A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 43. (Nyíregyháza, 2001)

Néprajz - Lujza Ratkó: Gedanken zum Jahrtausendende über den Wertbegriff der Ethnographie

Ezredvégi gondolatok a néprajztudomány értékfogalmáról Gedanken zum Jahrtausendende über den Wertbegriff der Ethnographie In der ungarischen Ethnographie besteht gegenwärtig im Zusammenhang mit dem Wertbegriff eine ziemlich widersprüchliche Situation. Einerseits strebt unsere Disziplin nach einer der grundlegenden methodischen Anforderungen der modernen positivistischen Wissenschaft, nach Wertungsfreiheit. Mit anderen Worten sie enthält sich einer Qualifizierung des Untersuchungsgegenstandes - wohinter sich offensichtlich die Absicht objektiv zu bleiben, d.h. subjektive Faktoren auszuschließen, verbirgt. Andererseits bildet sie sich gelegentlich dennoch ein Werturteil, indem sie einzelne Ausdrucksformen der volkstümlichen Kultur auf Grund verschiedener Aspekte als wertvoll, weniger wertvoll oder wertlos qualifiziert. Die möglichen Gesichtspunkte der Bewertung sind jedoch noch unausgereift, lediglich aus ihrer Anwendungspraxis kann man auf sie schließen. Am häufigsten kommen im Zuge der Bewertung ästhetische („schön"), historische („alt", „selten") oder typologische („vollständige Variante", „minderwertige Variante") Aspekte zur Geltung - d.h. ausnahmslos solche Gesichtspunkte, an die ehemaligen Benutzer des untersuchten Gegenstandes meist gar nicht dachten. Die latente Wertordnung der Wissenschaft unterscheidet sich also - wie es scheint ­in hohem Maße von der inhärenten Wertordnung der volkstümlichen Kultur, und das ist in erster Linie deshalb ein Problem, weil weder die eine, noch die andere, noch das Verhältnis beider zueinander geklärt sind. Zudem fehlt auch eine ausführliche Darlegung dessen, was für die ethnographische Wissenschaft überhaupt einen Wert bedeuten kann. Auf diese Weise, ohne ernsthafte theoretisch-anschauliche Begründung und exakte Definition, erscheint der Begriff des Wertes lediglich als Hintergrundaxiom. Die vorliegende Studie versucht die damit im Zusammenhang stehenden Probleme zu klären: 1) Sie skizziert die Kriterien, auf deren Grundlage, wie im Falle der Anwendung der obigen Bewertungsaspekte, der inhärente und wesentlichere Charakter bzw. Wert der untersuchten Objekte zu erschließen ist. 2) Sie bestimmt, was nach den neuen Gesichtspunkten als Wert betrachtet werden kann. 3) In engem Zusammenhang damit klärt sie weiters, für wen (die Ethnographie, den Schöpfer bzw. ursprünglichen Benutzer des Werkes, die Gemeinschaft, das Individuum, die Nation) die untersuchten Erscheinungen der volkstümlichen Kultur einen Wert repräsentieren können und auf welche Weise. Übersetzt von Gotlind B. Thurmann Lujza RATKÓ Museumsdorf Sóstó Sóstógyógyfürdő H-4431 Tölgyes u. 1.

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