Katalin Gellér: Die künstler-kolonie in Gödöllő 1901-1920 (Gödöllő, 2001)

Aladár Körösföi-Kriesch: Die Quelle der Kunst/Fresko in der Budapester Musikakademie. 1907 DIE IDEE DES GESAMTKUNSTWERKS Dank des Aufschwungs im öffentlichen Bauwesen nach 1867 wurden in den großen Städten des Landes zahlreiche neue Bauten errichtet. Die Gödöllöer erhielten relativ viele Aufträge von Elek Koronghi Lippich im Kultusministerium, der ihre künstlerischen Ansichten teilte. Auch Henrik Fieber, der um die Modernisierung der Kirchenkunst bemüht war, unterstütz­te sie auf diese Weise. Die Gödöllöer folgten der Tradition der Hauptvertreter der romantischen historisierenden Wandmalerei in Ungarn, Mór Than und Károly Lötz, wobei ihre direkteste Verbindung die zu Bertalan Székelys „farbiger, linienhafter Sprache" (Sándor Nagy) war. Körösföi-Kriesch hatte sich mit seinen Werken von historischer Thematik für die Millenniumsfeierlichkeiten sowie mit seinen Fresken für das ungarische Parlament (1902) Aner­kennung verschafft. Die Wand- und Glasmalereien für den Nationalen Salon (1907) führte er mit Sándor Nagy aus, in der Musikakademie (1907) war István Zichy beteiligt, und das Ungarische Haus [Magyar Ház] in Venedig (1909), entwarf er gemeinsam mit Sándor Nagy. An der Ausführung der Wand­bilder, Glasmalereien und bildhauerischen Elemente des Kul­turpalastes in Marosvásárhely (1911-1913) waren mehrere Mitglieder der Künstlerkolonie und Körösföi-Krieschs Schüler beteiligt. Unter seiner Leitung fertigten die Schüler die Gemäl­de in Károly Kós' Zebegényer Kirche an. ihren Wunsch nach der Schaffung des Gesamtkunstwerks formulierten die Gödöllöer auch in ihren Schriften. Wie Ruskin betrachteten sie die mittelalterliche Kathedrale als das voll­kommenste Werk. Nagys Abhandlung „Das Haus des Volkes" [A nép háza] zeigt ebenfalls ihr Interesse an öffentlichen Bau­ten. Thoroezkai Wigand entwarf den örtlichen Bedürfnissen entsprechende Gebäude für Dorfgemeinschaften, so z. B. eine Schulkirche für Gálfalva [heute russ. Kobalevica] (1909). Viele ihrer Wandbilder und Glasmalereien hatten in früher errichteten historisierenden Gebäuden Platz gefunden. Hin­sichtlich der neuen Jugendstilbauten ist aufgrund der er­haltenen Baupläne anzunehmen, daß die Gödöllöer eng mit den Architekten zusammenarbeiteten, wie im Falle des Unga­rischen Hauses in Venedig mit Géza Maróti. Die engste künstlerische Beziehung bestand zu Medgya­szay. Das 1907 von ihm entworfene Veszprémer Theater ziert Sándor Nagys Sgraffito „Die Verfolgung des Wunderhirsches" [A csodaszarvas űzése]. Die Skulpturen („Die Todesengel" [A halál angyalai]) in der Kirche von Rárosmulyad [heute slowak. Mul'a] (1908-1910) sind Werke Ferenc Sidlös, eben­so die plastischen Ornamente von Medgyaszays Mietshaus (1914) in der Budapester Nádor utca. Unter den Kunstwerken im Auftrag der Kirche ist die Ka­pelle der Nervenheilanstalt Lipótmező [Teil von Budapest] - deren Glasmalereischmuck auch nach Auffassung der zeit­genössischen Kritik mit dem Otto Wagners in der Steinhofer Kirche zu vergleichen ist. Der von Nagy gemalte Wand­schmuck (1911) wurde übermalt, die von Miksa Róth ausge-

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