A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 2. - 1959 (Nyíregyháza, 1961)
Nyárády Mihály: Tabakspfeifen (Rauchgeräte) im Komitat Szabolcs
unbrauchbar wurden. Porzellanpfeifen waren wegen ihrer „Wärme" nicht sehr beliebt. Meerschaumpfeifen hingegen fanden besonders in Anbetracht ihres gefälligen Äusseren großen Anklang, da sie ihrem Besitzer eine gewisse „Würde" verliehen. SchliessUch seien auch noch die aus verschiedenen Holzpflanzen hergestellten Pfeifen erwähnt ; hiezu wurde vorwiegend Rosen-, Birnen- und Apfelholz, Schilfrohrwurzel (der unter dem Boden befindliche dicke Teil des Rohrstengels), sowie auch Eichapfel verwendet. Die beiden letzten Arten können allerdings nur als Ersatzmaterial für Pfeifen bezeichnet werden. Ohne Rohr wurde nur in besonderen Fällen, bei sehr schwerer Arbeit (zum Beispiel beim Ausgraben von Brunnen) Pfeife geraucht. Kurze Pfeifenrohre verwendeten hauptsächlich Feldarbeiter, die zum Halten der Pfeife während der Arbeit keine Hand frei hatten. Hirten, sowie auch andere, über viel freie Zeit verfügende Leute rauchten langrohrige Pfeifen. Die langen Pfeifenrohre waren meist gebogen, die kurzen jedoch vorwiegend gerade. Zur Anfertigung von Pfeifenrohren wurde hauptsächlich Ahorn, Heckenkirsche, Steinweichsel, Nuß, Trauerweide und Jasmin, für die sog. „Kotó" Pfeife manchmal auch Schilfrohr verwendet. An besonders reich verzierten Pfeifenrohren wurde das Mundstück aus Horn, hie und da sogar aus Bernstein angefertigt. Besonderer Beliebtheit erfreuten sich eine Zeit lang auch Hornmundstücke aus Tura und Bogdány. Die sog. Henkelpfeifen wurden mit Schnüren ans Rohr befestigt ; auf diese Weise schmückten Hirten und auch sonstige, dauernd im Freien lebende Personen ihre Pfeifen ; so war zum Beispiel die Dob-er Pfeife mit acht Quasten verziert ; bei dieser Art Pfeifen wurde das Rohr manchmal mit bunten Glasperlen übersät. Mihály Nyárády 127