Maróti Éva szerk.: Régészeti tanulmányok Pest megyéből (Studia Comitatensia 22. Szentendre, 1991)
Ottományi Katalin: Késő római kerámia a leányfalui őrtoronyból
Es kommen auch ausgesprochen barbarische Formen in dem Material von Leányfalu vor, hauptsächlich in handgeformter Ausführung. Die handgeformte Keramik an sich bedeutet nicht das Vorhandensein der barbarischen Bewohner, sondern sie spiegeln eher nur die Veränderungen des Geschmacks der Bewohner. Das ist wohl auf die immer stärker werdende Verbarbarisierung der Soldaten zurückzuführen. Diese kleinen Töpfchen und Töpfe mit unterschiedlichem Rand und ebenso die kleinen Schälchenkann mit mit keinem Ethnikum verbinden. Sie wurden in vielen Variationen in hiesigen Werkstätten hergestellt. Ab der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts werden sie immer häufiger. Es gibt aber auch tatsächlich barbarische Formen und Verzierungsarten. Sie spiegeln in Leányfalu germanische, hauptsächlich zu den benachbarten Quaden verbundene Wirkung. Solche ist der bikonische 22. Schüsselntyp, mit eingeschnittener Verzierung; der 25. und 3. Topftyp, der Rand des letzten Gefäßes ist mit Eindrückungen verziert. Er taucht auch bei den benachbarten Quaden auf, aber die bikonische Schüssel vom 21. Typ mit schräger Kannelierung am Grund, ebenso der sg. „szvéb" Topf kann auf die elba-germanische Form zurückgeführt werden. Auch die kleine Schälche vom 2. Typ mit eingezogenem Rand kann mit frühen, germanischen Präzedenzen des 1.—2. Jahrhunderts verbunden werden. Der Ursprung der bikonischen Schüsseln vom 17.—19. Typ, mit eingedrückter Verzierung und auf der Drehscheibe hergestellt ist umstritten. Die bikonische Topfform erscheint schon in der keltischen Keramik, ist im 3.—4. Jahrhundert auf dem Gebiet der Marosszentanna-Csernyahov-Kultur häufig und wird im 5. Jahrhundert die führende Form des Donaugebietes, der unter fremder Herrschaft lebenden römischen oder swebi sehen Bewohner. Die Gefäße von Leányfalu (17a-b) ähneln eher den keltischen Präzedenzstücken. So sind wahrscheinlich diese Gefäße von Leányfalu die früheren Varianten der auf dem mährischen Gebiet nur in den 30-er Jahrer des 5. Jahrhunderts erscheinenden stärker bikonischen Gefäße. Diese späten Stücke sind ebenso mit Einglättung verziert, auf mährsichem Gebiet gibt es aber auch eine Variante der Schüssel mit eingeritzter Verzierung vom Ende des 4. Jahrhunderts. Das Ethnikum, das diesen Schüsselntyp benutzt, ist gemischt genug. In Leányfalu stellten ihn wahrscheinlich noch Römer her, auf mährischem Gebiet stellte ihn auf ostgotischen Einfluss die örtliche swebische und in Ternitz schon unter langobardischer Herrschaft weiterlebende römische Bevölkerung her. Im letzten Drittel des 5. Jahrhunderts erscheint das Gefäßauch in einem ostgotischen Grab in dem Gebiet von Pannonién (Kapolcs). Charakteristisches ,Joederati", d.h. ostgotisches, hunnisches, alanisches Fundmaterial fand man nicht in der Keramik von Leányfalu. Die einzige Gefäßform, die auch bei den Ostgoten erscheinende bikonische Schüssel — wir sahen, dass sie auch von den keltischen Präzedenzfällen abzuleiten ist — kommt übrigens früher in Leányfalu, als in der barbarischen Keramik der Umgebung vor. Das andere charakteristische, als „foederati" gehaltenes Fundmaterial ist der „murgai" Krug, der solch eine „interregionale" Form hat, die seit dem Ende des 4. Jahrhunderts ein Jahrhundert lang im ganzen Karpatenbecken gebräuchlich war. Gleichzeitig benutzten diese Krugform sogar mehere Völker (Römer, Sarmaten, Sweben, Ostgoten, usw.). Ähnlich ist es bei der eingeglätteten Verzierung, die eine allgemeine Mode gleichzeitig bei mehreren Völzern im 4.-5. Jahrhundert wurde. Innerhalb Pannoniens benutzte man sie auf römischen Formen. _ Die Feststellung von Soproni, dass dort wo die geglätteten, eingeglätteten und handgeformten Keramiken zusammen vorkommen, ist eine foederati Bevölkerung zu finden (1985 : 51), kann im Falle von Leányfalu nicht angewendet werden. Nämlich genau dort, wo sie seiner Meinung nach angesiedelt wurden und wo tatsächlich viel eingeglättete Keramiken vorkommen, war die handgeformte Keramik selten und wir finden auch keine barbarischen Formen. So sind z.B. in Leányfalu nur 3% handgeformte Gefäße, in Pilismarót insgesammt 1—2 Stücke, obwohl in anderen Fundstellen diese Gefäße in dieser Periode häufiger sind, z.B. in Ács-Vaspuszta 8,5%, in Intercisa 11%, usw. Außer 94