Szilágyi Miklós (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 10-11. (Szekszárd, 1982)

Visy Zsolt: Neuere Militärdiplome aus Pannonien

Es muß also untersucht werden, ob sich der Text des Diploms auf die Weise ergänzen läßt, daß diesen Titeln oder einem von diesen im Text ein Platz eingeräumt werden kann. Der Umfang des Names und der Titel von Marcus Aurelius nehmen 2,5 Zeilen ein. Die Ergänzung der ersten Zeile ist sicher: [IMP CAES M A VRELIVSANTOJNINVS, was aus 25 Buchstaben besteht. Mit viel mehr Buchstaben können wir auch in den übrigen Zeilen nicht rechnen. Die Ergänzung der zeweiten Zeile könnte [A VG ARMENIACVS PONT MAX TRIBJVNICIAE sein, jedoch ist dies aus mehreren Gründen unwahrscheinlich. Im Falle von Verus ist [AVJGVSTVSnicht abgekürzt, also wahrscheinlich wurde auch im zweiten Fall der vollständige Name ausgeschrieben. Die obige Ergänzung macht 31 Buchstaben aus, was zu viel zu sein scheint und dies können wir kaum mit der Abkürzung von Armenia­cus ergänzen, da dies größtenteils nicht abgekürzt wurde. 42 Die wahrscheinlichste Ergän­zung der Zeile ist demnach [A VGVSTVS PONT MAX TRIBJVNICIAE, was 26 Buchstaben beträgt und so in seinem Umfang mit der ersten Zeile übereinstimmt. Ein seltener Fall ist, daß tribunicia, in unserem Fall das Wort tribuniciae nicht abgekürzt wird. Daraus folgt je­doch, daß auchpotestatis gänzlich am Anfang der 3. Zeile ausgeschrieben war. Die Zahl der Ämter ist uns natürlich nicht bewußt (XV-XVI-XVII). Dann dürfte vermutlich die Aufzäh­lung der Titel des Kaisers mit dem Ausdruck COS ///abgeschlossen worden sein. Die 3.Zei­le konnte also [POTESTATIS ... COS III] ET gewesen sein. Der Name und der Titel von Lucius Verus machen etwa anderthalb Zeilen aus. In der Ergänzung der 4. Zeüe können wir sicher sein: [IMP CAES L AVRELIVS VERVS A VJGVSTVS. Fast die Hälfte der 5. Zeile nimmt die als sicher zu betrachtende Ergänzung [DIVIANTJOMNI eia Vor diese Ausdruck kann etwas anderes kaum untergebracht wer­den, als [TRIB POT... COS II]. Die Zeile ist so mit 26 Buchstaben als vollzählig zu betrach­ten. Auch hier ist es also nicht wahrscheinlich, daß das älteste, im Herbst 163 aufgenomme­ne Siegesattribut Armeniacus ausgeschrieben worden wäre. Die Ergänzung der 6-7. Zeilen ist nicht besonders schwehr. Die einzige Unsicherheit besteht vielleicht darin, ob wir in den zwei ersten Fällen das Wort nepotes abgekürzt oder völlig ausgeschrieben einsetzen müssen. Am Ende der 7. Zeile steht [ab]nepotes, dement­gegen halten wir die kürzere Form für wahrscheinlicher, da die auf diese Weise entstehen­de Buchstabenzahl (je 30) der durchschnittlichen Zeilenlänge besser entspricht. In der 8. Zeile beginnt die Aufzählung der Truppen. Die Ergänzung der Zeile bereitet uns kein Problem. Ein unglücklicher Zufall ist aber, daß die Zahl der alae schon auf den Be­ginn der 9. Zeile fällt und deshalb ist uns die Zahl der aufgezählten Reitereinheiten nicht bekannt. Nur ein einzieger, zur Identifizierung geeigneter Truppenname ist erhalten ge­blieben [BJRITTONVM. Die Interpretation der nacher stehenden l-hasta ist sehr problema­tisch. Die einzige Erklärung wäre, wenn wir mit dem Weglassen des ETdie Zahl der folgen­den Truppe erhalten würden, jedoch ist dies nicht möglich, da das Wort üTbei der Trup­penaufzählung der Diplome gewöhnlich nicht weggelassen wird, anderseits sollten wir auch irgendeine andere britische Truppe einsetzen, so müßten °°oder CR früher folgen. In der erhalten gebliebenen letzten Zeile ist das Attribut einer anderen Truppe [CIVIVJMRO­MANO I[RVM] zu lesen. Auffallend ist das völlige Ausschreiben des Attributs, woraus wir vielleicht nicht ohne Grund daraufschließen können, daß auch das eventuelle ähnliche At­tribut der britischen Einheit völlig ausgeschrieben war. Dies würde auch bedeuten, daß in der 10. Zeile für den Namen einer anderen Truppe kein Platz mehr zur Verfügung stünde, in der 9. Zeile hingegen im fehlenden Teil eine ala untergebracht werden könnte. 42 Vgl. CIL XVI 121-123; Roxan No. 62-65. 69

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