Istvánovits Eszter: International Connections... (Jósa András Múzeum Kiadványai 47. Aszód-Nyíregyháza, 2001)
Andrzej Kokowski: Zur Herkunft einiger Amulette im Kreise der Gotenkultur
Die Karte der Verbreitung der oben beschriebenen Anhänger zeigt eine große Konzentration solcher Funde in den Gebieten der Marosszentanna/Sîntana-de-Mure§Kultur und der Maslomecz-Gruppe. Innerhalb der ersten hat man auch eine große Werkstatt lokalisiert, wo Hirschgeweihe zu Kämmen verarbeitet wurden; bei dieser Produktion waren Anhänger aus Rosen der Hirschgeweihe ein Nebenprodukt (PALADE 1981, 212-213, Abb. 21: 8-11; KOKOWSKI 1999A, 82, Abb. 100). Einzelfunde wurden auch im Gebiet der Przeworsk-Kultur und im Böhmischen Becken registriert. Drei weitere, die man der Cernjachov-Kultur zuschreiben kann, kamen in der Nähe des Territoriums ihrer größten Konzentration zutage (Abb. I) 2 . Die oben dargestellte Karte vermittelt, daß die Amulette aus Hirschgeweihrosen vorwiegend vom insgesamt kleineren Teil der Gotengesellschaft getragen wurden. Bisher wurden solche Amulette im Fundmaterial der Sarmatenkulturen nicht registriert. Die Präsenz von Einzelfunden im Böhmischen Becken und in den Gebieten der Przeworsk-Kultur kann in der ausgehenden römischen Kaiserzeit mit den wachsenden gotischen Einwirkungen in Verbindung stehen (Wanderungen von kleinen Gruppierungen), die letztendlich unter anderem das Gräberfeld in Zerniki Wielkie in Schlesien (ZOTZ 1935), das Vorkommen der Fibel Typ Grodek-Fîntînele-Rît in der PrzeworskKultur Siedlung in Jakuszowice (KOKOWSKI 1999D, 316; KOKOWSKI 1999C, 731, Abb. 57, 827), wie auch die Verbreitung der Kämme mit dem glockenförmigen Griff (CNOTLIWY 1996, 108, Abb. 2) nach sich gezogen haben. Interessant ist, daß ein solcher Fund der Przeworsk-Kultur in der Ortschaft Mierzanowice als Beigabe eines Körpergrabes gefunden wurde, was im Begräbnisritus dieser Kultur äußerst selten ist. Außerdem wurden dabei Bestandteile der Trachten aus der Stufe Cla freigelegt, die dem Stil nach als „gotisch" bezeichnet werden könnten (GAJEWSKI-KOKOWSKI 2000), was wiederum die These über das Vordringen der gotischen Bevölkerung ins Territorium der Przeworsk-Kultur befürwortet (KOKOWSKI 1994, 20). Theoretisch könnte es möglich sein, daß die Methode der Herstellung der Amulette aus Hirschgeweihrosen von den Römern übernommen wurde, wovon zahlreiche Funde solcher Gegenstände im Kontext der römischen Legionslager zeugen (z.B. HEILIGMANN 1990, Taf. 45: 25, 47: 1). Es scheint aber, daß diese oft sehr reich (auch mit phallischen Symbolen) geschmückten Gegenstände mit einer anderen Tradition verbunden waren, die sich in den römischen Provinzen und im Kreis der Legionen entwickelt hatte, und zwar unabhängig von der bestehenden Nachfrage nach Amuletten aus denselben Fragmenten der Hirschgeweihe in den südwestlichen Teilen der Gebiete, wo Kulturen des Gotenkreises ansässig waren. Eine andere Kategorie der Amulette, die besonders zahlreich in den Gräbern der Maslomçcz-Gruppe vorkommen, sind Anhänger aus Keilerhauern (Wildschweinhauern). Selten gefundene Exemplare dieses Typs (17 Funde an 9 Fundstellen) sind vor allem aus dem Hrubieszów-Becken sowie aus dem schmalen, zwischen diesem und Moldau bzw. dem Walachischen Tiefland liegenden Gebiet bekannt (Abb. 2). 2 Bekannt sind mir noch zwei Funde aus Skandinavien, die im Moor ohne weitere Gegenstände gefunden (Näsbyholm, Ksp. Gärdslöv, Schonen und Sjödikena, Ksp. Svedala, Schonen - Schweden) und vom Autor auf 6000 vor Chr. datiert wurden (KJELLMARK 1939). Es ist aber sehr wahrscheinlich, daß die beiden Stücke einfache Opferfunde aus der römischen Kaiserzeit sind.