Szilágyi Miklós (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 8-9. (Szekszárd, 1979)

Tanulmányok - Gaál Attila: Spätrömische Gräber auf dem Mözs–Kakasdomb

Die Richtung der Gräber untersuchend stellen wir fest, dass während die Erwachsenengräber nach N orientiert sind, lagen die Kindergräber auf diese im grossen und ganzen senkrecht. 81 Bei den Gräbern 5 und 9 war der Raub des Grabes eindeutig. Während aber bei Grab 9 dadurch der grösste Teil des Grabes in Mitleidenschaft gezogen wurde, war dies bei Grab 9 nur auf das Kästchen gerichtet und das Skelett blieb fast ungestört. Dies wirft zugleich die Möglichkeit auf, dass die Männer- und Frauengräber von aussen markiert waren. Die Frage kann jedoch nicht ausreichend beantwortet werden. Im Zusammenhang mit der Bestattung des Pferdeskeletts und ihrer bisherigen Parallelen können wir folgende Bemerkungen tun : Für eindeutig geklärt ist es anzusehen, dass es sich um ein einsames Pferdegrab handelt. Im Bereich des Grabes sind keinerlei Funde zum Vorschein gekommen. Am nächsten dazu (6,5 m) wurde das auf das 4. Jh. datierbare Grab 9 freigelegt. Es ist nur zu bedauern, dass dem Pferd des die allernächste Parallele bedeuten­den Grabes von Vajta II ähnlich, auch das Pferdegrab von Mözs nach einer schweren Störung zur Erschliessung gekommen ist und so kann auch hier die Vollständigkeit des Beigabenmaterials mit einem Fragezeichen versehen werden. Die auf dem Kno­chenmaterial durchgeführten Untersuchungen unterstützen hingegen eindeutig die frühere Beobachtung, dass die einsamen Pferdegräber keine ausgemerzten Tiere, son­dern, im allgemeinen ihre volle Kraft besitzende und einen grossen Wert bedeutende junge Pferde bergen. 82 Die Wagen- und die damit einhergehende Bestattung von jungen Pferden untersuchend hat Ferenc Fülep zwei Möglichkeiten aufgeworfen: er schreibt diese Sitte entweder den sich um die Wende des 1—2. Jhs ansiedelnden Kelten oder der Neubelebung eines alten, inzwischen vergessenen Brauches der illyrischen Urbevölke­rung zu.S3 Leider bringt unser Fund auch in dieser Frage keinen eindeutigen und entscheidenden Beweis. Die erste Annahme wird vor allem durch das Bronzematerial der Zäumungen unterstützt, die mit keltische Elemente wachrufenden Perlen- und Delphinornamen­ten verziert sind. Im Zusammenhang mit den durchbrochenen Bronzen scheint die Revision der in der früheren Literatur vorkommenden Daten im Spiegel der aus Marokko angeführten Funde notwendig zu sein, — jedoch ist dies zur Zeit nicht unsere Aufgabe. Einzelne Typen des von der Oberfläche eingeholten keramischen Materials sind schon am Ende des 1. Jhs vorhanden, jedoch kann der Grossteil dieser dennoch auf das Ende des 2. bzw. auf den Anfang des 3. Jhs gesetzt werden. (Siehe: Streufun­de). Die im Material auffindbaren grauen, unterschnittenen Schüsselrandfragmente, die marmorierten Schüsselfragmente mit gelber Grundfarbe sind alle charakteris­tische Stücke der sog. „keltischen Renaissance". Obwohl mit viel geringerer Wahrscheinlichkeit können wir auch illyrische Beziehungen unterstützende Motive entdecken: hier soll auf die mit den Gürteln mit Propellerbeschlägen zusammenhängenden, zu den Illyriern knüpfbaren Wahrnehmun­gen von Bullinger sowie auf die bereits erwähnten, in einem Milieu aus dem 4. Jh. zum Vorschein gekommenen, früheren Funde verwiesen werden. In diesem Falle würde der Tatsache eine unbedingte Bedeutung zufallen, dass nämlich das Pferdegrab — das nicht als Platz einer zufälligen Verendung anzusehen ist — am Rande dersel­ben Siedlung aus dem 2—3. Jh. zum Vorschein gekommen war, wie das Gräberfeld aus dem 4. Jh. und praktisch zwischen diesem spätzeitigen Gräbern. 85

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