László János (szerk.): Komárom-Esztergom Megyei Múzeumok közleményei 20. (Tata, 2014)

Balogh Csilla: Az avar kori gúlacsüngős fülbevalók

AZ AVAR KORI GÚLACSÜNGŐS FÜLBEVALÓK VIDA 2008 Vida, T.: Conflict and Coexistence: The Local Population of the Carpathian Basin under Avar Rule (sixth to seventh century). In: (Ed. Curta, F.) The Other Europe in the Middle Ages. Avars, Bulgars, Khazars and Cumans. Leiden- Boston 2008,13-46. VIDA 2011 Vida, T.: Das Gräberfeld neben dem Horreum in der Innenbefestigung von Keszthely- Fenékpuszta. In: (Hrsg. Heinrich-Tamáska, О.) Keszthely-Fenékpuszta im Kontexte spätantiker Kontinuitätsforschung zwischen Noricum und Moesia. CCP 2. Budapest 2011, 397-437 VINSKI 1955 Vinski, Z.: Nalaz iz Velika Kladusa i problem nausnica tipa okrenute piramide. Archeologija 10 (1955) 63-90. VINSKI 1958 Vinski, Z.: 0 nalazima 6. i 7. stoljeca и Jugoslaviji s posebnim obzirom na arheolosku ostavstinu iz vremena prvog Avarskoga Kaga­­nata. OpArch 3 (1958) 13-67. WERNER 1962 Werner, J.: Die Langobarden in Pannonien. Beiträge zur Kenntnis der langobar­­dischen Bodenfunde vor 568. München 1962. WERNER 1984 Werner, J.: Der Grabfund von Ma­laja Perescepina und Kuvrat, Kagan der Bulga­ren. München 1984. WINTER 1997 Winter, H.: Awarische Grab- und Streufunde aus Ostösterreich. Ein Beitrag zur Siedlungsgeschichte. (Monographien zur Früh­geschichte und Mittelalterarchäologie 4.) Inns­bruck 1997. DIE AWARENZEITLICHEN PYRAMIDENFÖRMIGEN OHRGEHÄNGE CSILLA BALOGH Eine typische Gruppe der Schmuckstücke aus dem 6-/7. Jh. bilden die auf antike Vorbilder (Abb. 1) zurückführbaren, pyramidenförmigen Ohrgehänge byzantinischer Herkunft. Sie wurden mit zweierlei Technik hergestellt: es gibt gegossene und gepress­te, blecherne Exemplare. Diese Ohrgehänge wur­den meistens von Frauen paarweise getragen. Den Szegvár-Тур trugen auch Männer, aber einzelweise. Unter den gegossenen pyramidenförmigen Ohr­gehängen konnte neben den vollen (Tafel 1) und den mit Glaseinlage (Tafel 2,1-9) verzierten Stücken die Gruppe der gegossenen und durchbrochenen Ex­emplare (Tafel 2, 10-13) abgesondert werden. Die Mehrheit der gegossenen Typen kommt in Transda­nubien, in der Umgebung von Keszthely und Neu­siedlersee vor, sie konnten in Goldschmiedewerk­stätten mit antiker Tradition gefertigt werden. (Abb. 2, 4-5, 7) Die durchbrochenen Stücke und die Exem­plare mit Glaseinlage sind auch in der mittleren Do­nau-Theißgegend auffindbar. Dieser Ohrgehängetyp ist für die pannonische, romanisierte Bevölkerung charakteristisch, aber er kommt auch in Gräberfeldern gepidischer Tradition vor. Die einfachen Exemplare aus dem mittleren Drittel des 6. Jhs bilden die frühesten Vetreter des Typs; etwas später, Ende des 6.-Anfang des 7. Jhs. entstanden die Stücke mit Punkt-Kreis-Verzierung; die mit Glaseinlage waren spätestens im ersten Drittel des 7. Jhs. in Gebrauch. Außerhalb des Kar­patenbeckens sind wenig Analogien bekannt, sie stammen aus Nordwestmazedonien (GradisteGra­­diste) und von der Halbinsel Krim (Lucistoe, Skalis­­toe), aber diese sind jünger. Die aus Blech gemachten pyramidenförmigen Ohrgehänge können fünf Typen zugeordnet werden, und daneben gibt es zwei einzigartige Exemplare. Der Szegvár-Тур (Abb. 8,1-2; Tafel 3,1-9) kann ab der 2. Hälfte/3. Viertel des 6. Jhs. bis zum 1. Drit­tel des 7. Jhs. datiert werden. Sie kommen im Zen­trum des awarischen Gebietes, entlang der Donau und der Theiß vor. (Abb. 9) Die kleinsten Exemplare wurden von ihren Besitzern noch aus Osten mitge­bracht. Der grösste Teil der Analogien des Typs aus dem Kaukasusgebiet (Tafel 10-24) ist jünger als die Stücke aus dem Karpatenbecken. Die Verbreitung des Velika-Kladusa-Typs (Abb. 8, 3; Tafel 4) ist entlang der Donau charakteris­tisch (Abb. 10), was auf einen in der Nähe arbeiten­den Goldschmied oder auf eine Werkstatt hinwei­­sen kann. Ohne Fundzusammenhänge datierten wir diesen Typ nach stilkritischen Grundlagen in die 1. Hälfte des 7. Jhs. Die Exemplare des Oroszlány-Typs (Tafel 5,2-5) sind von den anderen abweichend aus Bronze oder Silber gepresst. Aufgrund der Verbreitung der Pres­stechnik im Karpatenbecken und der Begleitfunde (Tafel 5, 1) des Goldschmiedgrabes von Kunszent­­märton ist es anzunehmen, dass sie im 2. Viertel des 7. Jhs. gemacht wurden. (Abb. 11) Dieser Typ ist ein lokales Produkt, die gepresste Nachahmung des Ve­lika Kladusa-Typs. Innerhalb der Ohrgehänge des Typs Deszk (Abb. 12; Tafel 6-7) wurden aufgrund der Komposition der Granulationen 3 Varianten getrennt (A-C), die Variante В kommt nur in der mittleren Theißgegend vor, die Vertreter der zwei anderen Gruppen ka­men in der Nähe der Flüsse Theiß, Maros und Aran­ka zum Vorschein. (Abb. 14) Die Ohrgehänge sind lo­kale, aber von mehreren Goldschmieden oder Werk­stätten hergestellte Produkte. Eine nahe Analogie von der Halbinsel Tamam (Abb 12, 8) und einige öst­liche, mit den awarenzeitlichen Stücken gleichzei­tige Parallelen (Tafel 10, 1-5) weisen auch auf die Möglichkeit hin, dass die Awaren die Variante В und 143

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