A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 43. (Nyíregyháza, 2001)

Régészet - Gyula Rosner: Das Kermaikhandwerk und seine ethnischen Beziehungen in Südostpannonien im frühawarischen Zeitalter

Rosner Gyula Das Keramikhandwerk und seine ethnischen Beziehungen in Südostpannonien im frühawarischen Zeitalter Mit der awarischen Landnahme 566-568 veränderte sich das ethnische Bilde des Karpatenbeckens grundlegend. Sowohl die Schriftquellen (Paulus Diaconus), als auch die durch archäologische Forschungen gesicherten „Quellen" deuten stark auf die Möglichkeit der Entstehung eines „Bevölkerungsvakuums" hin. Dennoch begegnet man in den früh­awarischen Gräberfeldern Pannoniens solchen archäologischen Erscheinungen und Funden germanischer Prägung, die sich auf Grund unserer früheren Kenntnisse kaum interpretieren lassen (ROSNER 1999. 154-156.). Gegenwärtig sind vom Gebiet der besagten geographischen Einheit aus Publikationen zwei - vollständig erschlossene - frühawarenzeitliche Gräberfelder bekannt, welche die Anwesenheit der langobardischen wie auch der gepidischen Bevölkerung Ende des 6. bis Anfang des 7. Jahrhunderts zu bestätigen scheinen (Kiss 1996., ROSNER 1999.). Das Vorhandensein der eingestempelt verzierten Keramiken in frühawarenzeitlichen Gräberfeldern vermittelt den Eindruck, als hätten die mit der Romanisierung bekannten Töpferwerkstätten ihre Produktion fortgesetzt. Das wäre in dem Falle real, wenn man auch das Grundmaterial der Gefäße (seine Schlemmqualität) an die Technologie der Germanenzeit binden könnte. Die besagten Gefäße aber wurden in awarischen Werkstätten hergestellt, mit awarischen Schlemmverfahren und Brennkenntnissen. Zu dieser Feststellung berechtigen die Ergebnisse der im Lehrreaktor der Budapester Technischen Universität durchgeführten Neutronenaktivierungsanalysen (BALLA 1990., ROSNER 1989. 125-130.). Das Wesentliche der Untersuchung: den durchgebrannten Mauern der in den freigelegten Werkstätten befindlichen Brennöfen und dem „Ausschussmaterial" entnahm man wenige Gramm wiegende Proben, die sozusagen als Etalon zur Untersuchung weiterer „Proben" dienten. Die Messungen bei Bestrahlung der zu analysierenden Stoffe ergaben eine Menge von insgesamt 38 Spuren-elementen, wobei die Ergebnisse einander zugeordnet oder voneinander getrennt werden konnten. Mit dieser Methode wurde es möglich, den Produktionsort der Gcfaß>e zu bestimmen. Auf Grund der Untersuchungen gelangten wir zu dem Schluss, dass die awarische Besetzung - des Jahres 566 - im Wesentlichen zur Vernichtung des gepidischen Königtums führte. Tatsächlich hat dieses Volk zwar einen ernsthaften Blutverlust erlitten, doch von seinem „Verschwinden" kann man nicht sprechen. Die Anwesenheit der Langobarden im awarischen Zeitalter ist heute noch nicht eindeutig nachgewiesen. Gewiss ist auf jeden Fall, dass einzelne Gruppen unter den Germanen mit dem Awarentum zusammentrafen und dass deren Assimilierung - so deuten es die Funde an - sehr rasch erfolgt sein dürfte. Übersetzt von Gotlind B. Thurmann Gyula ROSNER Paks H-7030 Újtemplom u. 26. 164

Next

/
Oldalképek
Tartalom