A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 47. (Nyíregyháza, 2005)
Régészet - Révész László: Das landnahmezeitliche Gräberfeld von Tiszavasvári–Aranykerti tábla (nach der Grabung von István Dienes)
Honfoglalás kori temető Tiszavasvári-Aranykerti táblán Der Fundort liegt nördlich von Tiszavasvári (Kom. Szabolcs-Szatmár-Bereg). Früher hat man das nördliche Drittel des NO-SW verlaufenden Höhenzuges als Sandgrube genutzt. Nachdem diese erschöpft war, wurde Anfang April 1971 in der Mitte des Hügels eine neue Grube eröffnet. Hier kamen bei Förderarbeiten die ersten Gräber (Abb. 1, Abb. 17.1) ans Licht. Nach den verfügbaren Angaben stieß man im Gebiet des Gräberfeldes von Tiszavasvári in 20 Gräbern auf 21 Bestattungen (Abb. 16). Bei Beginn der Notgrabung erwiesen sich vier der Gräber (A, B, C, D) als vollständig verwüstet, so dass ihre Stelle nur noch ungefähr nach den Angaben der Grubenarbeiter registriert werden konnte. Darüber hinaus waren vier weitere Gräber (1, 2, 3, 12) mehr oder weniger gestört, ihr Fundmaterial gelang es aber größtenteils freizulegen bzw. aufzulesen. Zudem hielt es der Ausgräber, I. Dienes, für nicht ausgeschlossen, dass wegen des Sandabbaus ein oder zwei Gräber spurlos untergegangen sind, worauf auch der beträchtliche Abstand zwischen den Gräbern 1 und 2 bzw. 11 und C (6,5 bzw. 10,5 m) hinzudeuten scheint. Dass noch mehr Gräber untergingen, ist kaum wahrscheinlich, da bereits über das Auffinden des ersten Grabes (A) in der neu eröffneten Sandgrube Informationen vorliegen, selbst wenn das Grab verwüstet wurde und seine Funde verschwanden. Meiner Meinung nach besteht auch kaum die Gefahr der Vernichtung einer größeren Zahl von weniger tief ausgehobenen Kindergräbern, da die Tiefe der drei einzelnen Kindergräber (9, 13, 14), gemessen von der gegenwärtigen Oberfläche, zwischen 75 und 120 cm schwankt, so dass weder Erosion noch eventuell ein länger zurückliegendes Tiefpflügen sie stören konnten. Auf Grund dessen darf man das Gräberfeld als nahezu restlos freigelegt betrachten. Zur Umsicht gemahnt zwar, dass nur ein 2,5-3 m breiter Streifen von den äußeren Gräbern der Ost- und Westseite des Gräberfeldes an erforscht wurde und sich die Grenze des erschlossenen Areals im Norden ebenfalls knapp 5 m hinter dem letzten Grab erstreckt. Momentan ist jedoch nichts darüber bekannt, dass beim Sandabbau nach der Grabung neue Bestattungen zum Vorschein gelangt wären. Die Verteilung der Bestatteten nach ihrem Geschlecht ist relativ gleichmäßig: neben sieben Männer- und acht Frauengräbern wurden vier Kinder- bzw. Säuglingsgräber freigelegt. Bei zwei Verstorbenen (Grab A, 10) ließ sich das Geschlecht mangels verwertbarem anthropologischem Material nicht bestimmen. Das Lebensalter der hier ruhenden Männer war überraschend hoch: vier der sechs gut erhaltenen Skelette verstarben im Alter von über 50 Jahren, die beiden anderen waren jeweils 15-22 (Grab 12) und 35-39 (Grab 7) Jahre alt. Demnach hat man die Mehrheit der adulten männlichen Mitglieder der Gemeinschaft nicht hier bestattet. Im Fall der Frauen ist die Situation genau umgekehrt: Unter den acht Frauenskeletten waren fünf (Grab C, D, 2, 5, 16) adulten Alters, zwei weitere (Grab 6, 11) begrub man im Alter von 39-48 Jahren, und nur die Tote im Grab 15 dürfte ein Lebensalter von 48-52 Jahren erreicht haben. Unter den Kindern befand sich ein Säugling, zwei verstarben im Alter von 1,5-2 bzw. 3-4 Jahren, und nur eines der Kinder wurde 9-11 Jahre alt. Im Gräberfeld von Tiszavasvári fehlen also verblüffender Weise die an anderen Fundorten in größerer Zahl vertretenen Toten juvenilen Alters. Frauen- und Männerbestattungen lagen zwar nicht abgesondert voneinander, dennoch ist es bemerkenswert, dass man im nördlichen und westlichen Flügel ausschließlich Frauen- bzw. Kindergräber vorfand. Die Benutzungszeit des Friedhofs relativ genau festzustellen, ist keine leichte Aufgabe. Denn das Gros der in den Gräbern zum Vorschein gelangten Beigaben bilden Gegenstandstypen (mit eingetieften Kreisen und vier Blättern verzierter Lockenring, Ohrring mit Perlreihenanhänger, Drahtarmringe, gepresste Rosetten, Anhänger, rhombischer Kleiderschmuck, Beilhacke), die von Anfang des 10. bis Anfang des 11. Jahrhunderts ständig in Gebrauch sind, während andere Funde (offene Lockenringe, Bandfingerringe, Gewandschmuck mit Anhängern, lyraförmige Schnallen, Stücke der Bogenschützenausrüstung und Pferdegeschirr) sogar bis zum letzten Drittel des 11. Jahrhunderts vorkommen. Nur wenige Fundgegenstände sind darunter, mit deren Gebrauch man