Szilágyi Miklós (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 6-7. (Szekszárd, 1977)

Rosner Gyula: Die Pferde- und Reiterbestattungen im awarischen Gräberfeld von Szekszárd–Bogyiszló-Strasse

Gyula Rosner DIE PFERDE- UND REITERBESTATTUNGEN IM AWARISCHEN GRÄBERFELD VON SZEKSZÁRD—BOGYISZLÓI-STRASSE Als Ergebnis einer Rettungsgrabung in der östlichen Gemarkung von Szekszárd haben wir 787 a warische und 12 bronezezeitliche Urneugräber fraigelegt. Die Bearbei­tung des Fundmaterials des Gräberfeldes wurde noch nicht beendet, jedoch konnten die Pferde- und Reiterbestattungen aus dem Kreise der Bestattungssitten herausge­hoben werden, um in Zusammenhang mit diesen Problemen entsprechende Unter­suchungen durcihzuführen. Zu diser ForsOhung gab Veranlassung, dass im Gegensatz zu dem völlig zerstreuten Vorkommen der im Karpetenbecken bislang beobachteten 17 awarenzeitlichen Bestattungen „mit geschundenem Pferd", in diesem Gräberfeld insgesamt 10, in diesen Kreis gehörende Gräber beobachtet werden konnten-. Im Gräberfeld enthielten insgesamt 33 Gräber Pferde. Mit den ethnischen Fragen der mit dem Pferde gemeinsam begrabenen Toten oder der einsamen Pfer­degräber befassen wir uns nicht, denn ohne Kenntnis des ganzen Materials wäre dies auch nicht möglich und zwecklos, sondern beschränken wir uns bloss auf die kurze Aufzählung der wichtigeren Daten. Die Fragen im Zusammenhang mit den mit geschundenen Tieren Begrabenen können im folgenden zusammengefasst werden : — die mit geschundenem Pferd Begrabenen waren in jedem Falle Männer, — die beiden mit geschundenem Rind Begrabenen hingegen Frauen. — Ihre Orientierung weicht von der annähernd W —O —Orientierung der übri­gen Gräber ab und sie haben bloss die für sie Charakteristische NW —SO —Richtung aufgenommen. — Diese Bestattungen finden sich im nördlichen Rand des Gräberfeldes und der Zeitpunkt ihrer Bestattung fällt auf die erste Hälfte des 7. Jahrhunderts. Die geschundene Tierhaut wurde bei der Begrabung nicht ausgestopft, sondern dem Ritus entsprechend auf eine Erdbank neben dem Toten oder quer über seine Beine bzw. über den Sarg aufgelegt und auf diese Weise dem Toten die letzte Ehre erwiesen. Die drei Bestattungsfonmen widerspiegeln drei verschiedene Glaubensvors­tellungen, die sehr nahe zueinander gestanden haben. Es handelt sich demnach um verwandte Völker. Trotz der in den Gräbern abmessbaren Unterschiede können wir von einer Bestattungsweise einer türkischen Population gleicher Herkunft sprechen, die aus jener Periode der awarischen Wanderung herrührt, als nach der im Jahre 557 erlittenen Niederlage sie auf der Flucht waren. Fassen wir die Beobachtungen zusammen, so dürften die mit geschundenen Tieren bestatteten Individuen — dem Anscheine nach — abgefallene Volksreste von onogur-türkischen Völkern der Volga-Kniegegend gewesen sein, die sich den Awaren angeschlossen haben und zwischen 566—68 in das Karpatenbecken gelangt sind. 109

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