Istvánovits Eszter: International Connections... (Jósa András Múzeum Kiadványai 47. Aszód-Nyíregyháza, 2001)
Piotr Luczkiewicz: Zum Problem der frühesten germanischen Waffenfunde südlich der Karpaten
103, Abb. 14; GODLOWSKI 1993, 70), die sicherlich germanischen Kriegern zugeschrieben werden können (Abb. 1-2). In beiden Gräbern entsprechen sowohl die Bewaffnung als auch die übrigen Beigaben den Funden der Przeworsk- und OksywieKultur. Im Grab von Cifer wurde ein einschneidiges Schwert, ein Rundschildbuckel vom Typ B. 5—6, eine Schere, ein Rasiermesser und eine Fibel vom Spätlateneschema gefunden. Dieses Grab ist in die Stufe A2 des Chronologieschemas der PrzeworskKultur (= Ende von LTC2 und LTD1) zu datieren (DABROWSKA 1988, 60, 324). Das Inventar von Ihriste enthielt ein einschneidiges Schwert, eine Lanzenspitze und einen konischen Schildbuckel, eine Datierung in die Stufe A3 (= LTD2) ist wahrscheinlich. In den oben erwähten Gräbern galten die einschneidigen Schwerter als eindeutig germanische Ausrüstung. Eine sehr ähnliche Waffe wurde von Szombathy (SZOMBATHY 1901, 335) aus dem Grab 16 von Idria pri Baci in Slowenien (Abb. 3) veröffentlicht. Die erhaltene Länge von 51 cm kommt eher den einschneidigen Schwertern nahe. Da diese Waffen im keltischen Milieu völlig unbekannt sind, könnte es sich hier um ein germanisches Stück handeln. Die übrigen Gegenstände in der Grabausstattung sind aber sicher keltischer (Bandschildbuckel vom Typ Skroba) und römischer (Bronzegefäße) Provenienz. Im ostkeltischen Milieu an der Donau sind zudem extrem lange Messer (mehr als 60 cm) verhältnismäßig häufig anzutreffen (TODOROVIC 1974, 87). Darauf wies auch schon GUSTIN (1991, 16, Taf. 13, 14) hin, und erwähnte dieses Exemplar als ein Messer; somit könnte dieses Stück nicht mehr als germanisch identifiziert werden. Die Aussagekraft anderer Funde ist sehr schwer zu beurteilen. Bei den selten im pannonischen bzw. ostkeltischen Milieu vertretenen Rundschildbuckeln, wie in Bodrogszentmária/Svatá Mária) (Abb. 4), Szekszárd und Velemszentvid, wurde vermutet, daß sie fremde Einflüsse darstellen (vgl. TACKENBERG 1928, 65; HUNYADY 1944, 122; FOLTINY 1958, 71). Allerdings sind runde Schildbeschläge im balkanischen Raum verhältnismäßig häufig anzutreffen; es handelt sich hier um mindestens 27 Fundplätze (vgl. Abb. 10 und Fundliste 1). Zwar könnte die runde Gestaltung des Beschlages auf einen germanischen Ursprung hinweisen, doch gehören diese Formen überwiegend den spezifischen, balkanischen Typen an, die sich mit breiten bzw. extrem breiten Rändern und manchmal abgesetzten Kragen auszeichnen (BOCKIUS 1996,150— 154; LUCZKIEWICZ 1998A, 255-260) (Abb. 5). Sie stammen meistens aus geschlossenen Grabinventaren, wie z.B. die Exemplare von Novo Mesto Grab 169, Sotin Grab 9, Verdun Grab 131, Koinare, Oradea, Pecica, Dojrenci, Brésovo usw., und wurden in eindeutig einheimischen Kontexten gefunden (Nachweise vgl. Fundliste 1). Dies könnte darauf hinweisen, daß die Rundschildbuckel in den allgemeinen Musterschatz der balkanischen Schildbeschläge aufgenommen und im gesamten Bereich der ostkeltischen, dakischen und thrakischen Kultur verwendet wurden. Die Verbreitung der sog. balkanischen Typen reicht auch weit nach Westen und Norden; ähnliche Stücke sind vereinzelt aus der Schweiz (Minusio: STÖCKLI 1975, 92, Abb. 82), Osterreich (Braunsberg: URBAN 1995, 77, Abb. 50; Teurnia: LIPPERT 1992,289, Taf. III, 296, Taf. V), Deutschland (KERSTEN 1940), Polen (Dobrzankowo, Blonie: BOCKIUS 1996, 150-153; LUCZKIEWICZ 1998A, 255-260) und sogar Schweden (Langá: SEHESTED 1878, Taf. XXXVIII: o) bekannt.