A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 11. - 1968 (Nyíregyháza, 1969)

Csallány Dezső: Die ungarische und awarische Kerbschrift

DIE UNGARISCHE UND AWARISCHE KERBSCHRIFT Bisher waren wir über die ungarische und awarische Kerbschrift sozusagen unwissend. Die Szekler-Ungarische Kerbschrift, stimmt nur teilweise mit diesen überein. Die vierzehn Runeninschiften von Nagyszentmiklós gehören zum onogur­hunnischen Schriftzeichensystem und die Runen des Battonyaer Ringes aber weisen Türkschriftzeichen auf. Ungarische Runeninschriften: 1. Umgebung von Esztergom. Ein silberner Siegelring. Lesart der Runen: Kaszás р. т. Der Buchstabe m dürfte die Abkürzung des Wortes Meister (ungarisch : mester) bedeuten. Die Entstehung kann auf das XIV. Jahrhundert angesetzt werden. 2. Margitsziget. Kirchenruine des Nonnenklosters der Dominikaner. Runenin­schrift auf einem Grabstein. Die Runenzeichen folgen einander in vier Reihen von oben nach unten und die Zeilen müssen von links nach rechts gelesen werden. Lesart der Inschrift : ^fecském keltesz (...oi...) békis fiam Enstehungszeit : Zweite Hälfte des XIII. Jahrhunderts. 3. Ladánybene. Grundbesitz des Pál Józsa (1909). Runeninschrift auf einem dunkelgrauen gedrechseltem Gefäs's. Die Runen bedeuten : k'ik eltemet(sz) a csebresz teszek Zeit des Entstehens : das XIV — XV. Jahrhundert. 4. Felsőszemeréd, römisch-katholische Kirche. Péter Püspöki Nagy hat 1968 den Text unrichtig publiziert. Die richtige Lesart lautet : 1482. K'ikk Joann'i meister. Die Inschrift entstand im Jahre 1482. 5. Pomáz-Kiissza. Ring mit Kerbschrift. Lesart der Runen: Tamás szerszetes, a test sziszes. Entstehungszeit: XIII — XIV. Jahrhundert. 6. Deszk. Arpadenzeitlicher Friedhof D., Grab 87. Silberner Bandring. Lesart der Runen: idis Asad-kamorás, das bedeutet: Gehört Herrn Acsád-kamorás. Stammt aus der Zeit König László I. (1077—1095). 7. Klárafalva, Garten des György I'aragó, Grab 6 des Arpadenzelit-Hchen Fried­hofs. Schlechter silberner Bandring mit Runeinschrift. Nur die Runenzeichen folgender Buchstaben sind lesbar: b, d, k, s, s. Entstehungszeit das XL Jahrhundert. 8. Székesfehérvár-Maroshegy. Schlechter silberner Ring aus dem Arpadenzeit­lichen Friedhof. Lesart seiner Inschrift : idis Samsunis, das bedeutet : Gehört Herrn Samsun. Stammt aus dem XII. Jahrhundert. 20 Évkönyv 305

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