Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)

Eugen Comşa: Betrachtungen über die sozialökonomische Organisation der neolithischen Gemeinschaften auf rumänischem Boden

re Ausbreitung eine Zeitlang die Unterbrechung der früher bestehenden Tausch­beziehungen bewirkt haben. Die Fragen des Warentausches sind äußerst interessant. Es gibt deutliche Be­weise für eine schon zu Beginn des Neolithikums und sogar früher ausgeübte Tauschpraxis, vor allem mit verschiedenen, von den Gemeinschaften benötigten Rohstoffen, in erster Linie Feuerstein und Obsidian. Eine Untersuchung der Verbreitung verschiedener Feuersteintypen ergab, daß in jedem Kulturgebiet ein bestimmter Typ bevorzugt wurde, der in manchen Fällen über hundert Kilometer weit von dem Vorkommen verbreitet war. Außer dem Haupttyp gab es noch andere lokale Feuersteinarten geringerer Güte. In manchen Zonen, etwa im Südosten Rumäniens, wurde der sogenannte „Balkan­feuerstein" in der Dobrudscha, in den von den Hamangia-Kulturträgern bewohn­ten Gegenden abgebaut und über die Donau den Trägern der Boian-Kultur ge­sandt. Zwischen den Gemeinschaften dieser beiden Kulturen bestanden also friedliche Tauschbeziehungen. Der hochwertige Obsidian aus den Lagerstätten der Gegend um Tokaj gelangte bis weit in das rumänsche Gebiet. Im Süden des Banats etwa wurde am Donauufer dieser graue Obsidian an dem Fundplatz von Liubcova in ein und demselben Fundverband mit einem Stück weißem Obsidian geborgen, dessen Ursprung (als Rohstoff) schwer zu bestimmen ist. Ein intensiver Tauschverkehr über Entfernungen von vielen hundert Kilo­metern ist durch die Verbreitung von Schmuck (Armringe, Perlen) aus Muschel­schalen (Spondylus gaederopus) erwiesen. Bis vor kurzem wurde vermutet, daß solcher Schmuck aus dem mediterranen Gebieten stammte. Es ist aber wohl anzu­nehmen, daß Spondylus-Muscheln im frühen Neolithikum auch westlich des Schwarzen Meeres vorkamen und ihre Schalen von den Küstenbewohnern ge­sammelt und verarbeitet wurden. Eine wichtige Rolle scheinen dabei die Gemein­schaften der Gumelnifa-Kultur gespielt zu haben, die Werkstätten fur die Mu­schelverarbeitung unterhielten. Eine solche aus der ersten Phase dieser Kultur wurde in der Siedlung von Hîrsova untersucht GALBENU 1963, 501-109). Im Zusammenhang mit dem Tauschverkehr ist auch die Verbreitung der kupferobjekte erwähnenswert. In vielen Siedlungen der Gummelnifakultur wur­den Objekte aus Kupfer - kleinere (Schmuckstücke) oder grössere (Äxte) - ent­deckt. (COM§A 1978, 1098120). In den von diesen Gemeinschaften bewohnten Gegenden, nördlich der Do­nau gab es keine kupfervorkommen. Die Analyse dieser Gegenstände führte zu der Folgerung, daß dieses Kupfer aus den Erzlagern bei Stara Zagora stammte. Manche etwas ungewöhnlichere Stücke, wie etwa die Hammeräxte vom Vidra­Typus, die von den Trägern der Gumelnija-Kultur hergestellt und benutzt wurden - vor allem südlich der Donau, wo über 20 Exemplare bekannt wurden -, gelang­ten auf dem Tauschwege auch zu den verwandten Gumelnifa-Gemeinschaften nördlich des Stroms. In der Walachei wurden bisher drei solcher Stücke entdeckt. Derselbe Hammeraxttypus ist auch in Südwesttranssilvanien belegt. Ferner ist er auch durch einige Exemplare im Gebiet Cucuteni-Ariu§d, also Hundert von Kilo­metern von der Ursprungsgegend entfernt, vertreten. Die in verschiedenen neolithischen Siedlungen des Landes geborgenen gol­denen Gegenstände sind ebenfalls deutliche Beweise für die Verbreitung von Edelmetallerzeugnissen im Tauschwege über große Entfernungen (COMÇSA 1974, 13-22). 46

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