Fülöp Éva – Kisné Cseh Julianna szerk.: Komárom – Esztergom Megyei Múzeumok Közleményei 11. (Tata, 2004)
Tokai Gábor: Der preskythenzeitliche „Kampfwagen-Horizont” auf den osteuropäischen Steppen
Der preskythenzeitliche „Kampfwagen-Horizont" auf den osteuropäischen Steppen Gábor Tokai Das in nord-kaukasischen Uashitu in 1988 freigelegte preskythenzeitliche Hügelgrab 1., in dem ein Kämpfer mit einem zweirädigen Kampfwagen (nachweisbar assyrischer Typ) ruhte, liefert den Beweis, dass die in den Fundgruppen Typ Novocerkassk gefundene bisher unbestimmbare Pfredegeschirrzubehöre eigentlich zur Ausrüstung bespannter Pferde gehören. Diese bedeutene Erkenntnis (für die Geschichtswissenschaft auch, weil die bisher darüber nicht wusste, dass die Reiternomaden des Steppengebiets zweirädige Wagen benutzt haben) ist für die heimische Forschung daher besonders wichtig, weil Pferdegeschirrzubehöre gleicher Typ in grösserer Zahl aus dem Karpatenbecken bekannt sind. Aufgrund diesen und besonders dem Zeugnis des Hügelgrabes 1. von Somlóvásárhely müssen wir die hallstattzeitliche Wagenbestattungen in Transdanubien (die von der Forschung nach Analogien des bayerisch-südböhmischen Gebiets vorstellt wurden) in diesen Zusammenhang stellen. Ebenfalls bemerkbar ist die Erscheinung der in diese Zeit charakteristischen verschiedenen Zaumtypen, bei den die Seitenglieder zum Maulteil starr befestigt waren. Diese Zäume wurden vielleicht auch bei der Bespannung benutzt, obwohl der entscheidene Beweis noch fehlt. Vom Karpatenbecken bis dem Gebiet des Nord-Kaukaus kann man einen sogenannten „Kampfwagen-Horizont" aufstellen, der nach der schriftlichen Quellen zwischen dem Ende des 8. und Anfang des 6. Jahrhunderts v. Chr. fällt. In diesem Horizont sind zeitliche, raumliche und im Fundstoff regionale Unterschiede bemerkbar, die die Geschichte und Kultur der preskythischen Zeit nicht bestimmen aber nuancieren. Im Hinblick des eng zusammenhängenden Fundmaterials der Tiefebene und des Steppengebiets sowie der dendrokronologischen Daten aus Wehringen-Hexenberg muss die Zeitordnung der preskythischen Zeit im Karpatenbecken ebenfalls erneut überprüfen. 50