A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 44. (Nyíregyháza, 2002)
Néprajz - László Fábián: Haar und Haartrachten sowie ihre Pflege in den 1920er–1930-er Jahren in Csenger
A haj és a hajviseletek, valamint gondozásuk Csengerben az 1920-30-as években Haar und Haartrachten sowie ihre Pflege in den 1920er-1930er Jahren in Csenger Eines der demonstrativen Elemente der Folklore ist die Haartracht und bei den Männern die diese ergänzende Schnurrbarttracht. Die vorliegende Studie behandelt die ehemals in Csenger getragenen Haarformationen und Schnurrbarttrachten bzw. geht auch auf deren Pflege ein. Die besagte Epoche, ein noch zu erforschender Zeitraum, fallt in die 1920er1930er Jahre. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, befasst sich der Autor auch mit den historischen Fragen der Haartrachten und innerhalb dessen mit der Geschichte der ungarischen Haar- und Schnurrbarttrachten. Im ersten Teil der Studie geht es um die biologisch-physiologischen Merkmale des Haares, die Haartypen und Haarfarben. Man erfahrt, dass sich bei der räumlichen Verteilung der Haarfarbe in Ungarn ein interessantes Bild ergibt, dass der Anteil von dunklem Haar 78 % beträgt und sich im nordöstlichen Teil der Tiefebene verdichtet. Auch über die Glatzköpfigkeit enthält dieser Teil einige interessante kulturhistorische Fakten. Der Volksmund verband mit dem Haar bzw. der Behaarung zahlreiche verschiedene abergläubische Vorstellungen. Ihre Präsentation fußt überwiegend auf dem Szatmárer FolkloreMaterial, ergänzt natürlich mit der Sammlung von Csenger. Die europäischen Haartrachten konnten trotz des reichen Quellenmaterials nur in großen Zügen besprochen werden, und zwar wegen des begrenzten Umfangs der Publikation. Wie man weiß, waren die Haartrachten einst Träger von ethnischem und Identitätsbewusstsein. Sehr wichtig für uns ist die Entwicklung der Haartracht des Ungartums, von der wir uns Dank der wortkargen Beschreibungen zeitgenössischer Chronisten und der archäologischen Freilegungen sowie mit Hilfe bekannter östlicher Analogien dennoch ein relativ genaues Bild machen können. Detailliert untersucht der Verfasser die von der europäischen krass abweichende Haartracht der landnehmenden Ungarn, deren Veränderungen er dann durch das Mittelalter bis hin zum Beginn der Neuzeit verfolgt. Als weiteres wichtiges Element betrachtet die Studie die Entwicklung der ungarischen bäuerlichen Haartracht, ihren sowohl zeitlich wie auch räumlich reichen Formschatz sowie die Art und Weise ihrer Pflege, liegen diese doch bereits innerhalb absehbarer Zeitgrenzen und beziehen sich selbverständlich auch auf die zeitgenössischen Verhältnisse in Csenger. Zu dieser Epoche am Beginn des 19. Jahrhunderts liegen schon reichlich Angaben und vor allem Illustrationen vor. Anschließend schildert der Autor ganz konkret die im Titel erwähnten Haar- und Schnurrbarttrachten von Csenger bzw. geht auf deren Pflege ein. Mit Hilfe von Datenpublikationen lassen sich diese von der Kindheit an bis ins hohe Alter bzw. bis zum Tode verfolgen. Sehenswert waren die Haartrachten hauptsächlich beim weiblichen Geschlecht, obwohl sie viele Probleme bereiteten. Den Schnurrbart hielt das Ungartum fur ein Symbol der Männlichkeit. Man trug ihn in den verschiedensten Formen, er wurde gehegt und gepflegt. Über die historischen Fragen der Schnurrbarttracht hinaus kann man so die in Csenger getragenen Schnurrbarttypen studieren bzw. kennenlernen. 219