A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 39-40. - 1997-1998 (Nyíregyháza, 1998)
Régészet - Josip Kobal’: Römerzeitliche Waffenbestattungen in der Karpatoukraine und die Barbarenangriffe auf den Limes
Kobály József Römerzeitliche Waffenbestattungen in der Karpatoukraine und die Barbarenangriffe auf den Limes Durch ihre geographische Lage hat die Gegend am Oberlauf der Theiß, und innerhalb dessen die Karpatoukraine, stets eine wichtige Rolle in den Beziehungen der Völker Osteuropas und des Karpatenbeckens gespielt. Zur Römerzeit, Anfang des 2. Jahrhunderts, rückte der römische Limes (Provinz Dazien) in die unmittelbare Nähe dieser Region, und die Barbarenvölker knüpften zu den Bewohnern der Provinz engere Beziehungen. Diese Beziehungen waren nicht immer friedlich. Mitte des 2. Jahrhunderts, als die Markomannenkriege tobten, verschärfte sich das Verhältnis. Laut Zeugnis der Schriftquellen (Cassius Dio) überquerten zur selben Zeit die germanischen Vandalenstämme (Viktovalen, Hasdinger) die nördlichen Pässe der Karpaten, und trafen hier auf die römischen Einwohner der Provinz Dazien, während dessen sie die Nordwestgrenze der Provinz mehrmals angriffen. Die archäologischen Funde der Karpatoukraine (in erster Linie die Waffengräber der Przeworsk-Kultur: Ardanovo (Ardánháza), Stanovo (Sztánfalva), Swaljawa (Szolyva), Bratovo bestätigen die Angaben der Schriftquellen in vollem Umfang. Bei einer Analyse der alten Funde konnte festgestellt werden, daß es sich nicht um Einzel- oder Streufunde, sondern um ausgedehnte Gräberfelder handelt. Die Mehrzahl der Waffenfunde ist in die Perioden B2b/Cla-Cla zu datieren. Darunter gibt es mehrere reich mit Waffenbeigaben (Schwerter, einige Lanzen, Schild, Sporn) ausgestattete Gräber (Ardanovo 1, Ardanovo 2, Swaljawa), in denen man wohl Personen mit hoher gesellschaftlicher Position, vermutlich Truppenführer, beigesetzt hatte. Der karpatoukrainische Horizont der Waffenbestattungen vom Typ Przeworsk hängt eng mit den römerzeitlichen Siedlungen zusammen. Denn im Material der Siedlungen kam eine Vielzahl Keramik des Typs Przeworks zum Vorschein, was darauf schließen läßt, daß die Zahl der germanischen Bevölkerung, die sich in den westlichen Ebenen der Karpatoukraine ansiedelte, beträchtlich gewesen ist. Sie veränderte die lokale dakische Kultur, und das führte zur Herausbildung einer neuen kulturellen Erscheinung. Diese weicht eindeutig von dem in der Osthälfte der Karpatoukraine beheimateten archäologischen Material des Isa-Typs ab, aber ebenso wenig kann man sie an die Kultur der karpatoukrainischen Bevölkerung der Kurgangräber (Podkarpatzkaja kurgani) binden. Übersetzt von Gotlind B. Thurmann Josip KOBAL' Kárpátaljai Helytörténeti Múzeum Ukrajna Uzshorod 294000 vul. Kapitul'na 33126