Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)
Juraj Pavúk: Siedlungswesen der Lengyel-kultur in der Slowakei
' gab es Siedlungen von kleinerem Ausmaß, die nur während einer - zweier Stufen bewohnt waren. Hingegen ist bis jetzt keine Fundstelle mit gleichmäßiger intensiver Besiedlung während der ganzen Entwicklung der Lengyel-Kultur oder während ihrer mehreren Stufen bekannt. Der absolute Großteil der Siedlungen der Lengyel-Kultur bestand nur während einer einzigen Stufe. Es scheint, daß die Protolengyel-Siedlungen verhältnissmäßig klein waren, und als solche werden sie im Terrain auch schwer festgestellt, dies wird auch durch die kleine Gräberanzahl auf den bekannten Gräberfeldern (Abraham, Luzianky, Bicske) unterstützt. Die Siedlungen der Gruppe Lengyel I sind schon sehr umfangreich und es gehören zu ihnen auch große Gräberfelder mit Hunderten von Gräbern (Svodín, Aszód, Zengővárkony). Dies gilt besonders von Siedlungen mit mächtigen Fortifikationen (Rondellen), zu denen Siedlungen auf einer Räche um 10-20 ha gehören. Die Siedlung in BardoÄovo repräsentiert den Typus einer kleinen Siedlung ohne Fortifikation. Das Areal der nach einer Tiefpflügung festgestellten Ansiedlung überstieg nicht die Fläche von 2 ha. Ungewöhnlich groß ist die Siedlung auf der eponymen Fundstelle der Übergangsphase Santovka. Vorläufig läßt sich ihre Fläche auf 30-35 ha schätzen. Rundherum erstrecken sich kleine Siedlungen, die mit der großen Siedlung zeitgleich sind. In Zlkovce haben wir es mit zwei selbständigen Hauptetappen der Besiedlung zu tun. Eine von ihnen, die ältere, stellt eine Ansiedlung dar, die von zwei ringsum führenden Palisaden umgeben war (es ist bis jetzt nicht klar, ob sie zeitgleich waren oder ob sie aufeinanderfolgend benützt wurden); die zweite, die jüngere Etappe stellt eine nach dem Untergang der Palisadeneinfriedung bestehende Siedlung dar, die das von den Palisaden umgrenzte Areal überschritt. Unter der Voraussetzung, daß die innere der zwei Palisaden einen regelmäßigen Kreis darstellt, erreicht die durch sie umgrenzte Fläche ein Ausmaß von ca. 11 ha. In der jüngeren Etappe, nach der Entfernung der Palisaden, nahm die Siedlung ein Ausmaß von ca. 20-25 ha ein. Im Falle, daß die von der Palisade umschlossene Fläche gleichmäßig in der ganzen Länge der Palisade bebaut war, standen in einer Reihe 20-30 Häuser. Falls in Richtung zur Mitte weitere zwei ähnliche Häuserbögen mit kleinerem Durchmesser standen, so könnten im umgrenzten Teil zugleich 40-60 Häuser gestanden haben. Auf der untersuchten Fläche entfallt ungefähr auf je 430 m 2 ein Hausgrundriß. Daraus geht hervor, daß auf den umgrenzten 11 ha ungefähr 250 Häuser gewesen sein könnten und vorausgesetzt, daß die Ansiedlung fünfmal wiedererbaut wurde, dürften jeder Phase etwa 50 Häuser angehört haben, was der vorangehenden Berechnung nach der Häuseranordnung entlang der Palisade entsprechen würde. Falls die festgestellte durchschnittliche Dichte auf der ganzen bebauten Fläche der Ansiedlung geherrscht hat, so würde die Fundstelle 500-600 Häuser aufweisen. In bestimmten Zeitabschnitten könnten in der Ansiedlung mehr als 100 Häuser gestanden haben. Also war die Siedlung der Stufe Lengyel II wenigstens zehnmal größer als die Standardsiedlungen der Kultur mit Linearkeramik. Solch Große Siedlungen finden wir auch in den jüngeren Epochen der Urzeit nur selten. Über die Siedlungsstruktur in der Stufe Lengyel III sind wir wenig informiert. In Budmerice wurden im Inundationsgebiet des örtlichen Baches beim Vertiefen eines Wasserbehälters wenigstenes zehn verbrannte Häuser gestört, von denen wir das am besten erhaltene noch untersuchen konnten. In Sered-Dolná Streda befand sich auf einer großen Sanddüne vielleicht nur ein einziges Haus. Auch die 218