Istvánovits Eszter: International Connections... (Jósa András Múzeum Kiadványai 47. Aszód-Nyíregyháza, 2001)
Mihály Kőhegyi - Gabriella Vörös: Bestattungsbräuche in dem sarmatischen Gräberfeld von Madaras
Einen besonderen Akzent in den Grabbräuchen setzen die Tierbestattungen. In etwa einem Viertel der Gräber fanden wir verschiedene Tierknochen. Ihre Untersuchung ist bedauerlicherweise noch nicht erfolgt. In unmittelbarer Nähe des Grabes 121, aber in einer separaten, regelmäßig angelegten Grube, fanden wir das komplette Skelett eines Hundes. Neben dem Schädel lagen weitere Tierknochen (Gans, Huhn?). Das Grab des Hügels 448 war vollkommen ausgeraubt, es fanden sich nicht einmal menschliche Knochensplitter. An seinem unzerstörten nördlichen Ende lagen auf dem Grund einer Grube die Knochen eines Hundes (vielleicht diente das ganze Grab zur Beerdigung des Hundes). Sein Schädel war nach hinten gedreht, das linke Vorderbein unter den Schädel hochgezogen, das linke Hinterbein hinter den Schädel zurückgebrochen. Die rechten Vorder- und Hinterbeine waren nach hinten verdreht und die Wirbelsäule halbkreisförmig verbogen, Veränderungen, die nur vor Eintritt der Leichenstarre möglich waren. Die gesamte Position des Tieres deutet auf eine sorgfältige, zielbewußte Bestattung hin. Der Hund wurde getötet. An der rechten Schädelseite befand sich ein von einem starken Schlag stammenden Einriß, an dem die Knochen zersplittert waren. Im Bereich des Halswirbels lagen etwa 40 Eisenplättchen verstreut, in unterschiedlichen Größen von einer Linse bis zu einer Zehnfiliermünze; möglicherweise stammen sie von einer Kette oder einer Glocke. Hundebeerdigungen kennen wir von Friedhöfen aus der Gegend des unteren Don (JEFANOV 1968, 138) und aus der Azov-Gegend (VJASMITINA 1952, 222). Ihr rituell-magischer Hintergrund konnte bisher nicht aufgeklärt werden. Im oberen Teil des Hügels 256, in einer Tiefe von 0,45-0,65 m, fanden sich im Schacht einer Raubgrabung Reste einer Pferdebestattung. Während die Wirbelsäule hinter dem Hals durchgetrennt und der Schädel sorgfältig auf das eingeknickte rechte Vorderbein gestützt war, fanden sich die unteren Rippen in anatomischer Ordnung. Das war nur möglich, wenn sich der Schädel, die Wirbelsäule, Teile der Rippen und das linke Vorderbein in der Haut befanden und das Pferd in diesem Zustand beerdigt wurde. Für weitere Einzelheiten aus diesem interessanten Gräberfeld sei noch einmal auf die geplante Publikation verwiesen. (Redaktion: Christian Radtke MA., Archäologisches Landesmuseum, Schloß Gottorf, Schleswig)