A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 8-9. - 1965-1966 (Nyíregyháza, 1967)

B. Szalontai: Die Tätigkeit des Topfermeisters György Keresztes in Nyírbátor

DIE TATIGKEIT DES TOPFER MEISTERS GYÖRGY KERESZTES IN NYÍRBÁTOR Die Ansprüche an Keramik der Bevölkerung in Nyirbátor erfüllten mehrere Töpfereizentren (Sárospatak, Gömör, Nagybánya, Rév, Bereg­újfalu, Hódmezővásárhely, u. s. w.). Die Marktkreise dieser Zentren — in mehreren Richtungen — waren beträchtliche Gebiete, die man mit ihren eigenartigen Warenvorräten — oft angepaßt an die Ansprüche der Bevöl­kerung — durch Jahrzehnte hindurch versorgt hat. Das Lager an Töpfereikeramik der nyirbatorer bestand einerseits aus den Produkten der verschiedenen Keramikzentren, andererseits aus den Produkten je eines, hierher eingewanderten und sich angesiedelten Töpfers. Infolge des zweiten Faktors bekam die nyirbatorer Keramikkultur immer Neuere Züge, Farbe, durch die sich diese Kultur von dem Keramikbestand benachbarter Komitate und Gebiete unterscheidet. Nyirbátor war nie ein Keramikzentrum, die hiesige Tätigkeit der Töpfer ist zweitrangig, man kann sie sogar nur als eine drittrangige Ausstrahlung betrachten. Doch halte ich eine Würdigung an den Töpfesterrmei György Keresztes für erwähnenswert, da seine Tätigkeit eine bedeutende Wirkung auf die Keramikkultur der Umgebung von Nyirbátor ausübte: Einerseits verbreiteten sich stark im Ende des Jahrhunderts in der Umgebung von Nyirbátor die in Nyirbátor angefertigten verschiedenen Gefäße, andererseits verursachte dieses Keramikmaterial eine gewisse Geschmacksveränderung. Über das Leben und die Tätigkeit von Keresztes wissen wir wenig. Er siedelte sich auf Ruf eines Getreidehändlers und des nyirbatorer Landwirtes István Kónya am Ende der 1880-er Jahre in Nyirbátor an. Der Töpfermeister arbeitete vorher in Sárospatak und in seiner näheren Umgebung. Am Anfang der 1920-er Jahre verließ er Nyirbátor, man sagt, er wanderte nach Amerika aus und folgte dem ehemaligen Geschäftsgenossen István Kónya. Sich in Nyirbátor niederlassend, hat György Keresztes mit seiner Tätig­keit, mit der Verwendung der Formen und Farben, die sárospataker Tradi­tion ausgeübt. Doch erfährt man an seinen Produkten stark individuelle Züge; besonders die eingeritzte Verzierung, die Einzelartigkeit der Blume­blüte und Blätterformen. Seine häufig gebrauchten Motive waren: Strauß, zusammengestellt aus Garten- und Wildblumen: gelbe Nelke, Tulpe, Ros­marin, „Bockbart", Herzblume, „Katzenschwanzige Veronika" und Korn­blume. So kann man mit Recht auch über einen Keresztes-Stil sprechen. Einige Stücke der Keresztes-Keramik gelang uns nicht nur in Nyirbátor, sondern auch in den benachbarten Dörfern zu finden. Er arbeitete haupt­sächlich für den Markt. Seine Tätigkeit charakterisierten weniger die ver­schiedenen Gefäßtypen, sondern eher die Feldflaschen-Sorten. Feldflaschen stellte er aber immer nur nach Bestellungen her — die sehr häufig waren —, diese Feldflaschen trugen meistens nicht nur den Namen des Bestellers, sondern auch den Namen des Töpfermeisters Keresztes. В. Szalontai 157

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