Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)

Viera Němejcová-Pavuková: Charakter der Nach-Lužianky-Entwicklung der Lengyel-Kultur

Typisch sind Siebgefásse, sogar eine Fussschüssel mit dieser Gestaltung. Die Reihe weniger frequentierter Formen will ich bei dieser Gelegenheit nicht erwähnen. Nach den vorläufigen Kenntnissen unterscheiden sich die Funde des zweiten Bauhorizontes nur wenig von den oben genannten (es schwinden z. B. die flachen konkaven Buckel). Falls nicht weitere ergänzende Kriterien gefunden werden, wird es bei den Objekten mit geringerer Fundmenge problematisch sein, die bei­den ersten Besiedlungsphasen in Svodin voneinander zu unterscheiden. In der präsentierten dickwandigen Keramik bestehen deutliche Übereinstim­mungen mit der dickwandigen Keramik der Theiss-Kultur (z. B. Hódmezővásár­hely-Kökénydomb oder Kenézlő - BANNER 1951, Taf. XV: 16; BANNER 1930, Taf. 1: 10,11,14,17; VIII: 1,3,10,11,13; IX; XI: 4,7-9; XIII: 4,8,12; XIV; I; XVII; XXI: 1,2,5, 8,10-12,14-21; BANNER - FOLTINY 1945, Taf. VIII: 23; KISS 1939, Taf. II: 16; III: 26), was die Ornamente der Ritzverzierung betrifft und es existieren evtl. vereinzelte direkte Importe aus dem Theissgebiet. Sie dokumentieren schon den älteren, von mehreren Autoren ausgesprochenen Gedanken über die Bezie­hungen beider Kulturen evtl. über den Anteil der Theiss-Kultur an der Entstehung der Lengyel-Kultur, der aber mehr eine Hypothese als eine tatsächlich belegte Tat­sache war. Ich meine nicht, dass man diese Beziehung so formulieren könnte, nämlich als Anteil der einen Kultur an der Entstehung der anderen. Eher handelt­es sich um eine Annäherung der Entwicklung in beiden Teilen des Karpatenbek­kens im Rahmen der definitiven Integration der Lengyel-Kultur in den Verband der Kulturen mit bemalter Keramik in Südosteuropa, und zwar in Form intensiver Kontakte. Wenn beim Protolengyel, Beziehungen unserer Gebiete zur Vinöa-Kul­tur erwogen werden, dominierte offenbar in der Zeit der beginnenden eigentli­chen Lengyel-Kultur, namentlich im nördlichen Plattenseegebiet, eine Beziehung zum Theissgebiet, die aber relativ rasch, noch während der Stufe I an Ausgepräg­theit einbüsst. Es wird eine Frage der detaillierteren Bearbeitung sein, diese Tatsachen wei­ter zu präzisieren und ebenfalls das genauere Ausmass des Erbes der Luzianky­Gruppe zu bestimmen (aus Luzianky stammt z. B. ein topffÖrmiges Gefäss mit konkavem Buckel - NOVOTNY 1958, Taf. XLI: 3). Diese ist in der Slowakei grösstenteils nur durch das Grabinventar repräsentiert, das bekannterweise nur ein Torso und eine verzerrte Auswahl der tatsächlichen Produktion seiner Zeit ist. Die Besiedlungsanfange der Lengyel-Kultur in Svodin (namentlich der erste Bauhorizont) charakterisieren den älteren Abschnitt der Entwicklung der I. Stufe dieser Kultur, jenen Abschnitt, der den Siedlungen in Nitriansky Hrádok, Bucany oder Koláry in der Slowakei und den grossen Gräberfeldern in Ungarn vorangeht. Sie gehen wahrscheinlich auch der ganzen Stufe I der mährischen bemalten Kera­mik voran, d. h. auch ihrer Phase a, zu welcher sich vor kurzem detailliert E. KAZ­DOVÁ äusserte (es besteht überhaupt ein beachtlicher Unterschied zwischen der Menge der bemalten Keramik im Invertar zwischen den Lokalitäten der Slowakei und den Lokalitäten Mährens - KAZDOVÁ 1984). In Anbetracht der relativ lan­gen Dauer der Stufe I ist die Möglichkeit ihrer inneren Gliederung ganz real. Den in Bearbeitung stehenden älteren Abschnitt könnten wir als Lengyel la bezeich­nen. Es bleibt jedoch weiterhin eine Frage, wie gross die Lücke zwischen dem Be­siedlungsanfang der Lengyel-Kultur in Svodin und der Luziansky-Gruppe bzw. dem Protolengyel b war. Ihre unmittelbare zeitliche Aufeinanderfolge kann viel­229

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