Fülöp Éva – Kisné Cseh Julianna szerk.: Komárom – Esztergom Megyei Múzeumok Közleményei 8. (Tata, 2001)
Miklósity Szőke Mihály–Bartosiewicz László: Zwei Hirschgeweihamulette aus der Zivilstadt von Brigetio
Zwei Hirschgeweihamulette aus der Zivilstadt von Brigetio Mihály Szőke Miklósity Im Verlauf der Ausgrabungen in der antiken Zivilstadt von Brigetio, die seit 1992 andauern, kamen zwischen Gebäuderesten zwei aus Hirschgeweih hergestellte Gegenstände zum Vorschein. (Inv. Nr. 995.F14.089.3- und 992.3-007.26.) Den hier vorgestellten, abgesägten Hirschgeweihrosen (Bild 1) ähnliche Gegenstände kennen wir gut von der frühen La Tine Zeit über die römische Periode bis hin zum frühen Mittelalter. Die Forschung stimmt darin überein, dass die Amulette Gegenstände sind, welche apostropäische Funktion erfüllen sollten. In der La T<5ne Zeit, der Epoche der Völkerwanderung sowie im frühen Mittelalter kommen sie regelmäßig aus Kinder- und Frauengräbern zum Vorschein, in der Römerzeit hauptsächlich in den Siedlungen. In der Römerzeit kennen wir drei Hauptverzierungstypen: 1. es bleiben die natürlichen Bruchoberflächen erhalten, 2. mit gedrechseltem Mittelteil 3. mit geschnitzten Darstellungen verziert (im allgemeinen mit Phallus). Ihre Verbreitung ist hauptsächlich an der nördlichen Linie des Limes und in Mittel-Ostfrankreich bedeutend. Die kleine durchbohrte Hirschgeweihscheibe (Bild 2) ist aufgrund der Tatsache, dass sie ein Grabfund darstellt, auch als Amulette zu bestimmen (vgl. Fußnote 98.). Die hier vorgestellten beiden Gegenstände können als traditionelle römerzeitliche, wahrscheinlich von den Frauen der einheimischen Bevölkerung benutzte Amulette bestimmt werden, die umgehängt getragen wurden. Eine Datierung ins 2. Jh. n. Chr., eventuell an den Beginn des 3- Jh n. Chr. ist nur schätzungsweise möglich. 129