Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)

Marie Zápotocká: Die Unterschiede und Übereinstimmungen zwischen der Lengyel-Kultur und den Gruppen mit stichverzierter Keramik: die Interpretationsmöglichkeiten

lieh, daß, wenn nicht direkt die Kenntnis der Steinbohrtechnik (diese war bereits in der LnK bekannt), so doch wenigstens der Anlaß zur Ausnützung durchbohrter Artefakte als Arbeitsgeräte und ihre beträchtliche Verbreitung als eine der Aus­wirkungen der LgK auf die StK gedeutet werden kann. In der Spaltindustrie hat S. VENCL ein abweichendes Geräteinventar gleich­falls erst seit der jüngeren Stufe der StK beobachtet. Nach den Vorbildern der neu­verwendeten Geräte (trapezförmige Sichelklinge, Spitze mit steiler Seitenretu­sche, trapezförmige Pfeilspitzen) suchte er in der mährischen bemalten Keramik. Auf die Kontakte mit dem genannten Gebiet weist ferner Obsidian hin, der verein­zelt auf den Siedlungen der jüngeren StK in Böhmen aufgefunden wird. Die Schlußfolgerungen S. VENCLS werden im Prinzip durch die Analyse der Steinin­dustrie von Tesetice-Kyjovice bestätigt (OLIVA 1984, PRICHISTAL 1984, SALAS 1984). Was die Spaltindustrie der LgK anbelangt, so verweist M. KACZANOWS­KA (1982) auf die starke Auswirkung von Vinöa B bereits im Zeitraum der jünge­ren Zeliezcovce Gruppe: „Die Fundstellen dieses chronologischen Horizontes sind im grösseren Maße als Einheit ausgeprägt." Dieser Horizont besteht aus dem von ihr bearbeiteten Fundgut aus den Lokalitäten der Vinöa B, Sopot-Lengyel­Bicske, jüngeren Zeliezovce und Bükker Kultur. Diese Beinflussung macht sich noch zu Beginn der eigentlichen Lengyel Kultur bemerkbar. Die Spaltindustrie der LgK weist so wiederum starke Bindungen an den bemaltkeramischen Kreis auf. Auch die Rohstoffe der Spaltindustrie lassen Unterschiede zwischen der LnK und LgK erkennen. In der LnK wurde in die Slowakei bis 20% des Krakauer Feuer­steines importiert, die LgK nützt vor allem die heimischen Rohstoffe aus (nur 5% Import) (KACZANOWSKA 1976). Schmuck Den Kennzeichnenden Schmuck der behandelten Periode auf dem Gesamt­gebiet der ehemaligen westlichen LnK stellen Armringe dar. Als solche sind sie im allgemeinen eine jungneolithische Erscheinung man kann nicht ausschließen, daß ihre Massenverbreitung zu jener Zeit auf eine Gemeinidee zurückzuführen ist. Die Rohstoffe, die zu ihrer Fertigung dienten, deuten jedoch auf das Bestehen zweier unterschiedlicher Kreise dieses Zierats hin. Die Gruppen mit stichverzier­ter Keramik nutzen zu deren Fertigung Ton, Knochen, Geweih, vor allem aber verschiedenartige Steinarten aus. In der Lengyelkultur bediente man sich zu die­sem Zweck großer Muschelschalen oder des Kupfers (ZÁPOTOCKÁ1984). Hier haben wir es mit einem anderen charakteristischen Merkmal zu tun, das die LgK mit dem bemaltkeramischen Kreis verbindet. Außer den Armringen gibt es hier Beweise noch anderer Kupferprodukte, d. h. Schmuck, Geräte und Waffen. Die Kulturgruppen mit stichverzierter Keramik kannten Kupfer nicht. Schlußfolgerungen Die ältere Stufe der Gruppen mit stichverzierter Keramik (StK I—III, Hinkel­stein) stellt die direkte Fortsetzung der jüngeren LnK dar, und dies in allen Kom­ponenten der materiellen und der geistigen Kultur. Eine ausgeprägtere südwestli­che Beeinflussung ihrer Gestaltung ist nicht zu beobachten. Gewisse Impulse, die 269

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