Istvánovits Eszter: International Connections... (Jósa András Múzeum Kiadványai 47. Aszód-Nyíregyháza, 2001)

Andrzej Kokowski: Zur Herkunft einiger Amulette im Kreise der Gotenkultur

„ethnischen" Interpretierung dieser Amulette deutlich verstärkt. Ein Novum ist lediglich die bisher unbekannte Konzentration von Purpurschnecken-Amuletten auf dem Gebiet der Maslomçcz-Gruppe (Abb. 3). Interessant ist im Lichte der obigen Feststellungen der einzigartige Fund solcher Muscheln im Kontext der sarmatischen Materialien (Ust' Labinskaja, Hügelgrab 29 ­GUSCINA-ZASECKAJA 1994, 134, tab. 35: 332) - es sei denn, daß man die Muschel, die in HAMPEL 1894, 263, Abb. 2 veröffentlicht wurde, mit dem sarmatischen Grab verbinden kann. Das könnte bedeuten, daß dieser Typ von Amuletten durch die Goten zu den Sarmaten gelangte. Am meisten umstritten ist die Tatsache, daß im Kreis der Gotenkulturen auch andere große Muscheln aus der Familie Cypraea auftreten. Die Frage ihres Vorkommens in der späteren römischen Kaiserzeit im Gebiet der germanischen Kulturen wurde in der Literatur mehrmals erörtert (z.B. VOIGT 1952; WERNER 1964, 179-181; WERNER 1988, 263-264; NOLL 1984). Ihre Verbreitung im Gebiet der germanischen Kulturen östlich der Elbe zeigt im Lichte der neuesten Forschung mindestens 44 Funde an 40 Fundstellen. Die überwiegende Mehrzahl gehört den Kulturen des gotischen Kreises an, da nicht weniger als 18 Exemplare in den Komplexen der Marosszentanna/Sîntana de Mureç-Kultur gefunden wurden, 14 sind an die Cernjachov-Kultur und 6 weitere an die Wielbark­Kultur zu binden. Vom Territorium der Maslomecz-Gruppe sind solche Amulettfunde bis zum heutigen Tag nicht bekannt. Darüber hinaus erwähnenswert sind noch einzeln auftretende Funde aus dem Gebiet Tschechiens und der Slowakei - insgesamt nur 5 Exemplare und Einzelstücke vom Gebiet der Przeworsk-Kultur und der Luboszyce-Kultur. Dieser Zustand kann mit den in diesen Kulturen vorherrschenden Brandbestattungssitten erklärt werden, die eigentlich zur Vernichtung solcher Grabbeigaben geführet haben müßten. Man sollte jedoch hervorheben, daß alle übrigen Stücke, mit Ausnahme des Fundes von Wilhelmsau, zur Ausstattung von Skelettgräbern gehörten oder Sonderfunde sind, die ursprünglich mit solchen Gräbern verbunden sein könnten. Noch interessanter ist, wie die Cypraea-Muschûn getragen werden konnten. Alle Exemplare vom Gebiet der Wielbark-Kultur sowie der Einzelfund aus dem Komplex der Luboszyce-Kultur wurden in Form gebundener Anhänger aus einem „vierstrahligen" Bronzeblech getragen, während alle anderen mittels einer Ose angehängt wurden, die am häufigsten aus Kupferdraht angefertigt waren. Ein Vergleich des in der vorliegenden Bearbeitung vorgestellten Verzeichnisses mit zwei anderen zeigt folgendes. Das erste, von A. Vaday für die von Sarmaten besetzten Balkangebiete zusammengestellt, umfaßt Exemplare von 29 Fundstellen (VADAY 1989, 13, 299, Abb. 7). Die Autorin ist fest überzeugt, daß die Mehrzahl der Funde im Barbaricum aus dem Karpaten-Becken stammt (VADAY 1989, 58). Das stimmt mit der oben angeführten Liste der germanischen Funde zwar nicht überein, unumstritten ist aber, daß wir es an der mittleren Theiß mit einer deutlichen Konzentration der uns interessierenden Amulette zu tun haben.

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