A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 36. - 1994 (Nyíregyháza, 1995)

László A. Horváth: Neue Funde von Szentes-Ilonapart

Neue Funde von Szentes-Ilonapart László A. HORVÁTH D, er Fundort Szentes-Ilonapart ist den Neolith­forschern beinahe seit vier Jahrzehnten bekannt. Im Juni 1984 begannen großflächige Bauarbeiten westlich des Wasserturms von Ilonapart. Diese Arbei­ten vernichteten die hier vorgekommenen Objekte zum Teil. Während der späteren Rettungsgrabung wurden sechs neolithische Gruben, außer einer ur­zeitlichen Bestattung und einer kupferzeitlichen Gru­be , freigelegt . Drei der neolithischen Gruben ent­hielten bewertbares Fundmaterial. In Anbetracht des­sen, daß diese Funde das bisherige chronologische Bild über die Siedlung modifizieren, scheint es zweck­mäßig, uns näher damit zu beschäftigen. Die Grube 1 wurde vor der Rettungsgrabung durch Erdarbeiten stark beschädigt. Durch die Erdbagger wurde wahrscheinlich eine 40-50 cm dicke Schicht daraus abgetragen. Nach der Stutzung war sie von unregelmäßiger „L"-Form. Trotz der Störung kamen ein reiches Kera­mikmaterial, wenige Knochen, aber viele Muscheln in der Füllerde zum Vorschein. Die Sohle der Grube war uneben, die Seitenwände verliefen gewölbt zum Grund, d: 220-160 cm, T: 225-230 cm. Alle ergänzbaren Gefäße kamen in der Grube 1 vor. Einige davon zeigen die Charakterzüge der Szakälhät-Gruppe (Abb. 1:1-3,5). Daraus stammt auch ein Gefäßbruchstück mit Zylinderhals, dessen genaue Form nicht bestimmbar war (Abb. 1:4). Der schönste Fund der bisherigen Ausgrabungen ist vielleicht das Schälchen auf Abb. 2:2. In die hochpolierte Oberfläche war das allbekannte „M"-Zeichen der Szakälhät-Grup­pe geritzt, die Zwischenfelder aber wurden rotbemalt. Aus ähnlichen Gefäßen dürften auch die Gegen­stände auf der Abb. 3:1-5 stammen. Auch diese Gefäße wurden hochpoliert, feingeschlämmt und klingelnd hart gebrannt. Unter den wenigen verzierten Scherben kann man noch zwei geradlinig verzierte Exemplare, außer dem oben erwähnten Schälchen, zeigen (Abb. 3:4, Abb. 4:4). Diese Gefäßbruchstücke, wie auch das Randstück eines Ausgußgefäßes (Abb. 2:1), scheinen die obere Datierung eher zu verstärken als zu widerlegen. Bei den spärlichen Hauskeramikfunqlen sind die tiefen und kugeligen Schalen und Töpfen bemerkens­wert (Abb. 4:1,3, Abb. 5:1-3). Auch diese Gefäße sind gut gebrannt, nur die Oberflächenbehandlung ist weniger fein. Interessant ist die schlickwurfartige Verzierung des Gefäßes auf der Abb. 5:1. Dem Ton der Gefäße wurden außer zerstückelter Keramik auch organische (pflanzliche) Reste, die durch die kleinen Löcher auf der Gefäßoberfläche bewiesen werden können, beigemengt (Abb. 4:2). Die Oberfläche der Gefäße wurde gewöhnlich geglättet. Auf den zum Vorschein gekommenen Exem­plaren wurden in keinem einzigen Fall die auch praktischen Zwecken dienenden Buckel angewandt. Die Grube 2 zeigte sich als eine unregelmäßige, kreisförmige Verfärbung. Auf der Ebene der Stutzung war ihre Füllerde mit Holzkohlen- und Lehmbewurf­stücken bzw. mit Asche gemischt. Die Funde dieses Objektes sind mit denen der Grube 1 beinahe identisch. Die Tonqualität der Ke­ramik ist hier ebenfalls ausgezeichnet und die Mehr­zahl der Gefäße wurde hochpoliert. Bei der Feinke­ramik dominieren die Schalen und die Tassen (Abb. 6, Abb. 7:1-5, Abb. 8:1-3). Darunter sind die dickwan­digen, seichten Exemplare mit Griffbuckel charakte­ristisch (Abb. 10:3-4). Die Hauskeramik trat auch hier nicht in großer Menge auf. Darunter sind ein zylindrisches Halsbruch­stück eines größeren Gefäßes (Abb. 9:4) und die Randscherbe einer steilen, dickwandigen Schale (Abb. 10:1) zu erwähnen. In chronologischer Hinsicht ist ein Gefäß mit niedrigem Rohrfuß wichtig (Abb. 7:6). In diesem Fundmaterial sind die an die Wand der Gefäße applizierten Buckel, die in mehreren Varianten vorkamen, in viel größerer Menge vorhanden (Abb. 7:1, Abb. 2-3, Abb. 9:1-2). 1 Während einer Geländebegehung fand J. Kovalovszki hier neolithische Scherben. Später führte J. Csalog, der damalige Direktor des Koszta-József-Museums von Szentes mehrmals Rettungs- bzw. Plangrabungen an diesem Ort durch. (Zusammenfassend s.: HORVÁTH 1983.7.ff.) 2 Die Analyse der kupferzeitlichen Abfallgrube behandelte ich unlängst in einer über die mittlere Kupferzeit der Tiefebene geschriebenen Arbeit. Manuscript 1993. 3 Aug die Funde machte mich G. Vörös, Direktorin des Museums Szentes aufmerksam. Für ihre Hilfe und für die Erlaubnis des Publikationsrechtes der Ausgrabung bin ich ihr dankbar.

Next

/
Oldalképek
Tartalom