A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 10. - 1967 (Nyíregyháza, 1968)

Kemenczei Tibor: Die Entzifferung der Kerbinschriften des Goldschatzes von Nagyszentmiklós und sein geschichtlicher Hintergrund

Heerführer Csanád, in Verbindung bringen lässt. Im XI/XII. Jahrhundert war das Geschlecht Csanád der Besitzer und Gebraucher des Goldschatzes von Nagyszentmiklós. Nach der Trennung des Geschlechts Csanád in zwei Hauptlinien wurde der heldenhafte Kampf des Heerführers Csanád gegen Ajtony verewigt, (Gefäss No. 2. Tafel VII, lb) ebenso wie auch die Stammut­ter des Geschlechts (Gefäss No. 2., Tafel VIII, a., Gefäss No 7, Tafel X, la, Tafel XI, lb). Auch hier wiederholt sich die Álmos-Emese-Turul Sage mit Hinweisen auf die Sippe Csanád. Die Führer des Geschlechts der Arpaden und die des Geschlechts Csanád verwendeten beide das gleiche Turul-Wappen. Ich habe bereits darauf hingewiesen, dass die Entzifferung Bota Bata und Sohn, sowie Qaban unrichtig ist, wodurch auch eine Voraussetzung einer Verbindung mit den Petschenegen gegenstandslos geworden ist. Boela als Bezeichnung für Würdenträger ist eine falsche Lesart des Personennamens Bolya ~ Boya, daher wird auch die donau-bulgarisch­türkische Beziehung und die Zeitbestimmung hinfällig. Die goldenen Gefässe von Nagyszentmiklós und deren in türkischer Sprache verfassten Kerbschriften, gehörten zu jener Gruppe des türki­schen Ungartums, von welcher wir wissen, dass diese um das Jahr 950 herum zweisprachig war und zwar sowohl die finnisch-ugrische, wie auch die türkische Sprache benützte. Auf den Inschriften sind Spuren beider Sprachen zu finden. Aber die Bedeutung der jetzt entzifferten Inschriften des Schatzes bestehen vornehmlich darin, dass sie die einzigen und deshalb besonders wertvollen runenschriftlichen Andenken von Inschriften unserer türkisch sprechenden Landeseroberer, respektive deren Nachkommen und deren Geschlechter bilden. Die finnisch-ugrische Sprache und das Stamm-Namensverzeichnis der Landnahmezeit habe ich den im Jahre 568 einwandernden Awarentum beigefügt. Ob das Inschriften-Material onogur-bulgarisch (hunnisch) oder andere türkische völkische und sprachliche Verbindungen aufweist, dass zu entscheiden ist Sache der berufenen Sprachwissenschaftler. Die ein­gehende Klarstellung des geschichtlichen Hintergrundes aber ist die Aufgabe der Geschichtsforschung. Für uns sind die in der türkischen Sprache der Kuban-Gegend verfassten Kerbschriften massgebend. Die zwei Hauptlinien des Geschlechts Csanád sind auf das im XII. Jahr­hundert lebende Brüderpaar Belenig und Buguzlou zurück zu führen. D. Csallány 79

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