Szabó Sarolta (szerk.): Hagyomány és változás a népi kultúrában.(Jósa András Múzeum Kiadványai 58. Nyíregyháza, 2005)

NÉPRAJZ - Pilipkó Erzsébet: „...nekem ő ... az igazi pap...” Pap és közösség viszonya a magyar görög katolikus és ortodox egyházközségekben Kárpátalján az 1990-es változásokat követően

Erzsébet Pilipkó: „••.für mich ist er der richtige Geistliche" Die Stellung der Geistlichen in den ungarischen griechisch-katholischen und orthodoxen Kirchgemeinden in den Vorkarpaten nach der Wende von 1990 Der Systemwechsel in den neunziger Jahren führte zur Auflösung überkom­mener Gewohnheiten und Moralnormen. Wegen des Fehlens einer stabilen ge­schichtlichen Kontinuität gerieten die „inneren Orientierungspunkte" der Men­schen durcheinander. Unsicherheit entstand. Die griechisch-katholische Kirche in den Vorkarpaten machte zwischen 1949 und 1989 und in den darauf folgenden an­derthalb Jahrzehnten einen eigentümlichen geschichtlichen Prozess durch. Die Kir­che selbst hat mit einer Identitätsstörung zu kämpfen. Bei der Interpretation des Begriffes „Tradition" beispielsweise zeigt sich ein bedeutender Auffassungsunter­schied zwischen alten Pfarrern, die ihre Ausbildung vor 1949 erhielten, und ihren jungen Amtsbrüdern, die nach 1989 in Nyíregyháza saldiert haben. Erstere sehen die vor der Reunierung „latinisierte" griechisch-katholische Glaubenspraxis als tra­ditionell an, und die „Byzantinisierung" erinnert sie an gewaltsame prawoslawi­sche Zeiten. Letztere hingegen betreiben im Geiste des 2. Vatikanischen Konzils die völlige Ausmerzung der lateinischen Elemente und die möglichst vollständige Rückkehr zu den byzantinischen Wurzeln. Der offizielle Standpunkt des Griechisch-Katholischen Bistums Munkács ist darauf gerichtet, die 1949 abgerisse­nen Traditionen fortzusetzen. Aber auch die „byzantinisierende" Auffassung wird stillschweigend oder allenfalls stirnrunzelnd geduldet. In zwei ungarischen griechisch-katholischen Kirchgemeinden in den Vorkar­paten (Tiszabökény, Beregszász) hat sich ein „bleibender Bruch" ereignet. Ein Teil der Gemeinden ist bis heute im Verband der prawoslawischen Kirche geblieben. Die Ursachen dieses Bruches werden in der Studie eingehend analysiert.

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