A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 49. (Nyíregyháza, 2007)

Régészet - Lukács József: Arpadenzeitlicher Siedlungsteil beim Fundort Nyíregyháza–Pazonyi út

Árpád-kori teleprészlet Nyíregyházán a Pazonyi út mellett Arpadenzeitlicher Siedlungsteil beim Fundort Nyíregyháza—Pazonyi út Im Zuge der Freilegung kamen 26 arpadenzeitliche Objekte zum Vorschein, darunter 10 Gruben, ein Brunnen, 6 freistehende Öfen mit Vorraumgrube, zwei Ofenblöcke - beide mit je zwei Öfen bzw. gemeinsamer Arbeitsgrube, ein stallartiger, im Boden eingelassener Bau, vier Häuser und eine Koppel. Die Häuser sind aus typologischer Sicht charakteristische Denkmäler des Zeitalters: leicht im Boden versenkte, abgerundete Rechteckformen von 8-9 m 2 Größe, mit einem Pfostenloch ­eines ausgenommen - entlang der südlichen Mauer, einer Arbeitsgrube bzw. einem Ofen. Die in den Häusern befindlichen Herde haben in zwei Fällen rechteckige und in einem Fall Birnenform, während alle freistehenden Öfen zu der letzteren Kategorie gehören. Im Fall der Gruben lassen sich zwei Grundtypen absondern: die bienenkorbförmigen - sie enthielten im Verhältnis mehr Funde - und die Gruben mit nach innen abfallenden Seiten. Zur Fest­stellung des Siedlungsgefüges wurden nicht genügend Objekte freigelegt. Den größeren Teil der Funde bildet das Keramikmaterial. Daran nimmt mit außerordent­lich hohem Anteil der Typ des in der Schulter ausbauchenden Topfes teil, wohingegen die sonsti­gen Gefäßtypen - Schüsseln, Deckel, Tonkessel - kaum zu einem Prozent vertreten sind. Für ihre Verzierung ist die eingeritzte oder gefurchte (Wellen-) Linie bzw. das Linienbandmuster, schräg oder waagerecht verlaufende Einschnitte, die mit der Fingerspitze eingedrückte Punktreihe und das Rädchenmuster kennzeichnend, welche man am Hals oder der Schulter bzw. seltener an der ganzen Gefaßwand antrifft. Ihre Farbe ist bräunlichgrau oder graubraun, etliche sind sekundär gebrannt, ihr Material wurde mit Sand, winzigen Kieseln und seltener mit Kalkbrocken gemagert. Desweiteren enthält das Fundmaterial, wenn auch zu einem geringen Prozentsatz, tonglasierte und eifarbige Ge­fäße - überwiegend Töpfe - mit der obigen Ausarbeitung und Verzierung. Lediglich drei Eisengegenstände kamen ans Licht, von denen nur ein Eisensporn identifi­ziert werden konnte. Die freigelegten - an Ort und Stelle identifizierten - Tierknochen stammten großenteils von Rindern und von Hunden. Eine Datierung der Siedlung gestattet das Fundmaterial nur in groben Zügen. Die oben auf­gezählten Verzierungsformen verbreiten sich in der Arpadenzeit schon Ende des 10. Jahrhunderts, ihre Verwendung reicht bis ins ausgehende 13. Jahrhundert. Die Möglichkeit zur genaueren Datie­rung bietet ein Tonkessel, dessen obere chronologische Grenze der Anfang des 14. Jahrhunderts ist, sowie ein Eisensporn mit spitzendigem Kugeldorn bzw. leicht gewölbtem Bügel, wie er Mitte des 13. Jahrhunderts in Gebrauch war. Auf Grund des oben Gesagten ist die Siedlung in den Zeitraum Anfang bis Mitte des 13. Jahrhunderts zu datieren. József LUKÁCS Jósa András-Museum Nyíregyháza H-4401, Pf. 57. e-mail: joacin@freemail.hu 227

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