Almássy Katalin – Istvánovits Eszter – Kurucz Katalin (szerk.): Das Gold von Nyíregyháza / Archäologische sammlungen in Nyíregyháza 1. (Nyíregyháza, 1997)

VIII. Goldmünzen im Jósa-András-Museum - A. Griechische Prägungen - Pátroha-Malomér dűlő

VIII. Goldmünzen im Jósa-András-Museum 15 7 A. Griechische Prägungen Mit dem Verkehr der griechischen Prägungen im Karpatenbecken hat sich Melinda Torbágyi eingehender befaßt. Wie sie feststellte, kann man nicht von Geldverkehr bzw. regelmäßigen Handelsbeziehungen, sondern lediglich von gelegentlich hierher gelangten Münzen sprechen. Im Fall der griechischen Prägungen des Komitats Szabolcs bietet sich als wahrscheinlichste Gelegenheit der zwischen 280-277 v.Chr. unternommene Balkanfeldzug der keltischen Stämme an, die schon im 4. Jahrhundert v.Chr. aus dem Quellgebiet der Donau nach Osten gewandert waren. 15 8 Nach dem insgesamt erfolglosen Feldzug kehrten die Kelten an ihren Ausgangspunkt im SW-Teil des Karpatenbeckens zurück, wobei anzunehmen ist, daß bedeutende Gruppen von ihnen in Richtung Osthälfte des Karpatenbeckens gezogen sind. Diese neu eintreffenden Gruppen dürften auch die an drei Punkten im Komitat (Nyíregyháza-Puskin u., Kállósemjén und Pátroha-Malomér dűlő) gefundenen griechischen Prägungen mitgebracht haben. Als häufigste griechische Münzen benutzten sie die „Typen Alexander der Große", welche die Nachfahren Alexanders nach dem Muster der Münzen ihres großen Vorgängers, und diese imitierend, hatten prägen lassen. 15 9 Es verwundert also nicht, daß auch in Pátroha eine Münze solchen Typs zum Vorschein kam. Bei der Behandlung der gegenwärtig einzigen Goldprägung - aus diesem Zeitalter - sollte angemerkt werden, daß Archivaufzeichnungen von drei weiteren Goldmünzen aus dem Komitat Szabolcs sprechen. 16 0 Demzufolge wurde 1913 in Karád 16 1 beim Umpflügen der Tabakfelder eine Goldmünze Alexanders des Großen gefunden. In Nagyhalász kam im April 1914 auf dem Gut von András Kállay, auch beim Pflügen, eine Goldmünze zum Vorschein. Und schließlich fand man auf dem Kállay-Gut in Kállósemjén, ebenfalls im Jahr 1914, „eine grob geprägte, goldene Lysimachos-Münze sowie eine abgegeriffene Goldmünze des Typs Alexander der Große". Pátroha-Malomér dűlő (Goldinventar 155) Bei landwirtschaftlichen Arbeiten auf den Äckern der Malomér dűlő (Mühlbachflur) fand Ferenc Virág 1974 einen Goldstater des Typs Alexander der Große. Der Fundort liegt nördlich der Gemeinde, auf halbem Weg zwischen den Belfőcsatorna und '""-^r- /­J Bíró-szigeti csatorna genannten künstlichen Kanälen (beides 15 7 Für die Bestimmung der Münzen möchten wir auf diesem Wege Vera Lányi (ELTE, Lehrstuhl für Archäologie), Katalin Sey, Melinda Torbágyi und Csaba Tóth (Ungarisches Nationalmuseum, Münzkabinett) sowie Attila Ulrich (Jósa-András-Museum) danken. Die Prägungen behandeln wir in chronologischer Reihenfolge. ^ TORBÁGYI 1991.49. !59 TORBÁGYI 1991.34-42. 16 0 JAM Ad. 97.58. Aufgrund eines Briefes von Miklós Erdész (wohnhaft Budapest, Damjanich u. 36), datiert vom 6. Januar 1936. Die gleichen Münzen: GÖHL 1914.17-20. 16 1 Die Siedlung gehört heute zum Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén. 147

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