Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)

Jaromír Kovárník: Die Entwicklung der Besiedlung Südwestmährens durch die Bevölkerung mit der mährischen bemalten Keramik

form (6) - achtmal, und an dritter Stelle war zahlenmässig die spitzige Randform (4) - bei vier Einzelstücken. Sehr oft fand sich bei der Keramik die durchbogene Form der Gefasschulter (4) - bei sieben Stücken, an zweiter Stelle war die koni­sche Form (2) - sechs Stücke und an dritter Stelle war die durchbogene Form mit im Schnitt verstärkter Wand (8) - bei drei Stücken vertreten. Im ausgehobenen Material aus dem Objekt Nr. 2 fand sich die eingetiefte Verzierung nur in zwei Fällen. Festgestellt wurde eine Reihe kreisförmiger Stem­pel (51) am Rande, weiter eine eingetiefte Verzierung und eine Verzierung mit ei­ner Reihe gegenseitiger kleiner kreisförmiger Grübchen, die auf einer Tierplastik angewendet wurde. Reichlich war die plastische Verzierung vertreten. Auf der Ke­ramik treten senkrecht gezogene Knubben mit horizontaler Öffnung (29) auf, sen­krecht gezogene Knubben (2), Hornhenkel (41, 45, 46) und halbkugelförmige Knubben (05). Bei dünnwandigen Bechern erscheinen auf Hals und Umbruch pla­stische Knubben mit beiderseitigen Grübchen, sog. Eulenköpfe. Mit der Frage ih­res Auftretens beschäftigt sichV. Podborsky bei der Periodisierung und Gesamt­bewertung der Kultur der mährischen bemalten Keramik. Er fuhrt an, dass diese Knubben im Invertar aus Jaromëïice n. R. erscheinen und reiht diese Funde aus dieser Fundstätte vorwiegend in die II. Stufe seiner Periodisierung ein (Podborsky 1970, 264, Taf. XXV: 1, 2). Vorwiegend treten sie aber erst in der jüngeren Stufe der Kultur der mährischen bemalten Keramik auf und zwar in der Phase IIa nach der traditionellen Periodisierung der mährischen bemalten Keramik, die J. Palliar­di ausarbeitete. Das untersuchte Objekt Nr. 2 enthielt auch eine Plastik. Die anth­ropomorphe Plastik hatte massig verlängerte Fussohlen, was V. Podborsky für ein Kennzeichen des 3. Grundtypes der Frauenplastiken mit vor dem Körper sich be­wegenden Armen hält (Typ Hluboké MaSûvky). Leider sind die Merkmale nicht erhalten, die als typologische Kriterien I. Ordnung dienen, d. i. das Aussehen der Arme und die Ausarbeitung des Kopfes (V. Podborsky, 1983, 30). Ausser der Frauenplastik fanden sich Tierplastiken. Zu ihnen gehört auch der grössere Teil einer zoomorphen Plastik mit einer Vertiefung auf dem Rücken. Auf der braunro­ten Oberfläche erhielten sich stellenweise Reste eines roten Anstrichs. Von der Vertiefung in der Richtung zum Schwanz zeigen sich auf dem Rücken fünf leicht eingeritze Linien. Zur Plastik gehört auch ein abgebrochener Fuss. Eine analoge Form dieser Plastik fanden wir im November 1973 bei Rettungsarbeiten in Jaromëïice n. R., die realistisch dargestellte Züge eines menschlichen Gesichtes trägt (KostufikXX, 191A, 18-19, Taf. 12-13). Diese Fundstätte ist ungefähr 3,5 km von Lesûftky entfernt. Sehr schön ist die Plastik eines Bockes, die in leicht schema­tisierter Art gearbeitet ist. Unter den Bruchstücken urgeschichtlicher Plastiken sind auch zwei Tierköpfe, von denen einer wahrscheinlich bei einem besonderen keramischen Typ angewendet wurde (Abb. 5.). Aus der Klasse der kleinen keramischen Formen sind im Fundinventar ver­treten: eine lange zylinderförmige Perle (911), ein doppelkonischer Spinnwirtel (953), drei ganze Rädchen aus Scherben und die Hälfte eines Rädchens (958). Wenn wir die Fülle des in Lesûftky II (Bezirk Tïebio) vorgefundenen Mate­rials klassifizieren, so können wir allgemeine Kennzeichen des „Typs von Jaromë­fice n. R." feststellen, und zwar nicht nur im geographischen Sinn, sondern auch im chronologischen. Mit Rücksicht darauf wird es notwendig sein, in nächster Zeit die von F. Vildomic ausgearbeitete Klassifikation der Kultur der mährischen be­malten Keramik (1928-1929,26-27), besonders ihre Phase 1/3, umzuwerten. Eine 246

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