A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 36. - 1994 (Nyíregyháza, 1995)

László A. Horváth: Neue Funde von Szentes-Ilonapart

Neue Funde von Szentes-Uonapart di-Str. gefundenen Vinca A-zeitlichen Gefäß (TROG­MAYER 1980.300., TROGMAYER 1982. Abb. 1:1.) hingewiesen werden. Am Ende der erste Periode der ALK tauchen diejenigen dünnwandigen und alleinlaufenden eingeritzten Ver­zierungen auf, die auch für die hier abgebildeten Exemplare kennzeichnend sind und die bis zum Ende der ALK fortlebten (KALICZ-MAKKAY 1977.25.). Wegen der paarweise auftretenden Wellenlinien, die an anderen Bruchstücken zu sehen sind (Abb. 12:3,6,9,11) konnten unsere Funde auch mit der Tiszadob-Gruppe parallelisiert werden (KALICZ­MAKKAY 1977.40.). Gleichermaßen erleichtern weder die rhombusförmi­gen Verzierungen, noch die Pfeilspitzmuster die Datie­mng (Abb. 11:2, Abb. 12:2). Sie waren nämlich von der Frühphase der ALK (KALICZ-MAKKAY 1977.35.) bis zur Szarvas-Érpart-Gruppe (KALICZ-MAKKAY 1977.56., GOLDMAN 1983.26. Abb.2.7-9. Abb. 6.8., SIKLÓDI1991. Taf.8.1.,6., Taf.10.1.) in Gebrauch, nur ihr Verhältnis zueinander schwankte im Laufe der Zeit. Das Muster der Abb. 12:2 ist besonderer Beachtung wert. Es besteht aus einem Wellenbündel auf dem Randstück eines Gefäßes von mittelgroßer Wanddik­ke . Obwohl es sich hier um ein winziges Stück handelt, scheint es wahrscheinlich zu sein, daß hier eines der charakteristischsten Motive der ALK erscheint, das bis dahin ausschließlich auf Gesichtsgefäßen vorkam (KALICZ-MAKKAY 1972., KALICZ-MAKKAY 1977.62. Abb.3-, SIKLÓDI 1991. Taf.II.l.). Diese Fundverbände wurden früher in die Spätphase der ALK datiert (KALICZ-MAKKAY 1972.13.). Die ganz frühen Merk­male des Fundmaterials der Grube 4 von Ilonapart ­abgesetztes, kugelförmiges Gefäß mit Wellenrand und die Nagelfingereinkerbungen - scheinen aber dem Gesagten zu widersprechen. Zusammenfassend kann man also feststellen, daß die Datierung des Objektes aufgrund der einzelnen Merkmale problematisch ist. Dem kugeligen Gefäß mit Wellenrand und der Fingernageleinkerbungen zufolge wäre das Objekt auch in die Frühphase der Kultur datierbar, aber das graue, bikonische Gefäß (Abb. 11:3) und das sichelförmige „Stirnmuster" wi­dersprechen dem. Bei der Datierung der mittelneoli­thischen Siedlung stößt man also auf Widersprüche, die im Rahmen unserer heutigen Kentnisse nicht auflösbar sind. So scheint es zweckmäßig zu sein, die innere Chronologie der ALK kurz zusammenzufassen. Die innere Chronologie der ALK ist seit Jahrzehnten eine der wichtigsten Probleme der ungarischen Neo­lithforschung. Die Beschreibung und Chronologisie­rung der einzelnen Gruppen der Kultur war in den 60er Jahren ein großer Schritt für die Alfölder Neo­lithforschung (KOREK I960., BOGNÁR-KUTZIÁN 1966., KALICZ-MAKKAY 1977.). Eine ähnlich wichtige Änderung fand vor zehn Jahren statt, als P. Raczky aufgrund seiner neuen Ergebnisse und nach neuen Gesichtspunkten die Umwertung der Szatmär-Gruppe vornahm (RACZKY 1983 •). Während­dessen ist der Anfang der ALK höher, an die ehemalige Stelle der Szatmär-Gruppe gelangt (RACZKY 1983.). Seither wurde das damals geschaffene Bild nach den neuesten Ergebnissen der Zwischenzeit mehrmals prä­zisiert (RACZKY 1988., RACZKY 1989.) 6 Daneben tauchte eine völlig neue Auffassung auf. I. Bona nimmt die Szatmär-Gruppe anhand der Er­gebnisse der letzten zwei Jahrzehnte nicht mehr als Vorgänger der ALK an, sondern faßt sie unter der gleichen Benennung als eine Sondererscheinung des Körös-Starcevo-Kreises auf (BONA 1986.). Gesondert muß das Verhältnis der ALK und der Körös-Kultur behandelt werden. Früher wurden die Szatmär II-Gruppe und die Protovinca-Phase dem gleichen chronologischen Horizont zugeordnet (KA­LICZ-MAKKAY 1977.26.), während man die ALK in die Vinca A-Periode, aber erst nach dem Untergang der Körös-Kultur datierte. Dieses Bild wurde durch die Tatsache zum Teil verändert, da auch die Scherben der Körös-Kultur, die nicht einmal in die klassische Phase dieser Kultur datierbar waren, bei den späteren Ausgrabungen unter den Funden der ALK ans Tageslicht kamen. Von diesem Gesichtspunkt ist der obenerwähnte Fundort von Tiszasziget-Aradi-Str. (Lehmgrube) von großer Bedeutung, wo ein der Tiszadob-Gruppe zugeordnetes Gefäß in einer Siedlung der mit der Szatmär II-Gruppe (frühe ALK) parallelisierten Vinca A-Kultur vorkam (TROGMAYER 1980.300, TROG­MAYER 1982. Abb. 1.1.). Eine ähnlich wichtige Änderung, wenngleich von 5 Die „Mischung" der Funde ist für die Forscher des mittleren Neolithikums in der Tiefebene keine fremde Erscheinung. Cs. Siklódi erwähnt bei der Bearbeitung des ALK-Fundortes von Tiszafüred-Morotva, daß es unter den abgebildeten Bruchstücken auch mehrere gab, die alleinstehend eher auf die Frühphase der Kultur zu datieren seien (SIKLÓDI 1991 38.). Ähnliches stellte H. Oravecz im Bericht über eine andere Siedlung der ALK fest (ORAVECZ 1985.66.). 6 Vom chronologischen Gesichtspunkt war diese Modifiziemng eher von symbolischer Bedeutung, da die Szatmär-Gruppe schon in den 60er Jahren von N. Kalicz und J. Makkay als Vorgänger der ALK behandelt wurde (KALICZ-MAKKAY 1977.,26.ff.). Ebenso nannte J. Makkay in seiner Arbeit 1982 die Szatmär-Gruppe die erste Phase der ALK (MAKKAY 1982.a.54.). 7 Das Zusammenleben der erwähnten Kulturen wurde nur so lange angenommen, bis die ALK, in südlicher Richtung vordringend, die südliche Tiefebene bis zur Maros erobern konnte (KALICZ-MAKKAY 1977.114-117.). O. Trogmayer vertrat aufgrund der Befunde von Gyálarét-Szilágyimajor schon von Anfang an einen anderen Standpunkt, wonach das Leben der Körös-Kultur (Gnippe) und der ALK nahezu parallel verliefen (TROGMAYER 1972.). 8 Siehe dazu: MAKKAY 1982.a. 43-44., MAKKAY 1987.17-18. Jósa András Múzeum Évkönyve 1994 187

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