Ottományi Katalin szerk.: Régészeti tanulmányok (Studia Comitatensia 30. Szentendre, 2007.)
Ottományi Katalin: A pátyi római telep újabb kutatási eredményei - Die neuen Forschungsergebnisse der römische Siedlung von Páty
In der westlichen, teils nördlichen Hälfte des Geländes konnten wir die Details von zwei Umfriedungsmauern dokumentieren. Die äußere Mauer konnte im Gebiet zwischen der Siedlung und dem Gräberfeld nur in Spuren beobachtet werden, während wir die NW-Ecke der anderen Umfriedungsmauer ca. 40 m lang freilegen konnten (Mauern „A-C")- An diese Umfriedungsmauern anschließend zeichnete sich eine ca. 70 m lange gepflasterte, 3-4 m breite Straße in O-W-Richtung in der Mitte des Freilegungsgeländes ab. Sie ging wahrscheinlich vom Gräberfeld aus und führte bis zum Bach. Das Fundmaterial ist uniformisiert, die kennzeichnenden keltischen Formen werden von den bemalten, rohfarbenen und grauen römischen Waren abgelöst. Das Gros des Fundmaterials besteht aus typsischen römischen Formen wie Reibschalen, flache Schüsseln mit eingezogenem Rand, Henkelkrüge, Speichergefäße, Faltenbecher und Öllampen. Sie sind aus hart ausgebranntem Ton guter Qualität. Am häufigsten kommen die schwarz-graue Hauskeramikgegenstände körnigen Materials vor. Handgeformte Keramikfunde tauchen in kleiner Menge immer noch auf, z. B. die flachen Backplatten treten erst von dieser Periode an auf. Die Nachahmung von Sigillaten war in der Severerzeit nicht kennzeichnend, da sehr viele originale Waren hierher geliefert wurden. Außer den Rheinzaberner und Westerndorfer Sigillaten wurden Gefäße glänzender Oberfläche aus Raetien importiert, bzw. erscheint der Spruchbecher aus der Rheingegend. Knie-, Trompeten- und Emailfibeln sind noch für diese Zeitspanne charakteristisch. Wie im Bereich von Aquincum und den Limes entlang in den Siedlungen mit Steinbauten, bzw. in den Villenwirtschaften, bedeutete die Severerzeit die Blütezeit der Siedlung auch in Páty. Nach den Markomannenkriegen waren im Allgemeinen Decurios und sonstige städtische Beamte die Besitzer der kleinen und mittelgroßen Güter. Unter ihnen gab es schon immer mehrere Leute östlichen Ursprungs, obwohl die Veteranen auch noch zu dieser Zeit eine bedeutende Schicht vertreten. Auf unserem Fundort gibt es keine Inschriften mit den Namen der reicheren Besitzer aus den 2. und 3. Jahrhunderten. Obwohl die Inschrift eines Duumvirs von Aquincum in der Nähe eines Quellenheiligtums in Páty ans Tageslicht kam, wissen wir nicht, auf welchem Besitz sein Errichter in Páty lebte. Die „severische" Blütezeit dauerte bis in die Mitte des 3. Jh-s, als die Siedlung teils zerstört wurde. Daraufweisen Brandschichten hin. Nämlich brannten nicht alle Gebäude nieder, eine Kontinuität kann bis zum 4. Jh. an vielen Stellen nachgewiesen werden, bzw. können erneuerte Niveaus oder zugebaute Mauern über der Brandschicht beobachtet werden. Spätrömerzeit: zweite Hälfte des 3. Jahrhunderts 4. Jahrhundert Nach der Zerstörung Ende der Severerzeit wurde die Siedlung in der zweiten Hälfte des 3. Jh-s neugebaut. Funde mit Datierungswert, z. B. Terra Sigillaten, kommen nur bis zum mittleren Drittel dieses Jahrhunderts vor. Im Gegensatz dazu ist die Zahl der Münzen hoch. Die meisten zu dieser Zeit gebauten Steingebäude standen bis die Mitte des 4. Jahrhunderts kontinuierlich. Aus dieser Zeitspanne verfügen wir schon über viel mehrere Münzen und die glasierte Keramik weist einen Datierungswert auf. Die Münzen aus dem 4. Jh. reichen von Diocletian bis Valentinian (375), manchmal bis Arcadius (395). Aufgrund der Münzen kann man sagen, dass die Siedlung in der ersten Hälfte, bzw. in der Mitte des 4. Jh-s am reichsten und größten war. Manche Steinbauten erlebten die zweite Hälfte dieses Jahrhunderts nicht mehr. Die valentinischen Münzen und die glasierten Keramik zeugen davon, dass die Siedlung auch noch in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts großenteils bewohnt war, obwohl nicht mit der gleichen Intensität. Die Zahl der in die Erde getieften Objekte verminderte sich auf Minimum. Einige Gruben, ein Grubenhaus und mehrere rechteckige Steinöfen können in diese Periode datiert werden. Aus Ziegel gebaute Ofen vielleicht mit Steingewölbe sind im Steingebäude H zu finden. Steinbauten: Häufig weisen nur zerackerte Steintrümmer auf das Dasein eines späteren Gebäudes hin. Die Steingebäude, deren Form zu bestimmen ist, waren von vier- oder rechteckiger Form. Als ein neuer Typ taucht der rechteckige Gebäudetyp mit einer Scheidewand beim zweiten Drittel des Gebäudes im 3. Jh. auf. Zu den früheren Gebäuden wurden Teile zugebaut, dadurch wurden sie mehrräumig. Auf der Fläche „E" wurde ein größerer mehrperiodiger Steinbau gebaut. Das Steingebäude „F" wurde mit einem äußeren Korridor umgeben und mehrere kleinere Räume wurden an der südlichen Seite zugebaut. In der westlichen Hälfte des Steingebäudes „H" wurden drei neue größere Räume gebaut und auch der östliche Teil war bewohnt. An der südlichen Seite wurde ein kleiner Bau abweichender Orientierung zugebaut. Der gepflasterte innere Hof und die Umfriedungsmauer wurden ebenfalls benutzt. Das Fundmaterial der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts ist von dem der vorigen Periode schwer zu trennen. Die gewöhnlichen römischen Waren sind weiterhin vorhanden, aber die bei der Datierung helfenden Sigillaten verschwinden und die Menge der lokalen Nachahmungen nimmt zu. Der Grund ist es, dass die Importwaren die Provinz nicht mehr erreichen. Eine neue Importware ist die nordafrikanische Chiara. Einige Typen, Formen und Techniken 233