Horváth János: Kunffy Lajos - A somogytúri Kunffy Emlékmúzeum katalógusa (Kaposvár, 2005)
1910 entsanden bedeutende Entwicklungen im Gut. „Ich erinnere mich so, dass ich mich in diesem Jahr wegen der Wirtschaßsgelegen-heiten heimbeeilen musste: in diesem Jahr habe ich im Gut 20 Katastraljoch Weintrauben angepflanzt, mit den Arbeiten habe ich Nitz Weinbauinspektor aus Szekszárd beauftragt, noch im Herbst, vor meiner Abreise. Mit ihm haben wir das entsprechende Gebiet ausgewählt, das zu diesen Zwecken am besten geeignet war. Wir mussten darauf achten, dass es Sandboden sein muss, möglichst muss es gegen Filoxerie Immunität zeigen. Der Schlag war so ausgewählt, dass er in den Nachmittagsstunden Sonnenschein bekommt, der die Qualität desWeines erhöht. Es ist dann dermaßen gelungen, dass ich allbekannt den besten Wein in der Umgebung bekommen habe. In diesem Jahr waren auch die Fischteiche angelegt, zu deren Bodenarbeiten habe ich Erdarbeiter aus der Tiefebene angestellt. In dieser Zeit wurden im Land zahlreiche künstlich gemachte Fischteiche angelegt, die sich damals sehr einträglich zeigten. Mein Bruder Karl hat eben in dieser Zeit in seinem römischen Landgut Odeschalchi iloki bei Susek großen Fischteiche angelegt, und er hat mir damit zu dem 20 Katastraljoch großen Fischteich Lust gemacht, der auch das Landschaftsbild des Tarer Tal verschönert hat. Die Fische waren gewöhnlich mit Gerste und Fischmehl gefüttert, die unsere Karpfen sehr schmackhaft gemacht hat, sie hatten fast eine Marke in Budapest in der Markthalle. Die künstliche Fischzucht nahm so große Ausdehnungen an, dass die Budapester Fischhändler in speziellen Behälterwagen die Fische lebend nach Berlin geliefert haben. Der Gedanke der Weinanbau stammt von Propst Ágoston Fekete als er erste mal bei mir war. Ich habe ihn in Fácánkert kennengelernt. " Das Schlafzimmer des Künstlers Die hier zu sehende Einrichtung trägt persönliche und familiäre Erinnerungen. Ein Selbstbild, die Ehefrau, das einzige Kind, die Eltern, das heimliche Milieu und die Reisen erscheinen auf den Gemälden. Hier gedenken war des Vaters des Künstlers Adolf Kunffy, „des letzten Garibaldisten". Er spielte im finanziellen und gesellschaftlichen Aufstieg der Familie eine entscheidende Rolle. Mit seiner modernen und intensiven Bewirtung erwarb er stattlichen Grundbesitz. 1912 bekam er Adelstitel. Er erzog seine Kinder zu wertvollen, geschulten Menschen mit europäischer Mentalität. Sein erstgeborener Sohn Lajos Kunffy war bei Jurastudien unterstützt, aber auch bei den künstlerischen Ambizionen stand ihm sein Vater mit großer Hingebung bei. „Mein Vater hat nur eine Handelsmittelschule in Nagykanizsa absolviert, die damals landesweit die beste Schule war. Daneben hat er viel gelesen, er war in allen Richtungen gut informiert und hatte ausgezeichnete Urteilsfähigkeit. In seiner Jugendzeit war er mehrmals in Italien. Es hat seinen Gesichtskreis erweitert und erweckte seine Interesse für die Kunst. Er abonierte italienische, illustrierte Blätter. In dieser Zeit wurden die indischen Kunstdenkmäler freigelegt, die in diesen Blättern reproduziert waren. Diese hat er auch uns Kindern immer gezeigt. Er hat die Malerei besonders geliebt. Ich erinnere mich daran, als ich mit 19-20 in Gálosfa die dünnen Pferde eines Kaposfüreder Kutscher gemalt habe, wie sie zum Wagen angefesselt fraßen, war von diesem Bield ganz 86