A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 11. - 1968 (Nyíregyháza, 1969)

Magyar Kálmán: Die aus dem XV. Jahrhundert stammende Stempelkeramik der Burg von Nagykálló

DIE AUS DEM XV. JAHRHUNDERT STAMMENDE STEMP.ELKERAMIK DER BURG VON NAGYKÁLLÓ Im Zusammenhang mit dem Centenárium des Jósa András Museums wurde der Gedanke aufgeworfen, die noch nicht oder ungenau publizierten Fundstücke des Museums — die vom zeitgeschichtlichen Standpunkt für das Komitat aber auch für das Land bedeutend sind — mitzuteilen. So kam das Fundmaterial aus Nagy­kálló an die Reihe, das in der Literatur (nach József Höllrigl und Magda О. Bárány) als „kisvárdaer" Fund existiert. Über den Haupttyp (1—4) des Fundes wurden zwischen 1926—1968 zahlreiche Beschreibungen publiziert, mit deren Hilfe, die genaue Lösung und Verarbeitung dieser Keramik nicht gelungen ist ; deshalb schien es für wichtig, den Fundort und die Werkstätte genau zu überprüfen. Auf Grund der Beobachtung des damaligen Museumdirektors Lajos Kiss — der die Meldung an das Komitat weitergab (1926) — gelang uns zu bestimmen: der Haupttyp bezw. zwei graue Gefäßunterteile sowie ein gelbes gestempeltes Bruch­stück in Begleitung eines Messers kam aus dem mit 3 quadratischen Balken aus­gelegten Brunnen der nagyhállóer Burg heraus. Der Haupttyp ist ein schwarzes, dünnwandiges, hartgebranntes, 14 cm hohes Krügchen mit Henkel. Um das Gefäß läuft am Bauch eine zwei cm breite Relief­schleife. Unserer Lösung zufolge finden wir die Motive — nach rechts — (Tafel I. Abb. 1/a, I/b, 1/c, 1/d): ein Raubtier (Panther), ein Pferd mit geknüpftem Schwanz haar, ein Pferd mit geteiltem Schwanzhaar, endlich fand man als Leitmotiv das­jenige Pferd, über welchem wir auf dem Gefäß das Kreuzzeichen finden. Auf der Reliefschleife waren 5 Motive. Beim Walzen kamen nur 9 Motive aufs Gefäß, da das zehnte auf den Platz des Henkels gefallen wäre. Nach Technik (trotz der Ver­schiebung der Schleife) sowie auf Grund des kreuzförmigen Werkstättezeichens hal­ten wir dieses Exemplar für ein wienerisches Stück. Die Materie, die glänzend eigezogene, schön angefertigte Form sind die charakteristischen Züge derjenigen Waren, die — wenn auch nicht genau in dieser Erscheinungsart — besonders in den deutschen bzw. in den wiener Werkstätten gefertigt wurden. Ein ähnliches, geglänztes, gewalztes, gemustertes Bruchstück einer Kanne kam in Buda als österreichisches Importstück des XIV. Jahrhunderts vor —eine frühe Prämisse der hier aufgearbeiteten Stücke. Am nahesten zu den in unserer Arbeit behandelten Typen steht ein ebenso in Buda vorgekommenes, mit Tierfor­men eigenstempeltes, geripptes Stück, das ebenso ein Produkt österreichischer Werkstätte ist. Chronologisch ist es von den früheren Forschern verschiedenartig bestimmt worden. József Höllrigl stellt das Stück in das XIV — XV. Jahrhundert, Magda 0. Bárány dagegen in das XIV. Jahrhundert. Auf Grund der ungarischen gestempelten und gewalzten Stücke, sowie auf Grund der Analogien, setzen wir dieses Stück in das XV. Jahrhundert. Die Begleitstücke — von denen viere verloren gingen — waren nach früherer Forschung auch aus dem XIV — XV. Jahrhundert. Die in unserer Arbeit vorhandenen 3 Analogien Taf. IL, Abbildung 1—3) unter­streichen ihr Zeitalter (XV. Jahrhundert). Der von uns bestimmte Fundort, die Burg von Nagykálló, wurde aber erst in den Jahren 1571—-1573 gebaut. So mußten wir — mit Hilfe der historischen und der die Familie Kállay betreffenden Quellen —• Angaben zu einem Fundort aus dem XV. Jahrhundert suchen. Die Gründer des kállóer bzw. semjéner Zweiges des Stammes Balog-Semjén waren Egyed IL und Mihály L, die Söhne des zum erstenmal erwähnten Vorfahren, 8* 115

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