A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 10. - 1967 (Nyíregyháza, 1968)

Kemenczei Tibor: Die Entzifferung der Kerbinschriften des Goldschatzes von Nagyszentmiklós und sein geschichtlicher Hintergrund

DIE ENTZIFFERUNO DER KERBSCHRIFTEN DES GOLDSCHA­TZES VON NAGYSZENTMIKLÓS UND IHR [GESCHICHTLICHER HINTERGRUND In Nagyszentmiklós (= Sinnicoläul Mare) (früher Komitat Torontál, jetzt Komitat Timis-Torontal, Rumänien) fand der Leibeigene von Kristóf Nákó, Nécza Vuin beim ziehen eines Grabens einen Goldschatz. Der Fundort war im Stadtteil Sziget gelegen, etwa 10 Kilometer südlich der an der Maros liegenden Ortschaft Oscsanád (früherem Marosvár) und nördlich des Flusses Aranka. Den einzigartigen Fund verkaufte der Besitzer des Schatzes griechischen Händlern. Auf Grund eines kaiserlichen Erlasses wurde jedoch der aus 23 Stücken bestehende Schatz für das Wiener Antiquitäten-Kabinett von den Händlern käuflich erworben. Laut den Aussagen eines Augenzeugen soll der aufgefundene Schatz ursprünglich aus wesentlich mehr Stücken bestanden haben. Ausserordentlich zahlreich ist die archaeologische Literatur, die über den Goldschatz von Nagyszentmiklós veröffentlich wurde. Es befassen sich et­wa 130—140 Arbeiten mit den diversen Problemen, die im Zusammenhang mit dem Schatz auftauchten. Bezüglich der auf den Gefässen befindlichen Inschriften in Kerbschrift konnte vor dem Erscheinen dieser Arbeit jedoch keine endgültige abschliessende Entzifferung gefunden werden. Die Runenzeichen auf den Gefässen des Fundes von Nagyszentmiklós weisen charakteristische Merkmale auf, welche auf die Charakteristik der Kerbschriften des Orchon —Jenissej —Talas Tales, deres Don —Kuban Gebie­tes, ferner auf solche der szekler-ungarischen Zeichen hindeuten. Nachdem die bisherigen Versuche zur Entzifferung mit Hilfe der oben angeführten türkischen Kerbschriftzeichen, sowie deren anschliessenden Entwicklungsformen nicht in Einklang gebracht werden konnten und keine Lösung ergaben, so erschien es notwendig die Deutung der Runeninschriften unabhängig von den vorangegangenen Versuchen, von vorne angefangen, auf ganz neuer Basis zu versuchen. * Dem bisher verwendeten Gebrauch entsprechend verblieb die laufende Nummerierung der Gefässe unverändert, jedoch in Verbindung mit den von Gyula Németh angefertigen Runentexten, den Bildertafeln von M. N. Mav­rodinov, sowie auch meinen eigenen Illustrationen (Tafel IV — XX, Abbil­dung 4—6). Die Runentexte der Inschriften habe ich auf Tafel IV zusammengefasst. Auf No 1. Krug (Tafel V), No 7. Krug (Tafel X—XL), No 12. Becher (Tafel XIV. 2), No 13., 14. Schalen mit Tierköpfen (Tafel XIV, 3, 4), No. 18., 19. Schalen (Tafel XVI, 1, 2) und No 20. Schale mit Schnalle (Tafel XVII) sind keine Inschriften vorhanden. Auf No 2. Krug (Tafel VI — VII) ist eine Tamga des Geschlechts ein­geritzt (Tafel IV, 1) und auf dem Banner der Lanze der Reiterabbildung (Tafel VII. lb) ist eine kaum wahrnehmbare, bisher ungelöste Runenin­schrift vorhanden (Tafel XIX 3). (Nach der Abbildung von Mavrodinov). 75

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