Istvánovits Eszter: International Connections... (Jósa András Múzeum Kiadványai 47. Aszód-Nyíregyháza, 2001)
Piotr Luczkiewicz: Zum Problem der frühesten germanischen Waffenfunde südlich der Karpaten
Zum Problem der frühesten germanischen Waffenfunde südlich der Karpaten Piotr Luczkiewicz Im vorliegenden Beitrag wird ein Interpretationsversuch einiger Waffenfunde der ausgehenden Latènezeit in der Zone südlich der Karpaten unternommen, die üblicherweise als Fremdkörper im einheimischen Milieu angesprochen wurden. Die Zahl der relevanten Funde ist zwar spärlich, sie können aber einige Impulse zur Diskussion über die vermutliche frühe Anwesenheit von germanischen Elementen außerhalb ihrer Kernzone geben. Die Materialgrundlage der Überlegungen bilden die Informationen über zehn bereits publizierte Fundplätze (vgl. Katalog 1, Abb. 9), wobei es sich nur in zwei Fällen um geschlossene Grabinventare handelt. Obwohl dieses Problem schon mehrmals im Blickpunkt der archäologischen Forschung (TACKENBERG 1928/29, 263-274; HUNYADI 1944, 122; BONA 1963, 249-255; GODLOWSKI 1993, 65-70; KACZANOWSKI 1993, 131-156) stand, sind die Meinungen der Forscher stark geteilt. In diesem Zusammenhang sind folgende Forschungsprobleme von Belang: die Definition der germanischen bzw. germanisch geprägten Elemente der kriegerischen Rüstung (im Gegensatz zu dem allgemeinen Bewaffnungsmuster) als Hinweis auf die ethnische Zugehörigkeit der erwähnten Funde. Zu Uberprüfen bleibt auch die Frage, ob sich anhand der Bewaffnung verschiedenartige interkulturelle Beziehungen in der Form von Bevölkerungsverschiebungen bzw. von Mobilität der Menschen feststellen lassen. Dabei muß aber zu bedenken gegeben werden, daß sich schriftliche Nachweise von Wanderungen germanischer Gruppen oder einzelner Krieger nach Süden und eine Teilnahme an dortigen kriegerischen Auseinandersetzungen während der ausgehenden Latènezeit nicht erbringen lassen. Ausgangsbasis für die Erforschung dieser Fragenkomplexe sind vor allem die Arbeiten von K. Tackenberg, der sich im Rahmen seiner Untersuchungen mit den germanischen Materialien südlich der Kernzone auseinandergesetzt hat. In einem 1928 erschienen Aufsatz schrieb er: „Unerwartet wurden in den bulgarischen Museen germanische Funde beobachtet. Sie sind z.T. sogar mit unseren wandalischen Funden in Schlesien in Verbindung zu bringen, wie verzierte Lanzenspitzen und Schwerter" (TACKENBERG 1927/28, 101-103). Die kulturelle Zuweisung der erwähnten Funde aus dem Karpatenbecken muß erneut überprüft werden. Bislang sind diese Funde auch in anderem Publikationen nicht aufgetaucht, bzw. wurden nicht von anderem Wissenschaftlern identifiziert. Im folgenden werden die Rundschildbuckel, die einschneidigen Schwerter, die Schwertscheiden mit Leitermuster und sporenförmigem Ortband sowie die geätzten Lanzenspitzen aus dem Raum südlich der Karpaten vor dem Hintergrund des Vergleichsmaterials aus anderen Fundlandschaften Europas vorgestellt, um dann die mögliche Herkunft dieser Gegenstände und evtl. ihrer Träger zu diskutieren. Keine Zweifel in dieser Fundgruppe erwecken nur die Grabinventare von Cifer (Slowakei) (BONA 1963, 250-252; GODLOWSKI 1993, 70) und Ihriste (Slowakei) (PIETA 1974, 102,