A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 4-5. - 1961 (Nyíregyháza, 1964)
Huszár Lajos: Der Münzfund von Nyíribrony
DER MÜNZFUND VON NYIRIBRONY Im Gebiet der Gemeinde Nyíribrony (Komitat Szabolcs) auf dem Grundstück, Hauptstraße Nr 76, fand man in einem Tongefäß einen Münzfund von insgesamt 9 kg, der teilweise aus dem XVI., teilweise aus dem ersten Viertel des XVII. Jahrhunderts stammende Münzen enthielt. Der Fund bestand aus 9973 Stücken, enthielt eine größere Zahl ungarische und siebenbürgische, ferner polnische und tschechische Münzen, eine keleinere Anzahl bestand aus verschiedenem deutschen Kleingeld. Die Reihenfolge der Münzen, die im Fund vorhanden sind — Mit Ausnahme eines Stückes — zieht sich bis 1623 hin (die jüngsten Prägungen: Die Denare Ferdinand IL, aus dem Jahre 1623 mit den Signaturen К — В und P —P, der Denar von Gábor Bethlen aus 1623, Signatur В —Z und der polnische Dukat Sigmund III., aus dem Jahre 1622.). Auf Grund dieser Angaben kann man die Zeit der Verbergung des Fundes auf das Ende 1623, oder auf den Anfang des Jahres 1624 datieren. Merkwürdigerweise befindet sich im Münzenfund ganz als Einzelstück auch der Denar Ferdinand IL, geprägt 1631 in Körmöc. Es ist möglich, daß diese Münze irgendwie später mit dem Material dieses Fundes vermengt wurde, noch wahrscheinlicher ist es aber, daß sie eine falsche Prägung sei (statt 1621), eher deshalb, weil die Ziffer 3 keine ganz klare Gravierung zeigt. Jederfalls häufte sich aber das Material des Fundes bis 1623 an, und so gibt der Fund ein reiches Material für den Geld verkehr der Jahre um 1623. Die unmittelbare Ursache der Verbergung des Fundes ist nicht beweisbar. Obwohl in den XVI — XVII. Jahrhunderten, im Zeitalter der ständigen Türkenkriege leicht die Ursache des Geldverbergens gegeben ist, lebte man laut bekannter geschichtlicher Angaben in der Gegend von Nyíribrony in den 20-er Jahren des XVII. Jahrhunderts unter Gábor Bethlen trotzdem in verhältnismäßiger Ruhe. In allgemeinem bilden die verschiedenen Dutka-Groschen und Denarprägungen, sowie die der vorigen mehr oder weniger wertvollen kleinen Münzen die Mehrheit des Fundes. Es ist auffallend, daß kein polnischer halber Groschen (Poltura) dazwischen ist. Auch diese Tatsache weist auf die Verbreitungszeit am Anfang der 20-er Jahre hin. Das Material des Fundes verstärkt die bekannte Tatsache, daß die ungarischen Denare und polnisches Kleingeld den Kleingeldverkehr in der Wende des XVI — XVII. Jahrhunderts auf dem Gebiet von Siebenbürgen abwickelten. Aus dem Fundmaterial erfährt man, daß der Verkehr der ungarischen Denare ab 1614 auffallend zurückfiel. Als Erklärung dazu können vielleicht die Schriften des Landtags von 1518 dienen, in denen die Stände sich beschweren, daß das ungarische Geld aus dem Lande verschwand, statt dessen strömt polnisches und deutsches Geld in das Land herein. Der Fund ist übrigens ein entscheidender Beweis dafür, daß seit der Mitte des XVI. Jahrhunderts jeder Protest gegen die polnischen Münzen ganz umsonst war, deren Einströmen man nicht verhindern konnte, und die polnischen Münzen überfluteten ganz Oberungarn und das Gebiet von Siebenbürgen. 63