László János (szerk.): Komárom-Esztergom Megyei Múzeumok közleményei 19. (Tata, 2013)

Bartus Dávid et al.: Jelentés a Komárom-Szőny, Vásártéren 2011-ben folytatott régészeti feltárások eredményeiről

BARTUS-BORHY-DELBÓ-DÉVAI-KIS-NAGY-SEY-SZÁMADÓ-SZÓRÁDI-VIDA 3. Jh. n. Chr. in Pannonien charakteristisch wa­ren, bezeichnet werden. Die Mehrheit der Fragmen­te gehört zur grauen oder rohen Haushaltskera­mik, aber tauchen die Fragmente mit rotem Über­zug, die streifenverzierte Keramik von Brigetio, die marmorinkrustierte Keramik, die sog. pannonische Glanztonware bzw. Reibschalen und Räuchergefäs­­se ebenfalls auf. Man kann behaupten, dass sie vor­wiegend Produkte der lokalen Töpfersiedlung von „Kurucdomb” und „Gerhät” darstellen. Die Frag­mente von pannonischen Glanztonware mit Roset­tenverzierung dürfen durch Handelsbeziehungen hierher gekommen sein. Schließlich, man muß noch die Fragmente von Gesichtsgefäßen erwähnen. Während der Grabungskampagnie 2011 ka­men insgesamt 52 Importkeramikfragmente vor. In größter Zahl war die Schwarzfirniskeramik (29 Fragmente) vertreten. Innerhalb dieser Gruppe wa­ren 7 Trierer Spruchbecherfragmente mit weißer Barbotinverzierung zu identifizieren. Dazu kom­men noch 22 Fragmente von geometrisch verzier­ter Glanztonware (sog. „rätische” Becher) bzw. eine norditalische dünnwandige Keramik. Was die Tonlampen anbelangt, kamen Frag­mente von insgesamt 32 Individien ans Tageslicht. 2g Fragmente von diesen gehören zu den Firmen­lampen (Loeschke X=Iványi XVII), unter denen 3 gestempelte Stücke zu finden sind: 2 Fortis und 1 Cresce(n)s. Ein Fragment gehört zum Typ mit meh­rerer - mindestens 3 oder mehr - Brennöffnung (Loeschke lll=lványi III, Iványi IV), während 2 Fragmente zu den Volutenlampen zuzuordnen sind (Loeschke I=Iványi I). Im Jahre 2011 kamen im Bereich der ehemali­gen Zivilstadt von Brigetio 4 Amphorenfragmente ans Tageslicht. In den Amphoren vom Typus Dres­sei 24/Zeest go wurden Olivenöl, Austern oder Wein vermutlich aus ägäischem oder kleinasiatischem Bereich zwischen Ende des 1. und 2. Jhs. n. Chr. in die Stadt geliefert. Die Anwesenheit der Dressei 20 Amphoren weist darauf hin, dass die Bewohner der Stadt zwischen Mitte des 2. und 3. Jhs. n. Chr. his­panisches Olivenöl verzehrten, das aus dem Tal des Guadalquivir hierher transportiert wurde. Diese Fernhandelsprodukte wurden auf der Bernstein­straße, dann auf der innenpannonische Straße nach Savaria bzw. auf der Donau nach Brigetio gelie­fert. Zwar stellen diese Fragmente quantitativ ge­sehen eine geringe Menge dar, doch beweisen sie, daß die Bewohner von Brigetio diese Produkte sich nicht nur leisten konnten, sondern sie sogar den An­spruch auf diese exotischen Produkte hatten. Die Zahl der im Jahre 2011 gefundenen Terra Si­gillata Fragmente beträgt insgesamt 1357, von de­nen 305 Fragmente reliefverziert, 1052 Stücke un­­verziert waren. Wegen ihrer Zustände sind 101 Fragmente unbestimmbar. Die frühesten Stücke stammen aus Norditalien uns Südgallien. Unter den Fragmenten, die zur vorherigen Gruppe gehören, ist eine einzige Form vom Typ Conspectus 3g oder 43 erkennbar, und ist in die Zeit zwischen den Flaviern und Trajan zu datieren. Von den 9 südgallischen Fragmenten sind 2 der Werkstatt von La Graufe­­senque, 3 der von Banasac zuzuschreiben. Zum zen­tralgallischen Werkstättenkreis gehören 215 Frag­mente, die vorwiegend in die Antoninerzeit zu datie­ren sind, odwohl paar Stücke sogar aus der traja­­nisch-hadrianischer Epoche Vorkommen. Der grös­sere Anteil der Terra Sigillata Fragmente (52,56%) stammt jedoch aus Rheinzabern, und ist zeitlich in die antoninisch-severische Epoche zu verlegen, wo­bei sich einige Stücke sogar bis in die 50er Jahre des 3. Jhs. n. Chr. datieren lassen. 180 Fragmente sind mit der Werkstatt von Westerndorf zu verbinden; von diesen sind 92 Stücke verziert, und sind in die Zeit zwischen 180-233 n- Chr. datierbar. Die Frag­mente, die mit Comitialis und Helenius zu verbinden sind, sind mehr oder weniger in gleicher Zahl ver­treten, während den Werkstättenkreis von Onnio­­rix nur 10 Fragmente vertreten. Die späteste Epoche der Terra Sigillata Produktion stellen die Stücke aus Pfaffenhofen dar, von denen die Stempel von Hele­nius und der Dicanus-Kreis zu identifizieren wa­ren; damit kann das Terra Sigillata Spektrum bis 250/260 n. Chr. ausgedehnt werden. Die Terra Sigil­lata Funde des Grabungsjahres 2011 weichen weder in Hinblick auf die Verteilung der Werkstätte, noch hinsichtlich der Chronologie von den Ergebnissen der Analysen der vorigen Jahren ab. Im Laufe der Grabungen 2011 kamen 13 be­stimmbare Bronzegegenstände — u. a. Gefäßhenkel, Kästchenzubehör, Glöckchen, kosmetische Gerä­te, Militärtrachtstücke, Beschläge von Pferdezaum­zeug - ans Tageslicht. Man kann feststellen, daß ne­ben Gebrauchsgegenstände, die zum Alltagsleben gehörten, sind Gegenständetypen, die zum Militär gehörten, in verhältnismäßig hoher Zahl vertreten. Diese letzt genannten Gegenstände sind in der Er­forschung der Zivilstadt von besonderem Interesse, da sie eindeutige Beweise auf die Anwesenheit des Militärs darstellen. Die Grabungen 2011 im Munizipium von Bri­getio lieferten 14 Münzfunde, die sich zeitlich zwi­schen Antoninus Pius (138-161 n. Chr.) und Philip­pus I. (Arabs) (244-249 n. Chr.) verteilen. 3 - oder 4 - Stücke von diesen stellen zeitgenössische Imita­tionen dar: 2 waren subaerate Denare, 1 war eine Gußmünze. Es taucht eine Provinzialprägung, ein Sesterz des Philippus I. (Arabs) aus Viminacium auch auf. Diese Münzen sind im pannonischen Ma­terial der Mitte des 3. Jhs. n. Chr. als geläufig zu be­zeichnen, weil diese Prägestätte in Viminacium das Kleingeld für das mitteldanubische Gebiet prägte. Übersetzt von László Borhy 66

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