Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)
Dieter Kaufmann: Der Spätlengyel-Horizont im älteren Mittelneolithikum des Elbe-Saale-Gebietes
stammen folgende Gefaßformen (Abb. 4,12-18): Verzierte und unverzierte Henkelkannen, verzierte Tassen, Fußschalen mit niedrigem Fuß und einwärts geknickter Mündung, Knickwandschüsseln und s-förmig profilierte Schüsseln mit ausschwingender Mündung, Gebrauchskeramik in Form von becherartigen Gefäßen mit unterrandständigen Henkelösen und Siedlungsgefaße mit getupften Leisten unterhalb der Mündung (R SCHULZE 1930, 37 ff., Taf. 33-35; W. COBLENZ 1953, Abb. 1-2; G. BUSCHENDORF 1951, Abb. 1 a-b, d-f; Taf. III, 1-2). Die Jordansmühler Keramik aus dem Elbe-Saale-Gebiet muß hier nicht noch einmal behandelt werden, da erst unlängst J. LÜNING (1976,142-144) dieses Material in den Ablauf der archäologischen Kulturentwicklung der Jordansmühler Kultur eingeordnet und anhand der Funde von Dresden-Nickern und vor allem von Heidenau auf die enge Verbindung mit der Schussenrieder Kultur hingewiesen hat. Danach sind beispielsweise die archäologischen Hinterlassenschaften von Wulfen als „reiner" Jordansmühler und die von Heidenau als „reiner" Schussenrieder Fundkomplex anzusehen (J. LÜNING 1976, 144). Von den vier Fundorten mit Jordansmühler Keramik stammen Siedlungsfunde und in einem Falle Siedlungs- und Grabfunde (Wulfen). Der Fundplatz bei Wulfen ist auch durch 12 plump geformte und nur schwach getrocknete Idole (erhalten sind nur drei Objekte), teilweise mit Stichverzierung, aus einer Siedlungsgrube bekannt geworden, die der Jordansmühler Kultur zugewiesen wird (R SCHULZE 1930, 39 f., Taf. 36, 6). Als jüngste archäologische Belege aus dem Spätlengyel-Horizont sind die im Elbe-Saale-Gebiet bisher ohne datierende Beifunde einer archäologischen Kultur als Einzelfunde geborgenen Kupferäxte von Auleben, Kr. Nordhausen, Plauen(?), Kr. Plauen, Karow, Kr. Genthin (H. BEHRENS 1973,70-71), und Kleinprießnitz, Kr. Jena (D. MANIA 1977,173-174), zu werten, die aus dem Bereich der Bodrogkeresztur-Kultur herzuleiten sind. Da sie bislang nicht von Fundorten bekannt geworden sind, die Funde der späten Gaterslebener bzw. der Jordansmühler Gruppe erbracht haben, wird man wohl zunächst davon ausgehen müssen, daß diese Funde zeitlich in einem entwickelten Abschnitt der Baalberger oder vielleicht sogar während der Salzmünder Kultur in das Elbe-Saale-Gebiet gelangten. Ohne daß im einzelnen alle notwendigen quellenkritischen Fragestellungen eingehend behandelt werden konnten, ist der Versuch unternommen worden, die archäologischen Hinterlassenschaften, in erster Linie zunächst einmal die Keramik, des Spätlengyel-Horizontes im Elbe-Saale-Gebiet zu gliedern und chronologisch einzuordnen. Es konnten folgende Entwicklungsabschnitte herausgearbeitet werden: 1. Auf der Grundlage der späten Stichbandkeramik, die sich letztlich auf Grundeines starken Einflusses aus dem Bereich der mährischen bemalten Keramik entfaltet hat und deshalb als „späte Stichbandkeramik vom Gepräge der mährischen bemalten Keramik" bezeichnet worden ist, entstehen durch weitere starke Impulse aus dem Kreis der bemalten Lengyelkultur Gefaßformen, die wir als Prototypen der späteren Gaterslebener Keramik ansehen. Allgemein wird die mittlere und jüngere Stichbandkeramik mit den Lengyelstufen I und II synchronisiert (vgl. Abb. 1). 2. Wie in Böhmen entwickelt sich unter stärker werdendem Einfluß aus dem Bereich der Lengyelkultur aus der späten Stichbandkeramik eine unbemalte 283