Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 12. (Szekszárd, 1984)

Zalai-Gaál István: Neolithische Schädelbestattungs- und Menschenopfer-Funde im Komitat Tolna, SW–Ungarn

37 so in die Erde gelegt, in einigen Fällen mit Keramikbeigaben versehen, wie in Qued­linburg und Frankfurt-Praunheim. Keramikscherben wurden bei den Schädeln z. B. in Zauschwitz II und Hanau gefunden. Die Zugabe der Beigaben zu den Schä­deln war in der Linearkeramik nicht allgemein. Aus der mittelneolithischen Bükker-Kultur kennen wir Hinweise für den Schädelkult (zuweilen mit Kannibalismus vermischt) aus der Istállóskőer-Höhle und der Liszkovaer-Höhle. Die, in Onga mit Gefässen hervorgekommenen menschlichen Schädelstücke stammen wahrscheinlich aus einer Schädelbestat­tung. Es sind Befunde in Beziehung mit dem Schädelkult im mittleren Neolithikum so im Ost- wie im Westbalkan zum Vorschein gekommen. In Cernavoda (Haman­gia-Kultur) fand man 2 sukzessive rituelle Niederlegungen von ganzen Schädeln oder Bruchstücke davon (meistens nur die Schädeldecke). In der Umgebung der Schädel lagen Tierknochen, manchmal auch Gefasse, Tonidole. In Cernavoda-Co­lumbia-D und Coada Zevoiului, dann auch in Mangalia kamen isolierte Schädel, bzw. Schädelgruppen hervor. Die Angaben für die Praktiken mit Schädeln fehlen nicht einmal im Westbalkan: Aus Danilo (Danilo-Kultur), Grapceva-Spilja und Li­sicici (Lisicici-Kulrur) kennen wir Hinweise dafür. Merkwürdig sind die griechi­schen spätneolithischen Funde: In der Alepatrypa-Höhle wurde im Gefass nur der Kopf (Schädel) niedergelegt, und es ist fraglich, ob der Fund von Lerna, ein Kin­derskelett in einer Fusschüssel, eine gewöhnliche Pithosbestattung ist. Das wechselvollste Bild um die Kulthandlungen mit menschlichen Köpfen und Schädeln wird durch die Kulturen, „Postkulturen" und Gruppen des spätneo­lithischen „bemaltkeramischen" Kulturkreises gespiegelt Solang aus der Theiss­Kultur von südöstlichem Charakter keine Angabe dafür vorlag, kam aus dem Len­gyel-Kreise eine ganze Reihe von solchen Funde hervor. In Lengyel und in Zengővárkony wurden schädellose Skelette aufgedeckt, aus Zengővárkony kennen wir einen Fall, wo ein Schädel aus einer Grube zum Vorschein kam. In der mäh­risch-österreichschen Gruppe des Lengyel-Kreises sind nicht nur die isolerten ein­zelnen Schädel, sondern auch die Schädelgruppen („Neste") typisch. In der Shä­delgruppe von Poigen sehen wir die Reste einer geopferten Familie, ihr gewaltsa­mer Tod ist durch die Schädelverletzungen nachgewiesen, auch beim Befund von Langenlois, wo die Knochenreste sogar Brandspuren aufzeigten. Die, in der Ka­ranovo-I und Körös-Kultur beobachtete Opferform kommt auch in der Lengyel­Kultur, in Szakály-Rétiföldek hervor, die keinesfalls eine Brandbestattung sein kann, obwohl solche zur Zeit der Lengyel-Kultur schon seit langem bekannt waren. Im Befund von Traian sehen wir gewisse Paralellen zum Fund von Mórágy­Tűzkődomb, mit dem Unterschied, dass dort ein weiblicher Schädel in einer Fusschüssel, mit Keramik-und Gerätebeigaben versehen, lag. Aus den Postkulturen der Lengyel-Kultur wurde ein menschlicher Schädel in einem Tongefass in Metzendorf-Woxdorf gefunden: in Gatersleben und Braunsdorf lagen die Schädel in den Gruben isoliert, bis die Schädel in Helmsdorf und Rossen in Gräbern deponiert wurden. Die Schädelfunde der spätneolithischen Postkulturen sind oft dadurch charakterisiert, wie auch in Traian oder in der Tripol­je-Kultur, dass zu den Schädeln Beigaben beigegeben wurden. Die Schädelgruppen und Einzelschädelfunde kamen auch aus der, der Len­gyel-Kultur folgenden Kupferzeit hervor. Die meissten von diesen gelangten aus 39

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