Mészáros Gyula (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 1. (Szekszárd, 1970)

B. Thomas Edit: Itáliai Mater Matuta votivok Dunaföldvárról

ITALISCHE MATER MATUTA-VOTIVE AUS DUNAFÖLDVÁR* Noch im Sommer 1902 erlangte das Szekszárder Museum eine Fundgruppe, 1 der eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden soll. Die Einzelstücke des Fundkomplexes sprechen vom Kult einer Göttin, über die aus Pannonién bisher weder inschriftliche Steindenkmäler, noch sonstige Fundobjekte berichtet haben. Es ist also 65 Jahre her, dass diese Terrakotta —Votivgegenstände, die ich im Rah­men meines Vortrages Ihnen vorführen möchte, als ein Spiel des Zufalls, in Duna­földvár in einem der Weingärten des Berges Nagyhegy in einer eingestürzten keller­artigen Höhle ans Tageslicht gekommen sind. — Meinerseits jubiliere ich selber im Zusammenhang mit diesen Denkmälern, da ich im Jahre 1947, also gerade vor 20 Jahren, auf diese Fundgruppe das erstemal aufmerksam wurde, — doch muss ich ehrlich gestehen, erst seit zwei Jahren weiss ich es genau, dass ich in diesem Fund­komplex auf eine der interessantesten, jedoch zugleich sehr problematischen Gott­heitsdarstellungen der pannonischen Religionsgeschichte gestossen bin. Vielleicht werden Sie mich, meine lieben Zuhörerinnen und Zuhörer entschul­digen, dass ich hier nicht über irgendeine neue Gefässform berichte, sondern dies­mal von figürlichen Terrakotten spreche, — doch bin ich der Meinung, dass mir dies das Profil unsrer Gesellschaft gestatten wird, da ich mich mit meinem Thema den übrigen Töpferwaren durch das gleiche Material, — durch den Ton — anschliesse. Wie Sie sehen werden, sind diese tatsächlich nur Töpfererzeugnisse und es kann im Zusammenhang mit ihnen von einer künstlerischen Ausführung oder Qualität keine Rede sein. Sie sind sehr weite und entartete Verwandte der Tanagrafiguren, der Campanareliefs oder geradezu der von den Etruskern auf so hohe Stufe entwik­kelten tönernen architektonischen und figürlichen Verzierungselemente. Mit den letzterwähnten hat jedoch die Fundgruppe von Dunaföldvár einen gemeinsamen Zug, — und dies ist die italische Herkunft. — Es hat sich nämlich ohne allen Zweifel erwiesen, dass die Votivgegenstände aus Italien nach Pannonién gelangt sind, — doch werde ich noch im Laufe unserer Erörterungen auf den Beweis dessen zurückgreifen. Aus dem ersten Typ, der in unserem Fundkomplex vorkommt, sind 6 gleiche Exemplare (Bild 1) vorhanden. Diese 6 Stücke sind meiner Ansicht nach, das Pro­dukt desselben Negativs und es dürfte nur anlässlich der Trocknung bzw. des Bran­des, betreffs der Masse, zu kleineren, sich auf einige Millimeter belaufenden Ab­weichungen und hie und da zu Deformationen in der Form gekommen sein. Die aus gebranntem Ton erzeugten Votivgegenstände sind innen hohl (Bild 3 5., 6.) und weisen auf ihrer nicht ausgebildeten, bogenförmigen Rückseite runde, Fabrikationszwecken dienende Öffnungen (Bild 4) auf. Sie stellen zwei, in einem schematisierten, hochlehnigen Armstuhl sitzende Frauengestalten (Bild 1., 2.) mit unbekleidetem Oberkörper dar. Beide Gestalten tragen einen Kopfschmuck. Die Fi­gur an der rechten Seite hält eine Patera auf den Knien und ihre linke Hand liegt im Schoss. Die Frauengestalt auf der linken Seite hält mit ihrer Rechten eine Patera auf den Knien und drückt mit ihrer Linken ein kleines Kind an die Brust. — Ihre Kleidung ist kaum zu erkennen. — Die Oberfläche des ganzen Gegenstandes ist *CONGRESSUS INTERNATIONALIS SEXTUS REI CRETARIAE ROMANAE FAUTORUM AQ VINCI — Budapest- Text des 1967. abgehaltenen Vortrages. 36

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