjenseits des Pruth (etwa bei Petreni), (MARKEVITSCH 1981, 20), so wäre es möglich, daß es auch in der Nordmoldau während der Cucuteni B-Phase noch größere Siedlungen mit mehreren Hunderten von Wohnungen und einigen Tausend Eiwohnern gegeben hat. Schon Siedlungen mit etwa 500 Menschen war­fen zweifellos viele komplizierte Fragen hinsichtlicn der Wirtschaftstätigkeit und 48

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